Paneldiskussion zur Organisation politischen Wandels am 1. Dezember 13 Uhr in Berlin
Mera25 lädt zur Diskussionsrunde im Vorfeld zu den Neuwahlen 2025 ein. Es geht um nicht weniger, als um die politische Zukunft linker Positionen und Bewegungen und um einen echten Wandel in der Politik hin zu mehr Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Demokratie. Die Veranstaltung lädt alle Interessierten ein mitzudenken und mitzudiskutieren.
Wann 01/12/2024 @ 13:00 MEZ – 16:00 MEZ
Wo Berlin Global Village @ Berlin, Deutschland
Veranstalter Koordinationsteam in Deutschland | MERA25 Contact
Zielgruppe Öffentlich, bis zu 100 Teilnehmende
Art der Veranstaltung Diskussion
Einführung:
Marie-Alice Morel, Vorstandsvorsitzende MERA25 Berlin
Panel:
Melanie Schweizer, Volljuristin und MERA25 Bundestagskandidatin
Daniel Bratanovic, Chefredakteur Junge Welt (Moderation)
Elisa Baş, Aktivistin für antikoloniale und antikapitalistische Klimagerechtigkeit
Protest am 13.11.24 gegen geplante Kulturkürzungen
Bilder: Jochen Gester
„Kunst und Kultur sind systemrelevant … zumindest solange unser System Demokratie heißt“ lautete es auf einem Plakat des Berliner Ensembles am 13.11.2024 bei dem Protest gegen die Haushaltspläne des Berliner Senats.
Geplant sind nämlich jährliche Kürzungen des Kulturetats von 10% in 2025 und 2026. Kunst und Kultur stünden somit vor einem radikalen Kahlschlag historischen Ausmaßes.
Unter dem Hashtag #berlinsistkultur versammelte sich deshalb ein breites Bündnis an Berliner Kulturschaffenden, Institutionen und Unterstützer:innen aus verschiedensten Bereichen am Brandenburger Tor, um ein starkes Zeichen gegen diesen Kurs des Berliner Senats zu setzen. Denn es geht um nicht weniger als die Existenz der Berliner Kultur.
Eine Vielzahl von künstlerischen Beiträgen illustrierte dabei eindrücklich, was die Berliner Stadtbevölkerung erwartet, wenn die Kürzungspläne, die aktuell noch verhandelt werden, tatsächlich umgesetzt werden: nämlich den drohenden Wegfall der Kultur als wichtigsten Standort- und Wirtschaftsfaktor der Stadt.
Kultur ist Motor dieser Stadt
„Kultur ist Motor dieser Stadt, die es unbedingt zu erhalten gilt“ bekräftigte auch der Kultursenator Joe Chialo auf der Bühne. Gleichzeitig sprach er von historischen Herausforderungen, die es gemeinsam zu bewältigen gilt; und das nicht nur in monetärer Hinsicht. Die Gegenfrage klang dabei bereits in der Luft: „Wie kann es gelingen, dass der Berliner Kultur nicht die Lichter ausgehen?“ Denn „die Kürzungen allein sind die Herausforderung“ und sie treffen die Kultur mitten in ihr Herzstück: und zwar in ihrer künstlerischen Freiheit.
10 % weniger für künstlerische Freiheit
10 % Prozent sind nicht viel, mögen einige denken. Doch die Wahrheit ließe sich einfach vorrechnen, so Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles: 10 % weniger, bedeuten für Kultureinrichtungen einen massiven Rückgang freier künstlerischer Produktionen. 10% weniger, bedeuten für freie Träger oder freischaffende Akteur:innen sogar den Verlust ihrer gesamten Existenzgrundlage. Es handelt sich folglich nicht um eine kleine Durststrecke, die es gemeinsam durchzustehen gilt, sondern um den Verfall unverzichtbarer kultureller Infrastruktur.
Kultur ist kein Luxus!
„Wie kommt es, dass Kunst sich ständig rechtfertigen muss?“ wurde in diesem Zuge auch gefragt und unmissverständlich klar gemacht, dass der Protest sich ebenso gegen eine Politik richtet, die Kulturförderung formal als freiwillige Leistung festlegt und damit den Erhalt von Kultur und ihrer Vielfalt dem Zufall überlässt. Denn „Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert“, um es mit den Worten von Richard von Weizsäcker zu formulieren.
Das unterstrichen auch die künstlerischen Performances, die es am Protesttag zu sehen gab: „Das unmögliche Theater ist möglich, weil wir die Welt entwerfen, wie sie sein könnte…!“ Kultur ist also der Ort, an dem aus Fiktion Wirklichkeit werden kann. Durch sie entstehen Räume, in denen Menschen sich begegnen und als Gemeinschaft erleben können. Es sind wichtige Orte des Miteinanders und der Sozialisation. Kulturräume sind Schutzräume. Sie sind aber auch Diskurs- und Resonanzräume. Sie ermöglichen Teilhabe und Mitgestaltung und geben auch ungehörten Stimmen eine Bühne. Mit der Kulturellen Bildung trägt der Kultursektor immens zur Erfüllung des öffentlichen Bildungsauftrags bei. Der Abbau von Kultur bedeutet somit nichts anderes als den Abbau von Demokratie, Vielfalt, Innovation und somit auch der Zukunftsfähigkeit der Stadt.
„Es steht viel auf dem Spiel. Aber das Spiel ist noch nicht zuende.“
Darum ist es kein Wunder, dass die Berliner Kulturschaffenden das nicht kampflos hinnehmen wollen. „Es steht viel auf dem Spiel. Aber das Spiel ist noch nicht zu Ende. Wir haben gezeigt, dass wir gemeinsam am Verhandlungstische sitzen und gemeinsam werden wir den Sparkurs korrigieren.“
Die Botschaft der über 1000 Protestierenden war ganz klar: Den Wegfall der Berliner Kultur als Motor der Stadt darf sich unsere Gesellschaft und Demokratie einfach nicht leisten. Die Kürzungen sind nicht hinnehmbar.
Sie machten auch unmissverständlich klar, dass sie nicht nur für eine pulsierende, vielfältige und systemrelevante Kulturhauptstadt einstehen, sondern auch für Soziales und Bildung. Denn es gilt, sich nicht dividieren zu lassen, sondern die Kämpfe gegen alle Kürzungen, die gesellschaftlich nicht hinnehmbar sind, zusammenzuführen. Die Kulturakteur:innen werden weiter protestieren, solange die Kulturfinanzierung am seidenen Faden hängt. Damit in Berlin die Lichter künftig nicht ausgehen!
Auf dem Laufenden bleiben auf Instagram: @berlinistkultur.
Demo gegen die Kürzungen im Kulturbereich am 13.11.2024 ab 10.00 Uhr auf dem Platz des 18. März am Brandenburger Tor
Das Kulturleben ist konstitutiv für demokratisches und friedliches Zusammenleben in Vielfalt. Ästhetische Wahrnehmungsräume und kreativ-künstlerisches Handeln fördern nachweislich die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, öffnen das Denken für Neues und befördern soziales Lernen. Kultur trägt daher essenziell zur Persönlichkeitsentwicklung bei, erweitert unsere Vorstellungskräfte und Gestaltungskompetenzen. Diese Fähigkeiten sind unverzichtbar für ein demokratisches, friedliches Miteinander und gesellschaftliche Teilhabe. Der Erhalt kultureller Infrastrukturen sollte deshalb die absolute Priorität politischen Handelns sein. In Zeiten, in denen öffentliche Diskurse von antidemokratischen Narrativen dominiert werden, die auf Ausgrenzung und Benachteiligung abzielen und Gesellschaft spalten, braucht es mehr denn je kulturelle und künstlerische Prozesse, die Räume eröffnen, in denen Visionen und Erzählungen über ein plurales und solidarisches Miteinander entstehen können.
Durch die geplanten Kürzungen der Berliner Regierung von 10% im Kulturbereich wird die wertvolle Arbeit von Kunst- und Kulturschaffenden für den Erhalt eben dieser demokratischen und solidarischen Gesellschaft massiv bedroht und muss unbedingt verhindert werden. Bitte unterstützt den Aufruf mit:
Ihr könnt/Sie können die Berliner Kultur folgendermaßen unterstützen: