1. Mai 2026: Kriegstüchtig – ohne uns!

Mit Bertha von Suttner auf der 1. Mai-Demo

Wir laden alle ein, mit Bertha von Suttner (s. Titelbild) gegen den Krieg und die Demontage des Sozialstaats, für Abrüstung und internationale Solidarität zu demonstrieren. Natürlich fühlen wir uns auch mit Karl und Rosa verbunden.

Dieser 1. Mai findet stärker denn je unter den Bedingungen staatlich angestrebter „Kriegstüchtigkeit“ statt. Die Wirtschaft soll in eine „Kriegswirtschaft“ umgerüstet werden. Über ein gigantisches Verschuldungsprogramm wird die Rüstungsindustrie zu einer Art Rettungsanker, um die Krise des deutschen Exportmodells zu überwinden. Zukünftig werden es dann 100 000e sein, deren Arbeitsplatz daran gekoppelt ist, dass Kriege geführt und Waffen verschlissen und neu produziert werden. Auch die Jugend soll in olivgrün eingekleidet werden, und statt in der Disko zu feiern und die Welt zu bereisen als Futter für Drohnenschlachten zur Verfügung stehen. Im Jahr 2026 ist auch die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen der neusten Generation vorgesehen, die die Gefahr extrem erhöht, dass Russland auf einen militärisch und wirtschaftlich haushoch überlegenden Gegner mit Erstschlagfähigkeit mit dem Einsatz von taktischen Atomwaffen reagiert. Dazu kommt ein US-Präsident, der schon mal droht ganze Zivilisationen zu vernichten, wenn deren Staatsführungen nicht bereit sind sich zu unterwerfen. Dieser Mann hätte, sollte er weiter Präsident bleiben, das Recht den berühmten roten Knopf zu drücken. Und Deutschland ist wie in den 80er Jahren das zentrale Kriegsgebiet. Es beherbergt die erstrangigen militärischen Ziele und die Regierung des Stationierungslandes hat auf ein Veto verzichtet. Nicht ganz zufällig haben andere europäische NATO-Staaten, die damals Raketen stationiert hatten, dies jetzt abgelehnt. Deutschland ist aktuell bereits auf den 4. Platz beim Länderranking der Weltmilitärausgaben aufgestiegen. Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, wird auch vom Sozialstaat nicht viel übrig bleiben. Und das sollte allen klar sein: Dies gilt ebenso für die Gewerkschaften. Und natürlich für alles andere wirklich Wichtige wie dem Kampf gegen die Armut und den Klimawandel. Leben und Überleben in Würde und Freude.

Wir müssen laut und deutlich NEIN sagen und so auch die guten Antikriegstraditionen bewahren, die als Lehre aus der Geschichte auch den Weg in unsere Grundsatzprogramme gefunden haben, jetzt aber in der Politik unserer gewerkschaftlichen Organisation an Wert verloren haben.

Wir treffen uns am 1. Mai ab 11 Uhr am Strausberger Platz. Erkennungszeichen ist das „Die Waffen nieder“-Plakat mit dem Portrait von Bertha von Suttner.

FORUM GEWERKSCHAFTLICH LINKE BERLIN

Euere Solidarität – Isa’s Sieg!

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

unsere Petition zur Unterstützung von Isa Paape ist abgeschlossen – mit über 1.400 Unterschriften und einem beeindruckenden Zeichen der Solidarität, das weit über den Standort Erlangen hinausgewirkt hat.
Was viele von Anfang an gehofft haben, ist nun eingetreten: Isa hat ihre Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht Nürnberg vollumfänglich gewonnen und wird in den Betrieb zurückkehren. Dieser Erfolg ist nicht nur ihr persönlicher Sieg – er ist auch ein Ergebnis der breiten Unterstützung, die sie in den vergangenen Monaten erfahren hat.
Isa hat sich mit einer persönlichen E-Mail an Kolleginnen und Kollegen gewandt. Ihre Worte möchten wir hier mit euch teilen – als Ausdruck von Dankbarkeit, aber auch als Ermutigung für alle, die sich für Mitbestimmung und demokratische Rechte im Betrieb einsetzen:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Arbeitsgericht Nürnberg hat gestern entschieden: Die fristlose Kündigung war nicht rechtswirksam, Siemens Energy muss mich weiterbeschäftigen. Nach fünf anstrengenden Monaten und der Erfahrung einer unglaublich vielfältigen und breiten Solidarität werde ich in der kommenden Woche wieder in den Betrieb zurückkehren und auch meine Tätigkeit als Betriebsrätin wieder aufnehmen.

Das ist ein großer Erfolg, den Sie / ihr alle mit bewirkt habt!

Es ist mir ein Bedürfnis, mich für die Solidarität und vielfältige Unterstützung herzlich zu bedanken!

Gemeinsam haben wir ein Stück Demokratie im Betrieb verteidigt, und die persönlichen Angriffe auf mich als Betriebsrätin bei Siemens Energy zurückgewiesen. Ich kann die Worte von Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall, nur unterstreichen: Wir brauchen dringend eine wirksamere Gesetzgebung gegen Union Busting!

Seit Bekanntwerden des Gerichtsurteils haben sich viele Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus der ganzen Republik bei mir gemeldet, zum Teil von ähnlichen Angriffen betroffen, die dieses Verfahren und den Erfolg als außerordentlich ermutigend und stärkend empfinden. Darum geht es auch: Kolleginnen und Kollegen zu ermutigen. Widerstand, zumal solidarisch, kann etwas bewegen!

Mit herzlichen und solidarischen Grüßen,

Isabella Paape
Betriebsrätin Siemens Energy Erlangen
Gemeinsam Aktiv! – Betriebsratsfraktion SE Erlangen↗

Wolfgang Schreyer, Franz-Josef Abs

Quelle: https://www.openpetition.de/petition/online/betriebsraetin-isabella-paape-kuendigung-zuruecknehmen-kandidatur-ermoeglichen

Iran: „Die zivilisierte und freiheitsliebende Menschheit fordert die Beendigung dieses Krieges.“

Erklärung des Koordinationsrats der linken und kommunistischen Kräfte: Die Folgen des Waffenstillstands im Krieg der Verlierer

Bild: Public Domain Picture.

Vorbemerkung Forum-Red.: Eine laute Stimme im Krieg gegen den Iran haben die Kriegsbefürworter aus dem Westen. Natürlich auch das religiös-fundamentalistische Regime. Gehört wird die starke Frauenbewegung. Recht wenig an die Öffentlichkeit dringen die Stimmen der Linken. Sie können nur im Untergrund operieren. Eine dieser Stimmen gehört der Kommunistischen Partei Irans, um die herum sich ein Koordinationsrat gebildet hat. Die KPI ist vor allem in den kurdischen Gebieten des Landes verankert und hat dort zu mehreren Generalstreiks beigetragen. Von iranischen Genossen aus Hamburg haben wir die folgende Erklärung des Koordinationsrats bekommen. (JG)

Nach mehr als einem Monat eines reaktionären Krieges zwischen den USA, Israel und der Islamischen Republik wurde unter Vermittlung mehrerer Länder ein zweiwöchiger Waffenstillstand verkündet. Während weiterhin Streit über die Inhalte der Vereinbarung besteht und Anzeichen für Verstöße gegen den Waffenstillstand von beiden Seiten zu beobachten sind, scheint es, dass – wie in jedem Krieg – viele Konflikte bestehen bleiben und auch dieser Waffenstillstand fragil sein könnte.

Die Auswirkungen dieses Krieges auf die globale und regionale Geopolitik, die innenpolitische Lage der Länder sowie auf die kapitalistischen Verhältnisse und Märkte haben die Konfliktparteien dazu gezwungen, ihn zumindest vorübergehend zu stoppen. Trotz der von allen Seiten erhobenen „Sieges“-Ansprüche zeigen die verheerenden Folgen dieses Krieges für die Gesellschaft und das Leben der Menschen im Iran und in der Region sowie seine Verurteilung in der weltweiten öffentlichen Meinung, dass es sich in Wirklichkeit um einen Krieg der Verlierer handelt.

Dieser reaktionäre Krieg begann unter Bedingungen, in denen sich die geopolitischen Verhältnisse der Welt im Wandel befinden. Die „trumpistische“ Unordnung breitet sich aus, und der Aufstieg rechtsgerichteter, quasi-faschistischer Strömungen in den meisten imperialistischen Ländern deutet auf einen allmählichen Zerfall der liberalen Ordnung sowie der nach dem Zweiten Weltkrieg unter US-Hegemonie entstandenen globalen Institutionen hin. Dieser Krieg hat zudem die Spaltung im „Westen“, insbesondere zwischen Europa und den USA, vertieft. Internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen und globale Abkommen verlieren zunehmend ihre Funktion. Europa und sogar die NATO als militärischer Arm des Westens haben ihre Ablehnung dieses Krieges offen gezeigt, und einige Länder haben ihren Luftraum für US-Kampfflugzeuge gesperrt. Die Auswirkungen dieses Krieges auf das Funktionieren des Kapitalismus und der Märkte – insbesondere auf Energiepreise, Grundbedarfsartikel und Lebensmittel – sind erheblich und haben die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation im kapitalistischen Weltsystem erhöht.

In den USA hat dieser Krieg zu Spaltungen innerhalb des trumpistischen rechten Lagers geführt. Die Kriegskosten und der allgemeine Preisanstieg haben die Unzufriedenheit in der Bevölkerung verstärkt und zur Entstehung einer Bewegung mit dem Slogan „Wir wollen keinen König“ beigetragen. Zugleich haben sich die Spannungen zwischen den USA und ihren westlichen Verbündeten verschärft und die herrschende Elite der USA mit vielfältigen innen- und außenpolitischen Krisen konfrontiert.

In der Region haben sich die Verbrechen und die expansionistische Politik des rassistischen und völkermörderischen Staates Israel verschärft. In den arabischen Golfstaaten wurden faktisch „Entwicklungspolitiken“ sowie massive Investitionsprogramme in Industrie und künstliche Intelligenz gestoppt, und die Sektoren Öl, Gas, Transport und Tourismus haben schwere Schäden erlitten, deren Behebung Jahre dauern wird. Auch in Irak und Libanon haben die Unruhen zugenommen. Die Islamische Republik und ihre regionalen Verbündeten wurden militärisch schwer getroffen. Insgesamt haben sich die geopolitischen und geoökonomischen Verhältnisse im Nahen Osten zu einem Schauplatz der Auseinandersetzung um eine Neuordnung des Kräfteverhältnisses entwickelt.

Die Islamische Republik verfolgte in diesem Krieg eine doppelte Strategie: Sicherung des eigenen Überlebens durch Erhöhung der Kriegskosten in der Region und weltweit sowie umfassende Repression im Inneren. Angriffe auf Energiezentren und Infrastrukturen der Golfstaaten, die Mobilisierung von Stellvertreterkräften, Angriffe auf militärische und logistische Einrichtungen der USA und Israels sowie Drohungen, die Straße von Hormus zu schließen, erhöhten die globalen Kosten des Krieges und trugen zur Möglichkeit eines Waffenstillstands bei. Dennoch führte dieser Krieg zur Zerstörung eines erheblichen Teils der militärischen Einrichtungen der Islamischen Republik sowie zur Verwüstung der gesellschaftlichen Infrastruktur – darunter Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Brücken, Straßen, Fabriken sowie industrielle und Dienstleistungszentren – und vor allem zum Tod und zur Verwundung Tausender Menschen. Gleichzeitig militarisierte das Regime durch die Organisation von Repressionskräften wie den Revolutionsgarden und der Basij sowie durch den Einsatz paramilitärischer Stellvertreter die Gesellschaft massiv und störte durch Internetsperren die Informationsverbreitung und Organisation sozialer Bewegungen. Wie andere Kriege hat auch dieser Krieg die soziale Aktivität schwer beeinträchtigt.

Der Tod Chameneis sowie vieler militärischer Kommandeure und bekannter Persönlichkeiten und die Ausweitung des Krieges führten zu einer Neuordnung der politischen Struktur der Islamischen Republik. De facto hat eine Gruppe von „militärisch-politischen“ Akteuren sowie Kommandeuren der Revolutionsgarden und Sicherheitskräfte, die eine ideologische, expansionistische und panislamistische Politik verfolgen, die Kontrolle über die zentralen Institutionen des Regimes übernommen. Es scheint, dass Mojtaba Chamenei faktisch von ihnen als Oberster Führer bestimmt wurde, während Geistliche, Politiker sowie Bürokraten und Technokraten an den Rand gedrängt wurden. Diese Kräfte verfolgen eine umfassende Unterdrückung der Gesellschaft. Gleichzeitig bestehen unter ihnen erhebliche Differenzen über den Waffenstillstand und das Management der aktuellen Krisensituation. Insgesamt verhindern die miteinander verflochtenen Krisen, eine kollabierte Wirtschaft, weit verbreitete Arbeitslosigkeit und eine aufgewühlte Gesellschaft die Stabilisierung der aktuellen Lage.

Dieser Krieg hatte auch tiefgreifende Auswirkungen auf die politischen Lagerbildungen und die rechte Opposition. Die monarchistische, faschistische Strömung wurde offen zu einem Unterstützer des Krieges der USA und Israels – ein in der jüngeren Geschichte beispielloses Ereignis, bei dem eine reaktionäre und abhängige Gruppe die Tötung der eigenen Bevölkerung und die Zerstörung des eigenen Landes feiert. Diese Politik führte zu Spaltungen unter den Monarchisten und zu einem Rückgang ihrer Anhängerschaft. Auch unter den Republikanern kam es zu Spaltungen: Einige unterstützten den Krieg, andere stellten sich unter dem Vorwand der „Verteidigung Irans“ hinter das Regime. Die meisten kurdisch-nationalistischen Oppositionskräfte unterstützten ebenfalls den Krieg. Zudem verwandelte sich eine als „Widerstandsachse“ bezeichnete scheinlinke Strömung faktisch in unbezahlte Soldaten des Regimes.

Die zivilisierte und freiheitsliebende Menschheit fordert die Beendigung dieses Krieges. Der Koordinationsrat der linken und kommunistischen Kräfte hat diesen Krieg von Beginn an als reaktionär bewertet und sich ihm entgegengestellt. Viele linke und progressive Kräfte, Arbeiterorganisationen, Aktivistinnen der Frauenbewegung und andere soziale Bewegungen haben ebenfalls gegen diesen zerstörerischen Krieg und die repressiven Politiken des Regimes Stellung bezogen.

Arbeiterinnen und Arbeiter, Werktätige, ehrenwerte und kämpferische Menschen!

In der Zeit nach dem Waffenstillstand steht das kapitalistische Regime der Islamischen Republik vor tiefgreifenden, miteinander verflochtenen Krisen und versucht durch fortgesetzte Repression ein Klima der Angst aufrechtzuerhalten. Eure revolutionären Kämpfe, insbesondere seit Januar 2018, haben das Regime auf revolutionäre Weise herausgefordert – sichtbar in zahlreichen Aufständen und in der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“. Der Krieg und seine Folgen haben gezeigt, dass der Großteil der rechten Opposition den Krieg, den Imperialismus und einen Wandel von oben unterstützt, dessen Ergebnis nichts anderes als Zerstörung und sozialer Zusammenbruch ist. In dieser angespannten Situation kann das Klima der Repression durchbrochen werden. Wie schon nach den Massakern des vergangenen Winters haben die kämpfenden Menschen und sozialen Bewegungen nicht aufgegeben und ihren Widerstand in verschiedenen Formen fortgesetzt.

Durch Einheit und Solidarität können die repressiven Politiken des Regimes zerschlagen, die Maschinerie von Tötung, Hinrichtung und Gefängnis außer Kraft gesetzt und – gestützt auf soziale Bewegungen von unten – der Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, Despotismus, Unterdrückung und Klassenungleichheit ausgeweitet werden. Es gilt, für Arbeit, Brot, Wohlfahrt und Freiheit zu kämpfen. Dieser Weg kann die Grundlage für die kraftvolle Rückkehr sozialer Bewegungen, insbesondere der klassenbewussten Arbeiterbewegung, auf die Bühne des Kampfes schaffen.

Koordinationsrat der linken und kommunistischen Kräfte
Freitag, 10. April 2026 (24. Farvardin 1405)

Sozialistische Arbeiterunion, Kommunistische Partei Irans, Arbeiterkommunistische Partei Irans (Hekmatist), Organisation Rah-e Kargar, Organisation der Fedaian (Minderheit) und „Kern der Minderheit“

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