Initiative „Eintreten für Würde“

Ein offener Brief von Sozialdemokrat:innen für die Wahrung von Menschenrechten.

Unter dem Motto Menschenrechte wahren, Asylrecht verteidigen, sozialdemokratische Werte leben! starteten SPD-Mitglieder einen offenen Brief in Reaktion auf die Beschlüsse des Sicherheitspakets, welches als Antwort auf den Anschlag in Solingen auch durch führende Sozialdemokrat:innen ausgestaltet wurde.

Gerade wenn extremistische Anschläge stattfinden, sollten Solidarität und Zusammenhalt den Diskurs anführen, nicht aber Debatten um Ausgrenzung und Stigmatisierung. Es gilt alle Menschen vor Extremismus zu schützen, umso bitterer die Politik, mit der auf ein so komplexes Problem wie den Extremismus geantwortet wird, die leider auch von Sozialdemokrat:innen mitgetragen wird. Vorschläge wie die Zurückweisung an den Grenzen oder gar grenznahe Inhaftierungen voranzutreiben oder massive Kürzungen von Sozialleistungen unter das Existenzminimum vorzunehmen, entmenschlichen und entwürdigen Asylsuchende und sind unvereinbar mit dem Grundgesetz.

„Eine ganze Menschengruppe wird mit dieser Politik für die Tat eines Einzelnen pauschal unter Terrorismusverdacht gestellt und in ihren Rechten substanziell eingeschränkt.“ Dies kann nicht die Lösung sein.

Mit diesem offenen Brief, fordern viele SPD-Mitglieder deshalb ihre Parteimitglieder in Führungsverantwortung dazu auf, wieder zu einer Politik zurückzukehren, welche die „Grundwerte als handlungsweisend für politische Entscheidungen“ achtet und Extremismus durch „Prävention, Förderung des Zusammenlebens und Stärkung des Rechtsstaats“ zu bekämpfen sucht. Nicht aber eine Politik, die sich an rechten Fantasien von Abschottung, Entrechtung und Entwürdigung von Menschen, orientiert. Sie fordern eine humane Asylpolitik, die europäisches Recht sowie internationale Solidarität achtet.

Bitte unterstützt diese wichtige Initiative. Unter dem Mantel der Extremismusbekämpfung wird das ohnehin bereits ausgehöhlte Asylrecht weiter verschärft, besonders schützenswerte Menschen buchstäblich ihrer Menschenrechte beraubt und ganze Gruppen hier lebender migrantischer Communities weiter stigmatisiert und diskriminiert. Eine Politik, welche die vulnerabelsten Menschen unserer Gesellschaft trifft darf nicht widerstandslos hingenommen werden, denn sie endet wohlmöglich nicht hier. Jede/r kann diesen offenen Brief unterstützen und unterzeichnen. Die Zivilgesellschaft ist mal wieder gefordert.

Hier geht es zum offenen Brief: https://eintreten-fuer-wuerde.de

Hier geht es zu der Aktion auf Instagram: https://www.instagram.com/eintreten_fuer_wuerde

Teilen und weitersagen.

Titelbild: Collage Peter Vlatten

18. Juli 20 Uhr: Deutschland-Premiere: الکترا – Elektra

Teheraner Theatergruppe „Prometheus Theater“ gastiert auf der Brotfabrik Bühne

Die Inszenierung Elektra des iranischen Regisseurs Farzad Amini ist wie ein Ritual. Ein Ritual zur Reinigung der Seele von Hass, Bitterkeit und Leid. Sie beschäftigt sich mit den katastrophalen Konsequenzen die Gefühllosigkeit und menschliche Dunkelheit haben können.

Die Musik zum Stück, stammt aus Folklore und ländlichen Gebieten des Irans. Musik und Lieder, die von Hirten, Zigeunern, Fischern, Arbeitern und Bauern während der Arbeit oder bei Ritualen oder Trauer dargeboten werden. Auch die Ausstattung ist ein Zeichen mythologischer Symbole und des antiken Lebens. Sense, Dolch, Krug, Schwert, Bambusrohr, Vogelfedern und einige Kuhhörner, mit denen die Schauspieler die dramatischen Situationen erzählen. Während seiner 22-jährigen Arbeit mit Schauspielern hat sich Amini intensiv mit der Schauspieltheorie von Jerzy Grotowski beschäftigt. Seine Arbeiten kommen regelmäßig in einem kleinen freien Teheraner Theater zur Aufführung. Erstmalig wird eine von Ihnen in Deutschland gezeigt.

Das Theatergastspiel möchte den kulturellen Austausch zwischen persischer und europäischer (Theater-)Kultur fördern und zur Völkerverständigung beitragen.

Infos:

Spende: Das Theaterprojekt aus der freien Szene kann nur mithilfe von Spenden finanziert und realisiert werden. Wenn sie den Kulturellen Austausch zwischen persischer und europäischer Theaterkultur unterstützen möchten. Hier geht es zum Spenden. https://www.betterplace.org/de/projects/139034-theatergastspiel-aus-dem-iran

Bild- /Text-Quelle: https://www.berlin.de/tickets/vermischtes/deutschland-premiere–elektra/2024-07-18-n-a-0469f0bd-664b-4a5e-8ab0-66166d84481d/

Grenzen der Staatsräson?

Podiumsdiskussion medico international am 12. Juli 2024 in Berlin

Geschichte, deutsche Erinnerungspolitik und der Krieg gegen Gaza

Das derzeitige Töten und Sterben in Gaza nach dem Überfall der Hamas und anderer Gruppierungen auf Israel am 7. Oktober hat weltweit zu Protesten geführt. In keinem Konflikt sind in einem so kurzen Zeitraum so viele Kinder, Jugendliche, Journalist:innen und UN-Mitarbeiter:innen getötet worden. In keiner Krisenregion der Welt hat der Hunger sich mit so einer atemberaubenden Geschwindigkeit ausgebreitet wie im abgeriegelten Gazastreifen, obwohl es ein Leichtes wäre, humanitäre Hilfe über Land in die Enklave zu bringen, wenn Tel Aviv dies zuließe. Unterdessen zeigen Meinungsumfragen in den USA und Deutschland, dass eine Mehrheit der Bevölkerung gegen diesen Krieg ist, während die Bundesrepublik neben den USA zur wichtigsten Unterstützerin Israels geworden ist (lt. SIPRI auch militärisch). Die Art der Kriegsführung stellt die deutsche Staatsräson, auf die sich Politiker:innen hierzulande weiterhin berufen, jedoch auf eine harte Probe. Die diversen Verfahren vor internationalen und deutschen Gerichten zeigen auch, dass es gewichtige Gründe dafür gibt, die Bedeutung der vagen Staatsräson-Formel auszuloten. Medico International lädt aus diesem Anlass ein zur Podiumsdiskussion.

Podiumsdiskussion mit:

  • Daniel Marwecki, Politologe
  • Charlotte Wiedemann, Publizistin

Moderation: Riad Othman, medico international

Datum: Freitag, 12.07.2024
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Spore Haus, Hermannstraße 86, 12051 Berlin

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos.

Mehr Informationen über unsere Projekte und Möglichkeiten zur Unterstützung der Arbeit unserer Partner:innen finden Sie auch in unserem Spendenaufruf: Nothilfe für Gaza.

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung