Blockade der Raffinerien in Frankreich. Aktionstage für Inflationsausgleich, Energiepreisdeckel und Gute Arbeit. Widerstand gegen eine Rentenreform nach deutschem Muster. Was hat das mit uns zu tun und was können wir aus diesen Kämpfen lernen? Über diese Kämpfe und die Lehren für uns wollen wir diskutieren mit Bernard Schmid, freier Journalist und Anwalt in Paris für zahlreiche kritische deutsche und französische Medien.
Im Rahmen zahlreicher Aktionstage haben mehrere aktive französische Gewerkschaften für einen Ausgleich der Krisenkosten und für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen demonstriert. Die Raffinerie-Arbeiter/-innen haben wochenlang die Produktion blockiert. Im Gesundheitswesen fordern die Beschäftigten Entlastung. Im Transportbereich – Eisenbahn, Pariser Nahverkehr und Binnenschifffahrt – werden Lohnkämpfe vorbereitet. Besonderer Widerstand ist gegen die Rentenreform mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters, der Verlängerung der Beitragszeiten und der Absenkung des Rentenniveaus, gerade zu Lasten prekärer Beschäftigter, zu erwarten. Diese Widerstände haben auch Auswirkungen auf die politischen Verhältnisse.
Über diese Kämpfe und die Lehren für uns wollen wir diskutieren mit Bernard Schmid, freier Journalist und Anwalt in Paris für zahlreiche kritische deutsche und französische Medien.
Veranstalter: Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin
Dienstag, 13. Dezember 18:30 Uhr, EG Raum 01
IG-Metall-Haus, Alte Jakobstr. 149, 10969 Berlin-Kreuzberg ( in der Nähe: U-Bahnhof Hallesches Tor)
Die Konferenz will Essenslieferanten aus Deutschland und China (Festland und Hong Kong) zu einem Austausch über Arbeitsbedingungen und Arbeitskämpfe in ihren Ländern zusammenbringen.
Dabei wird berücksichtigt, dass die Zustellung auf unterschiedliche Art geschieht – zu Fuß, mit dem Fahrrad, E-Bike, Moped, Motorrad oder auch Auto.
Der Austausch soll die Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzeigen und die Art und Weise reflektieren, wie sich in diesem Sektor arbeitende Menschen organisieren und wie sie international zusammenarbeiten. Als Teil der Arbeiterklasse stellt sich die Frage ihrer Organisierung: In Form traditioneller oder anarcho-syndikalistischer Gewerkschaften oder in Kollektiven auch jenseits von Gewerkschaften.
Fragestellungen:
a) Wie hat sich die Essenslieferindustrie in Festland-China, Hong Kong und Deutschland in den letzten Jahren entwickelt?
b) Wie sehen die Arbeitsbedingungen von Essenslieferantenin Festland-China, Hong Kong und Deutschland aus?
c) Wie haben sie Arbeitskämpfe ausgefochten und Organisationsstrategien entwickelt?
d) Was sind dabei ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den zweiLändern?
Programm
Samstag, den 10. Dezember, 09:00 – 13:30 Uhr,
Konferenzsprachen sind Englisch und Chinesisch mit Simultanübersetzung
09:00
Welcome by the convenors Overview of the delivery industry and the platform economy worldwide by Simon Schaupp, University of Basel
09:20 09:35 09:50
Overview on China: Food Delivery Platforms and Workers in a Strong State by Lee Yu, Researcher of platform labor in China,Hong Kong Overview on the situation in Hong Kong by Au Gaawing, Riders‘ Rights Concern Group, Hong Kong, Overview on the situation in Germany by Simon Schaupp, University of Basel Followed by questions and comments from participants
10:30
Break
11:00 11:30
Reports on working conditions and labour disputes from activists: A delivery worker from mainland China Followed by questions and comments from participants Siutong on Food Panda delivery workers‘ struggle in Hong Kong Followed by questions and comments from participants
12:00
Short break
12:15
12:45 13:30
Elmar Wiegand (Flink, Action against Labour Injustice) Cologne Delivery worker from Gorilas, Berlin Followed by questions and comments from participants Final open discussion + closing remarks End of the conference
Erbeten wird eine schriftliche und verbindliche Anmeldung per e-mail für die Teilnahme an der Online-Konferenz unter Angabe von Namen, Adresse, ggf. Organisationzugehörigkeit und e-mail bis spätestens Donnerstag den 8.12.2022an Peter Franke, forumarbeitswelten@fuwei.de
Die Teilnahme wird schriftlich bestätigt und ein Zugangscode kurz vor der Konferenz verschickt.
Über das Kritisches China-Forum
In der polarisierten Debatte zu Entwicklungen in China und seiner Rolle in den Verschiebungen und Umbrüchen in der kapitalistischen Weltordnung kommen differenzierte Analysen häufig zu kurz. Wir wollen in die politische Diskussion emanzipatorische, internationalistische Positionen einbringen und solidarische Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Es geht darum, sowohl die Vorurteile im „Westen“ gegenüber China als auch die Herrschaftsverhältnisse, die kapitalistische Ausbeutung sowie die Naturzerstörung in China zu thematisieren. Wir wenden uns dabei gegen Rassismus, Chauvinismus, schlichtes Schwarz-Weiß-Denken und militärische Eskalation, die im Zuge der wachsenden Weltmarktkonkurrenz und geopolitischen Machtkonfrontationen an Bedeutung gewinnen und derzeit staatliches Handeln prägen.
Wir bieten eine Informationsplattform an und organisieren öffentliche Diskussionsveranstaltungen zu China. Wir beschäftigen uns unter anderem mit Arbeitsbeziehungen, sozialen Bewegungen, Geschlechterverhältnissen, Umweltpolitik und internationalen Beziehungen. Im Forum haben bisher u.a. Mitarbeiter*innen der Universitäten Erfurt, Kassel, Köln, Leipzig, Passau sowie der HU Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der NGO PowerShift sowie Mitglieder von gongchao.org, des Forum Arbeitswelten, der IG Metall, der IG BCE und der GEW mitdiskutiert.
Bild: Treffen der Brasilien-Soligruppen der IG Metall 2018 in Frankfurt
Mit der Wahl des 77 Jahre alten Luiz Inácio Lula da Silva am 30. Oktober 2022 als Präsident in Brasilien, werden hohe Erwartungen verknüpft. Lula war in den 70er Jahren Gewerkschaftsführer und 2003 bis 2011 Präsident. Nun geht es für die Welt um die Rettung des brasilianischen Regenwaldes, für die Brasilianer/-innen um eine soziale Politik gegen die Armut und um Rechte der indigenen Bevölkerung. Beginnt nun eine neue Zeit?
Der Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin lädt ein zu einer Teams-Videokonferenz mit Andreas Behn, Leiter des Regionalbüros der Rosa-Luxemburg-Stiftung für Paraguay und Brasilien und Regionalbüro Brasilien und Cono Sur in São Paulo. Andreas Behn lebt seit vielen Jahren in Brasilien und ist ein profunder Kenner der Lage.
Es geht in der Videokonferenz um Fragen wie:
Was bedeutet die Wahl Lulas für die Gewerkschaften und die Beschäftigten in Brasilien?
Und: Haben sie berechtigte Hoffnungen auf eine Verbesserung ihrer Lage?
Wann? Donnerstag, 17. November, 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr