Friedenspreis für die Nato: Ein Treppenwitz

Jana Frielinghaus über die Auszeichnung der Nato mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens

Antikriegsprotest in Washington DC. flickr.

Wenn alle, die je einen Friedenspreis bekommen haben, ihr Leben fortan tatsächlich nur noch dem Kampf gegen Militarisierung gewidmet oder wenigstens von unfriedlichem Tun abgelassen hätten – unser Planet wäre heute vielleicht ein anderer. Ein Ort, an dem die Menschheit Kapazitäten hätte, gemeinsam ihre existenziellen Probleme zu lösen: Erhalt von Lebensraum in der Klimakrise, Energie- und Verkehrswende, Beseitigung von Armut und Hunger. Stattdessen werden unentwegt Leute und Organisationen ausgezeichnet, die in ziemlich unfriedliche Machtkämpfe verwickelt oder gar für illegale kriegerische Akte verantwortlich sind. Und die ihren Teil dazu beitragen, dass heute wieder eine Sekunde der Unbesonnenheit Einzelner reicht, einen Atomkrieg auszulösen. Die Nato ist so eine Organisation, und trotzdem erhält sie den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens, wie die verleihende Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe jetzt mitteilte.

Natürlich gibt es verdiente Friedenspreisträger wie das Internationale Anti-Atomwaffen-Bündnis ICAN oder den Musiker Daniel Barenboim, der 2010 den Münsteraner Preis erhielt – für seinen Kampf um Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern. Aber immer wieder sind solche Ehrungen letztlich politische Einflussnahme, die mit der Förderung ziviler Konfliktlösungen nichts zu tun hat. Die jetzige soll offenbar dem Mantra »Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor« höhere Weihen verleihen. Denn die Nato arbeitet hart an ebenjener Kriegsvorbereitung, während sie Konflikte immer wieder eskaliert, statt ihre Beilegung zu voranzutreiben.

Erstveröffentlicht im nd v. 7.11. 2025
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1195294.westfaelischer-friedenspreis-friedenspreis-fuer-die-nato-ein-treppenwitz.html

Wir danken für das Publikationsrecht.

„1 – 2- 3 — Sahara wird bald frei!“

Für den 6. November hatte ein Solidaritätsbündnis zu einer Aktion vor der Marokkanischen Botschaft in Mitte aufgerufen. An diesem Tag jährt sich zum 50. Mal die Besetzung der West-Sahara durch den marokkanischen Staat, die bis heute mit Unterstützung der an der Fortführung kolonialer Strukturen interessierten imperialistischen Mächte andauert und das Selbstbestimmungsrecht der Sahauris mit Füßen tritt. Auf der Kundgebung vor der Botschaft wurden zahlreiche Solidaritätserklärungen abgegeben und mit der Losung „1 -2 -3 – die Sahara wird bald frei“ der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass dieser Unrechtszustand nicht dauerhaft Bestand haben kann. Auch Kollegen des Arbeitskreis Internationalismus MetallerInnen Berlin haben sich an dieser Aktion beteiligt.

Fotos: Jochen Gester

Kulturell begleitet wurde die Aktion durch Lieder der Befreiungsbewegung Polisario. Auf großen Plakaten wurde stellvertretend für die vielen politischen Gefangenen an das persönliche Schicksal einzelner Menschen aus dem Widerstand erinnert. Natürlich war die Auslandsvertretung Marokkos über diese Aktion nicht glücklich. Da so etwas hier nicht so einfach verboten werden kann, beschloss man dann, die Versammlung in großer Laustärke mit nationalistischem Liedgut und Popmusik zu überdröhnen. Das hatte jedoch nur eine begrenzte Wirkung, da die Organisatoren für eine gute Akkustik gesorgt hatten. Am Anschluss der Kundgebung setzte sich ein Demozug in Bewegung, der zum Auswärtigen Amt am Werderschen Markt führte. Die Wahl dieses Ortes hatte historische wie aktuelle Gründe.

In Vorbereitung durch das Außenministerium des kaiserlichen Deutschland fand vor 140 Jahren unter der Leitung des Reichskanzlers Otto von Bismarck die Kongokonfernez statt, in der die Aufteilung Afrikas beschlossen wurde. Über dieses Kapitel auch des deutschen Imperialismus heißt es in einem Beitrag der „Deutschen Welle“ („Als in Berlin Afrikas Schicksal beschlossen wurde“):

„Fünf Meter hoch war die Wandkarte, die den Tagungsort im Berliner Reichskanzlerpalais beherrschte. Ein Abbild des afrikanischen Kontinents, klar umrissen, Flüsse, Seen, einige Ortsnamen – und viele weiße Flecken. Vertreter von 13 europäischen Staaten sowie der USA und des Osmanischen Reiches waren der Einladung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck nach Berlin gefolgt. Es ging darum, die „Handelsfreiheit“ im Einzugsgebiet der Flüsse Kongo und Niger zu regeln – was nichts anderes bedeutete, als Afrika mithilfe des Völkerrechts in Beschlag zu nehmen. Als die Konferenz am 26. Februar zu Ende ging, hatten die Teilnehmer die Grundlagen geschaffen, um den Kontinent untereinander aufzuteilen. Diejenigen, die dort lebten, wurden nicht gefragt. Afrikaner waren zu der „Kongo-Konferenz“ nicht geladen. Das Schlussdokument, die „Kongoakte“, wurde zum Fundament der Kolonialisierung. Die neuen Herren Afrikas tranchierten in den Jahren danach den Kontinent nach eigenem Gusto: Mal dienten Gebirge und Flüsse als Grenzlinien, mal waren es Längen und Breitengrade. Oder man zog die Grenzen einfach mit dem Lineal.“

Der klassische Kolonialismus ist Geschichte. Doch die ihm zugrunde liegenden Herrschaftsstrukturen haben überdauert. Sie offenbaren sich auch in der heutigen Außenpolitik Deutschlands im Nahen Osten. Dem widmete sich u.a. der folgende Redebeitrag, der vor dem Außenamt gehalten wurde und den wir mit freundlicher Genehmigung hier gerne abdrucken.

Am 6.11.2025 jährt sich der sogenannte Grüne Marsch tausender Marokkaner in die Westsahara zum 50igsten Mal. Bis heute wird der Öffentlichkeit dieser Grüne Marsch als „friedliche Bewegung“ selbstverantwortlicher Siedler verkauft.
In Wahrheit aber wurde der Marsch begleitet von brutalen Bombardierungen mit Phosphor und Napalm auf die flüchtende Sahaharauis. Die Bevölkerung muss auch wegen der begangenen Greueltaten der marokkanischen Armee aus den Städten fliehen. Sie fanden Zuflucht in Lagern bei Tindouf in Algerien, wo sie bis heute leben müssen.

Ebenfalls bis heute unterdrückt das marokkanische Besatzungsregime die saharauische Bevölkerung in den besetzten Gebieten mit brutaler Gewalt. Menschen verschwinden ohne Anklage für Jahre in geheimen Gefängnissen. Journalisten werden auf offener Straße zusammengeschlagen, westlichen Journalisten, NGOs, Abgeordneten und Menschenrechtsaktivist*innen wird es verwehrt in die besetzten Gebiete zu reisen, um von dort zu berichten.

Es herrscht ein von Marokko verhängtes Nachrichtenembargo.
Und dies unter den Augen der UN Mission Minurso, die es seit 1991 in den besetzten Gebieten gibt, um ein vereinbartes Referendum durchzuführen. Was bis heute nicht geschehen ist.

Unter den Augen der UNO, der europäischer Regierungen und natürliche auch unter den Augen deutscher Konzerne wie u.a. Heidelberg Zement und Siemens, werden täglich die Menschenrechte verletzt.

Im Februar 2022, nach Beginn des Krieges in der Ukraine, reiste die damalige Außenministerin Annalena Baerbock nach Marokko. Sie wurde dort von ihrem Amtskollegen Naser Bourita begrüßt. Er versprach einen Neustart der Beziehungen zwischen Marokko und der Bundesrepublik Deutschland. Marokko hatte 2021 ihren Botschafter aus Deutschland abgezogen, nachdem deutsche Diplomaten gefordert hatten, dass Marokko sich an den UN-Friedensprozess für die Westsahara halten möge.

In einer gemeinsamen Erklärung nach Abschluss der Gespräche konnte man nun lesen, dass „Deutschland den 2007 vorgestellten Autonomieplan als ernsthafte und glaubwürdige Bemühung Marokkos und eine Grundlage, um zu einer Einigung beider Seiten zu kommen“.

Auch der derzeitige Verteidigungsminister Wadepfuhl möchte die von Annalena Baerbock eingeleitete Diplomatische Annäherung weiter fortsetzen. Zu diesem Zwecke telefonierte er im Juli 2025 mit seinem Amtskollegen Bourita. Sie besprachen dabei, dass sie ihre Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft, Energie, Beschäftigung und Migration weiter fortsetzen. Dabei ist ihnen der Bereich Energie, Erzeugungspotential für grünen Wasserstoff für die sog. Energiewende, besonders wichtig.

Aktuell ist die Firma NORDEX, mit Sitz in Hamburg, einer der weltweit größten Hersteller von Windturbinen dort involviert. Diese Investitionen gilt es für die Bundesregierung natürlich zu schützen. Auch bei der Zusammenarbeit von Bekämpfung von Migration spielt Marokko für die Europäer, auch für Deutschland, eine wichtige Rolle. Solange die Europäer und auch Deutschland Marokkos Politik gegen die Westsahara unterstützen, sorgt Marokko dafür, dass die Flüchtlinge in Afrika bleiben. Der Preis für diese Politik sind die Menschen in der besetzten Westsahara und in den Lagern in Algerien.

Da wundert es nicht mehr, dass auf Nachfrage der damaligen Abgeordneten der Linken, Sevim Dagdelen die Bundesregierung 2022 angeblich keine Kenntnisse darüber hatte, ob die völkerrechtswidrige Besetzung der Westsahara nur durch Androhung bzw. Anwendung von Gewalt aufrechterhalten wird.

Die deutsche Bundesregierung verschließt ihre Augen bis heute und bleibt stumm angesichts von unrechtmäßiger Ausbeutung der Ressourcen, Enteignungen und systematischer Repression. Sie protestiert nicht, wenn Abgeordnete, Journalist*innen, Menschenrechtsaktivist*innen in die Einreise in die besetzte Westsahara verwehrt wird. Sie schweigt, wenn Marokko permanent gegen das Urteil des EugH vom Oktober 2024 verstößt und die Westsahara kontinuierlich ausbeutet. Sie schweigt wenn Menschen in Knästen verschwinden, sie schweigt gegen die systematische Unterdrückung, der anhaltenden Folter und Verweigerung medizinischer Versorgung in den Knästen, die von UN Gremien als Folter verurteilt werden. Sie begibt sich mit all dem in direkte Komplizenschaft mit dem marokkanischen Regime.
Wir stehen heute hier um das Auswärtige Amt ihrer Komplizenschaft anzuklagen. Sie wissen ganz genau, was in der Westsahara täglich passiert. Die Marokkanische Regierung ignoriert systematisch die Beschlüsse der UNO. Wer dazu schweigt, macht sich mitschuldig an Ausbeutung, Folter und Unterdrückung.

Wir nehmen dieses Schweigen nicht mehr hin. Wir stehen heute hier und an anderen Tagen an anderer Stelle.
Wir sagen klar, die Saharauis haben das Recht auf Selbstbestimmung. Wir sagen dies hier und heute und morgen an einem anderen Ort.

Verklärung der angeblich kriegswilligen Ukrainer im Westen

Von Florian Rötzer

Bild: pixabay

Die Ukraine wird von vielen im Westen verklärt. Die Bevölkerung würde todesmutig oder kriegstüchtig gegen die Russen kämpfen, um die Souveränität der Ukraine, deren territoriale Integrität oder gar die Freiheit, auch die Europas, zu verteidigen. So wird hierzulande die Notwendigkeit der Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen Russland begründet. Weil das auf die Dauer nicht mehr einleuchtend war, ging man dazu über, Russland zu unterstellen, auch die Nato angreifen zu wollen, wenn die Ukraine nicht die russischen Truppen bindet. Die Ukraine wäre dann genau der aufgerüstete Nato-Vorposten, den Russlands Regierung fürchtete.

Jetzt wissen wir im Westen nicht mehr, ob wir Kiew als eine Art Söldnerstaat unterstützen sollen, um uns zu retten, bis wir aufgerüstet haben, oder weil wir das Völkerrecht verteidigen, auch wenn wir bei Israel im Gazastreifen oder bei den USA gegen Venezuela oder Kolumbien die Augen lieber verschließen sollen. Angeblich werden Deutschland, die EU und die Nato, aber eben auch die Freiheit, das Völkerrecht oder … in der Ukraine verteidigt, wie das zuvor auch am Hindukusch der Fall gewesen ist.

Aber es ist ja keineswegs so, dass alle Ukrainer ihr Land unbedingt verteidigen wollen. Millionen sind geflohen, auch wehrpflichtige Männer, denen die Ausreise verboten wurde, weil man in Kiew schon wusste, dass es bald zum Zwang kommen würde, wenn das Potenzial der freiwilligen Kämpfer erschöpft ist. Mindestens seit einem Jahr werden die kriegsunwilligen Männer auf den Straßen von Fangkommandos gejagt und mit Gewalt verschleppt, wie das auch gerade die schwer bewaffneten, neuerdings auch mit Gesichtserkennung auf ihren Smartphones ausgestatteten ICE-Agenten in den amerikanischen Städten machen.

Die Unterstützer der Ukrainer schauen darüber in der Regel hinweg, der herumgereichte Präsident Selenskij verliert kein Wort darüber, da es kaum zu begründen ist, wenn die angebliche Freiheit von Menschen verteidigt wird, die das nur unter Zwang im Rahmen einer Repressionsmaschine machen. Es werden auch schon zur Täuschung Krankenwagen eingesetzt. Der Widerstand gegen die Militärkommissare als Häscher breitet sich aus. Eingefangene werden von Passanten befreit, manche gehen auch mit Waffen gegen die Militärkommissare vor.

Stanislaw Bunjatow (Osmán), Bataillonskommandant der rechten Freiwilligeneinheit „Aidar“, plädiert für die Wehrpflicht: „Fast niemand meldet sich mehr freiwillig zum Militär – nicht einmal für Positionen als „Administratoren“ in Einheiten mit den höchsten Dienstgraden, weil die Menschen den gewohnten Komfort des zivilen Lebens nicht aufgeben wollen. Wären die Brigaden nur lückenhaft und die Kommandeure schlecht, wären die 12. Asow-Brigade und die 3. OShBr bis zum Rand gefüllt – aber das ist nicht der Fall.“

Natürlich wird in der Ukraine von den weiterhin Kriegswilligen gefordert, dass man doch endlich auch die Frauen zum Kriegsdienst einziehen soll und dass die Entscheidung, den 18-22-jährigen Männern, die in Deutschland für den Kriegsdienst ausersehen sind, die Grenzen zu öffnen, falsch gewesen sei. Vermutlich hat das Selenskij mit Blick auf das Kriegsende durchgesetzt, damit zum Wiederaufbau auch noch ein paar junge Menschen in der vergreisenden Ukraine da sind, in der die Männer im wehrfähigen Alter dezimiert werden. Deswegen wurde das Rekrutierungsalter auch nur von 26 auf 25 Jahre gesenkt, was im Westen für Irritationen gesorgt hat. Wahrscheinlich sollten damit Eltern bestärkt werden, ihre Kinder nicht schon vor 18 Jahren ins Ausland in Sicherheit zu bringen, was auch massenhaft geschehen war. Gemunkelt wird schon, da der Rückreisewille der geflohenen Ukrainer nicht sonderlich groß ist, dass zum Schrecken der Bandera-Nationalisten möglicherweise Millionen Ausländer ins Land geholt werden müssten, um die Wirtschaft aufzubauen. Das verdankt sich auch der gesunkenen Geburtenrate: „In der Ukraine wurden im ersten Halbjahr 2025 86.795 Babys geboren, während 249.002 Menschen starben“, so der Opendatabot.

Tatsächlich soll es bereits zu einem Exodus der jungen Männer gekommen sein, um sicherzustellen, dass sie dem Kriegsdienst für das Vaterland zu entkommen. Nach dem Telegraph haben in den ersten zwei Monaten nach der Öffnung der Grenze für die jungen Männer bereits an die 100.000 das Land Richtung Polen verlassen, die zum Teil weiter nach Deutschland reisten. Auf dem Arbeitsmarkt soll es deswegen schon zu Engpässen kommen.

Gleichzeitig findet ein Massenexodus aus den Streitkräften statt. Wer von den mit Zwang oder Gewalt Eingezogenen an die Front kommt, versucht, so schnell wie möglich zu desertieren, bevor er verwundet oder getötet wird. Es laufen hunderttausende von Strafverfahren gegen Deserteure. Oft melden die Kommandeure die Deserteure nicht, möglicherweise auch, um den Sold wie bei den Gefallenen weiter zu kassieren. Die „Neuen“ werden als Kanonen- oder besser: Drohnenfutter nach vorne an der Front geschickt. Es scheinen viele Einheiten kaum mehr Soldaten und nur noch Offiziere zu haben: „Einige Bataillone der ukrainischen Armee haben fast keine Soldaten: Von 120 Soldaten sind nur sieben Infanteristen, der Rest sind Kommandeure oder Signalmänner“, sagte sogar Ruslan Gorbenko, Abgeordneter von der Selenskij-Partei „Diener des Volkes“. Gelegentlich würden auf einen Soldaten 13 Offiziere kommen.

Und dann gibt es noch einen seltsamen Trend in der Ukraine, wo die Behörden versuchen, die russische Sprache mit der russischen Kultur auszulöschen.  Die Rade hatte gerade den Gesetzentwurf zurückgezogen, nach dem die russische Sprache nicht mehr nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen geschützt werden sollte. Der Gesetzentwurf 14120 musste erneut auf Druck der EU zurückgezogen werden, was etwa den Rada-Abgeordneten Nikita Poturajew, Vorsitzender des Ausschusses für humanitäre und Informationspolitik, verärgert: „Wenn man uns darauf hinweist, dass wir wegen der EU-Mitgliedschaft alles so lassen müssen, wie es ist – also tatsächlich der Sprache der kriminellen „russischen Maßnahme“ Sonderschutz zu bieten -, dann stellt sich die Frage: Brauchen wir so ein Europa, und brauchen Sie uns?“

Die stellvertretende Bildungsministerin Anastasia Konovalova musste am Tag der ukrainischen Literatur und Sprache einräumen, dass nach einer Umfrage zunehmend weniger junge Ukrainer Ukrainisch sprechen. Mittlerweile sind es mit 49% weniger als Hälfte. 2022 waren es 46 % und 2023 55 %. Sie hob aber hervor, dass die Kinder zunehmend besser die ukrainische Sprache beherrschen, sie aber weniger benutzen. „Ein Drittel der Befragten begründete dies mit Gewohnheit, 20 % damit, dass zu Hause Russisch gesprochen wird, 13 % gaben an, dass sie außerhalb der Schule kein Umfeld für die Kommunikation auf Ukrainisch haben, und 12 % verwenden die Sprache nicht aufgrund unzureichender Kenntnisse“, berichtet Strana über die Umfrage. 9 % der Kinder sagen überdies, dass die Menschen in ihrem Umfeld Vorurteile gegenüber der ukrainischen Sprache hegen. Da scheint sich gegen die vorherrschende Nationalisierung und Ukrainisierung eine Opposition auszubilden. Dagegen versuchen Abgeordnete mit einem Gesetzentwurf Lehrer, Schüler und Eltern zu verpflichten, dass in der Schule und auch während der Pausen sowie in KIndergärten nur Ukrainisch gesprochen wird. Englisch, andere EU-Sprachen und Sprachen von Minderheiten würden davon ausgenommen sein.

Erstveröffentlicht im Overton Magazin v. 31.10.2025
https://overton-magazin.de/top-story/verklaerung-der-angeblich-kriegswilligen-ukrainer-im-westen/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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