Israel soll Aktivisten mit deutschem U-Boot angegriffen haben

Neue Erkenntnisse zu Brandsätzen auf die internationale Gaza-Flottille in Tunesien

Von Matthias Monroy

Bild: Screenshot You Tube Video

Israels Marine umfasst nur rund 50 Schiffe und Boote, gilt aber als hochmodern – und ein erheblicher Teil dieser Schlagkraft stammt aus Deutschland. Alle sechs U-Boote der »Dolphin«-Klasse wurden in der Bundesrepublik gebaut; weitere U-Boote der offensiven »Dakar«-Klasse sind bestellt. Auch alle neueren israelischen Korvetten kommen aus der deutschen Werft ThyssenKrupp Marine Systems. Kritiker verweisen darauf, dass die Über- und Unterwasserschiffe auch im Gaza-Krieg eingesetzt werden könnten. Aussagen von Betroffenen über den Beschuss palästinensischer Küstengebiete durch Militärschiffe nähren diesen Verdacht – den die israelische Regierung aber bestreitet.

Ein Bericht der US-amerikanischen Nachrichtensendung CBS News rückt die aus Berlin genehmigten Lieferungen in ein noch brisanteres Licht: Unter Berufung auf US-Geheimdienstquellen berichtet der amerikanische Sender, dass Anfang September die Drohnenangriffe auf Schiffe der internationalen Gaza-Flottille von Anfang September, die bis dato keinem Urheber klar zugeordnet werden konnten, von einem israelischen U-Boot ausgingen. Zu diesem Zeitpunkt ankerten die Aktivist*innen – unter ihnen auch Deutsche – im tunesischen Hafen Sidi Bou Said.

Organisiert von der Global Sumud-Initiative, wollten insgesamt rund 400 Menschen mit der Flottille die israelische Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen und Hilfsgüter liefern. Am Mittwoch hatte Israels Marine fast alle der rund 50 Schiffe in internationalen Gewässern auf der Höhe Ägyptens aufgebracht und die Besatzungen entführt. Ein großer Teil der festgenommenen Besatzungsmitglieder wurde von den israelischen Behörden bereits ausgewiesen. Laut Auswärtigem Amt sind 14 Deutsche der Global Sumud Flotilla in Israel in Haft. Nur ein Boot konnte in die von Israel kontrollierten Gewässer vor Gaza einfahren; was mit der von Israel ebenfalls verschleppten Crew geschehen soll, ist unklar.

Die in Tunesien mutmaßlich von einem U-Boot aus gestarteten Drohnen hatten Brandsätze auf die Schiffe »Family« (unter portugiesischer Flagge) und »Alma« (unter britischer Flagge) abgeworfen. Zwar konnten die daraufhin entstehenden Brände gelöscht werden und niemand kam zu Schaden. Sofern diese Taten aber tatsächlich von Israel – und damit einem ausländischen Akteur – verübt wurden, wäre dies eine eindeutige Verletzung tunesischer Hoheitsrechte. Zudem ist der Einsatz von Brandwaffen gegen zivile Ziele nach internationalem Recht grundsätzlich verboten.

Sofern diese Taten tatsächlich von Israel verübt wurden, wäre dies eine eindeutige Verletzung tunesischer Hoheitsrechte.

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Aktivist*innen der Global Sumud-Initiative erklärten, die Attacken hätten nicht nur Menschenleben gefährdet, sondern seien auch ein Versuch gewesen, ihre Mission einzuschüchtern. Israel nahm offiziell keine Stellung gegenüber CBS. Tunesische Behörden bestreiten die Darstellung und erklärten, das Feuer sei möglicherweise durch einen Defekt ausgelöst worden. Pro-israelische Stimmen führten einen unsachgemäßen Umgang mit Signalpistolen an – diese Darstellung wird auch von einem grünen-nahen deutschen Militärblogger kolportiert.

Der Bericht zum möglichen Einsatz eines deutschen U-Bootes gegen die Gaza-Flotille ist auch im Hinblick auf die Ausfuhr eines sechsten und letzten der »Dolphin«-Klasse von Bedeutung: Für das von ThyssenKrupp in Kiel fertiggestellte »Drakon« liegen laut dem Vorstand des deutschen Rüstungskonzerns alle nötigen Genehmigungen vor. Die Bundesregierung widerspricht dieser Darstellung jedoch – falls dies stimmt, könnte der Beschuss der Gaza-Flotille mit Drohnen diese Haltung bekräftigen. Denn Anfang August hatte die Bundesregierung angekündigt, keine Genehmigungen mehr für Rüstungsexporte zu erteilen, die in Gaza eingesetzt werden könnten.

Bereits im Mai war eine andere maritime Hilfsmission auf dem Weg nach Gaza angegriffen worden: Anfang Mai wurde die »Conscience«, ein Schiff der Freedom Flotilla Coalition, vor Malta mit einem Sprengsatz aus der Luft beschädigt. Vier Menschen wurden verletzt; die Explosionen rissen ein Loch in das Deck des Schiffes. Ob es sich um eine Drohne handelte, blieb unklar; auch der mögliche Startpunkt des Flugkörpers konnte nicht nachgewiesen werden. Dennoch liegt nahe, dass Israel hinter dem Angriff stand.

Wenige Stunden vor dem Einschlag war ein Transportflugzeug des israelischen Militärs mit unklarer Absicht in den Luftraum von Malta eingedrungen – in dortigen Küstengewässern befand sich später die »Conscience«. Technisch ist es möglich, dass diese C-130 Hercules eine Drohne in der Luft »geparkt« hat, die das Schiff zu einem späteren Zeitpunkt angriff. Solche »herumlungernde Munition« wird vom israelischen Rüstungskonzern Uvision hergestellt – und von Rheinmetall in Lizenz vermarktet.

Der Düsseldorfer Konzern wirbt auf seiner Webseite mit dem Abschuss von Kamikaze-Drohnen der »Hero«-Familie von C-130-Flugzeugen. Deren Fähigkeit bestehe darin, »sich über einen längeren Zeitraum unbemerkt im Luftraum über dem Zielgebiet aufzuhalten, um dann lageangepasst zu wirken«. Ob die »Conscience« wirklich von einer »Hero« getroffen wurde, ließe sich aber nur anhand von gefundenen Trümmern bestimmen.

Erstveröffentlich im nd v. 5.10. 2025
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1194491.gaza-flottille-israel-soll-aktivisten-mit-deutschem-u-boot-angegriffen-haben.html

Wir danken für das Publikationsrecht.

Presseerklärung: Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion ruft am 12.10.2025 zur Großdemo auf 

Demo gegen Rüstungsproduktion und Kriegskurs in Berlin

Sonntag, 12. Oktober 14 Uhr , Nettelbeckplatz 13347 Berlin

Nähe S-/U-Bahnhof Wedding

Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin und Arbeitskreis Internationalismus Metaller:innen Berlin rufen zur breiten Beteiligung an der Demonstration am 12. Oktober auf und unterstützen den Aufruf des Bündnisses gegen Waffenroduktion in Berlin! 

Gewerkschafter:innen von IG Metall, GEW, Verdi., IG BAU treffen sich ab 13:45 Uhr Ecke Lindower Straße/ Nettelbeck Platz!

PRESSEMITTEILUNG 06.10.2025

Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion ruft am 12.10.2025 zur Großdemo auf 

Das Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion ruft am 12.10. zu einer Demonstration auf, um ein Zeichen gegen die Aufrüstung und die Wehrpflicht zu setzen. Insbesondere soll Druck aufgebaut werden gegen die Ausbreitung von Militarismus und Rüstungsproduktion in Berlin – wie aktuell bei der Umstellung des Pierburg-Werks im Wedding durch Rheinmetall. Dort sollen ab Mitte 2026 Teile für Panzermunition gefertigt werden. 

Am Nettelbeckplatz soll es um 14 Uhr zunächst eine Auftaktkundgebung mit einigen Redebeiträgen geben. Die Demonstration zieht dann über den Nettelbeckplatz, die Müllerstraße, zur Abschlusskundgebung am Kurt-Schumacher-Platz.

Das Bündnis setzt sich aus politischen Gruppen, Jugendorganisationen, Gewerkschafter:innen sowie Einzelpersonen zusammen.

Es hat sich gegründet, um der Waffenproduktion von Rheinmetall im Wedding etwas entgegen zu setzen und gegen die größte Aufrüstung Deutschlands seit dem 2. Weltkrieg Widerstand zu leisten.

„Wir als Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion werden nicht akzeptieren, dass in Berlin Waffen produziert werden, die in Kriegen und im Genozid in Gaza eingesetzt werden. Deswegen waren wir am 10.5. auf der Straße und werden am 12.10. wieder auf der Straße sein, diesmal kraftvoller und mit noch mehr Leuten“, sagt Niklas Graßmann, ein Sprecher des Bündnisses.

Die Route der Demo führt durch einige Weddinger Kieze und mündet schließlich am Kurt-Schumacher-Platz in der Nähe der Julius-Leber-Kaserne.

Die Orte sind bewusst gewählt: Um ein Zeichen sowohl gegen die Waffenproduktion im Wedding als auch gegen die geplante Wehrpflicht und somit gegen die erhebliche Erhöhung der Zahl aktiver Soldat:innen zu setzen.

Ab Juli 2026 will Rheinmetall ihren Standort im Humboldthain komplett auf die Produktion von Teilen der 155 mm Artillerie Munition umstellen. Das wäre seit 1945 das erste Mal, dass bei uns im Kiez wieder Rüstungsgüter hegestellt werden, die weltweit in Kriegen eingesetzt werden sollen, womit der Wedding zusätzlich zu einem Angriffsziel gemacht wird.

Noch vor einem Jahr wurde dem Pierburgwerk in Berlin Wedding eine glänzende Zukunft durch den Umstieg auf Produktion im Bereich Umwelttechnologie prophezeit. Mit der Umsetzung der Zeitenwende kommt nun alles anders. Investitionen in Umwelttechnolgie, das war gestern. Die Mitarbeiter:innen werden nicht gefragt, wem die Produktionsanlagen gehören oder was produziert wird. Es gäbe kein Problem mit dem Erhalt der Arbeitsplätze, wenn für die Konversion zu anderen gesellschaftlich und ökologisch sinnvollen Produkten nur annähernd gleiche Förderungsbedingungen wie für die Rüstungsindustrie bestünden. Das Bündnis fordert den Erhalt der Arbeitsplätze durch Konversion zur Produktion gesellschaftlich sinnvoller Produkte.

Statt die eigentlichen Probleme wie Armut, die unzumutbaren Zustände in Krankenhäusern oder ein überholtes Schulsystem anzugehen, gibt unsere Regierung Milliarden für Aufrüstung und Kriegsbereitschaft aus.

Während Deutschland kriegstüchtig gemacht werden soll, wollen die jungen Leute nicht für diesen Staat im Krieg sterben und ihr Leben dem Militär verschreiben. Statt daraus den Schluss zu ziehen, dass ein kriegstüchtiges Deutschland nicht im Interesse der Jugend ist, wird weiter lautstark über eine neue Wehrpflicht diskutiert. Die Demo am 12.10. soll auch diesem Projekt entschieden entgegentreten.

Für weitere Informationen und Interviewanfragen, wenden Sie sich bitte an: GegenRheinmetallAmHumboldthain@proton.me

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion

Drohnenpanik: Wer steckt dahinter?

Von Florian Rötzer

Bild: pixabay

Panische Aufregung herrscht oder wird vielmehr derzeit geschürt über Drohnen, die über Nato-Ländern kreisen und Russland zugeschrieben werden, auch wenn es dafür noch keine Beweise gibt. Mitunter ist auch unklar, ob wirklich Drohnen gesichtet worden sind. Das wird von Regierungen und der EU mächtig aufgebauscht, obgleich solche Drohnenflüge keineswegs neu sind und auch schon früher geschehen sind. Es scheint darum zu gehen, die EU in einem von Russland aufgezwungenen hybriden Krieg zu sehen, der Einheit und militärische Antworten verlangt, weil Russland angeblich Krieg nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch gegen den Westen führt, um die Kriegsmüdigkeit zu bekämpfen. Die Drohnen kamen gelegen, nachdem die vorher beschworene russische-belarussische Militärübung Zapad 2025 keinerlei Provokation mit sich brachte und der Sommer nicht der letzte vor dem prophezeiten Krieg war.

So waren Drohnenschwärme auch in den USA stundenlang über Stützpunkten sichtbar und provokativ gekreist. 2023 flogen beispielsweise Schwärme von bis zu 6 Meter langen, wie ein Auto großen, teils beleuchteten Drohnen in der Höhe von 1000 oder 1200 Metern regelmäßig 17 Tage hintereinander eine Stunde nach Sonnenuntergang über ein Gebiet in Virginia mit der höchsten Dichte an Militäreinrichtungen wie die Langley Air Force Base. Das Pentagon weiß nicht, wer die Drohnen, die elektronisch nicht gestört werden können, steuert und offenbar auch nicht, wo sie wieder gelandet sind und eingesammelt wurden. Das Militär darf sie nicht abschießen, weil dies Menschen gefährden könnte. Von russischen Booten vor der Küste dürften sie jedenfalls nicht gekommen sein.

Auch wenn es noch keine Beweise dafür gibt, dass die Drohnen über Flughäfen, Militäranlagen oder kritischer Infrastruktur irgendwie von Russland betrieben werden, wird unterstellt, dass dies vermutlich der Fall ist. Eine suggestive Variante ist die sybillinische Aussage von Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, es handele sich um den „schwersten Angriff auf dänische Infrastruktur“ und man könne es nicht ausschließen, dass es russische Drohnen sind, wobei damit nur Russland anvisiert wird, aber keine anderen Möglichkeiten erwogen werden. Schließlich, so Frederiksen, gebe es nur ein Land, das Dänemark bedroht. Der dänische Militärgeheimdienst sieht Dänemark und die Nato einer „hybriden Bedrohung“ von Russland ausgesetzt. Die Gefahr von Sabotage und militärischen Provokationen sei hoch, die von „bösartigen Beeinflussungsoperationen“ gering und die von „konventionellen“ militärischen Angriffen nicht existent.

Die EU müsse weiter aufrüsten, hart auf Provokationen reagieren, beispielsweise auch Flugzeuge abschießen, die den Luftraum verletzen, und an der Ostflanke einen „Drohnenwall“ errichten, der mindestens von den baltischen Staaten nach Dänemark und Deutschland reicht und Drohnen abwehren soll, ohne dabei mit Kanonen, also teure Raketen, auf Spatzen, billige Drohnen, zu schießen, die noch dazu nur Täuschdrohen sind, wie dies im Fall von Polen der Fall gewesen sein könnte. Allerdings sieht man in Russland und in der Ukraine, wie schnell Abwehrmaßnahmen durch neue Taktiken und Techniken außer Kraft gesetzt werden können – und dass lange Grenzen oder Frontlinien kaum vollständig zu überwachen sind, zumal wenn Hunderte oder Tausende von Drohnen angreifen sollten. Israel und die Ukraine haben auch gezeigt, dann Angriffe auch mit ins gegnerische Land gebrachte Drohnen ferngesteuert gestartet werden können. Russland und die Ukraine mussten auch erkennen, dass nicht alle möglichen Ziele der kritischen Infrastruktur im Landesinneren (ausreichend, wenn überhaupt) geschützt werden können.

Man muss auch bedenken, so wird aus der Ukraine gewarnt, die ja Vorbild in der Drohnenabwehr sein soll, dass es nicht nur um den Erwerb von Abfangdrohnen, Jammern oder anderen Antidrohnensystemen geht, sondern um die ganze Infrastruktur, die an der gesamten Grenze und im Inneren der Länder für eine wirksame Abwehr vorhanden sein müsste: angefangen vom Personal und dessen Ausbildung, den Bodenstationen und mobilen Antidrohneneinheiten, Startrampen für Drohnen, Jammern etc. Berichtet wird auch gerade von einer „Drohnen-Lücke“, weil die Abschussraten modifizierter russischer Shahed-Drohnen deutlich gesunken sind, in der Region Tschernihiw sollen fast keine Shaheds mehr abgeschossen werden. Sie sollen nun auch, ausgestattet mit Kameras und Fernsteuerung bewegliche Ziele angreifen können, und sie fliegen schneller und höher, im Schwarm können sie die Luftverteidigung effizienter überwältigen. Selbst wenn über 86 Prozent der Shahed-Drohnen, so das ukrainische Militär, abgeschossen werden, erreichen 13 Prozent ihr Ziel – Tag für Tag. Seit einiger Zeit wird auch deutlich, dass Russland die Patriot-Systeme mit Iskander- und Kinshal-Raketen austricksen kann, die nahe am Ziel abrupt ihre Richtung ändern können.

Auffällig ist, dass die Drohnen bislang nicht abgeschossen oder durch Jammen zur Landung gezwungen und dass auch die Piloten oder Betreiber nicht gefunden werden konnten, dies nicht mitgeteilt oder – Vorsicht: Verschwörungstheorie – gar nicht versucht wurde. Zumindest ist mir bislang kein einziger Fall bekannt, in dem die Drohne gefunden oder der Betreiber festgenommen wurde. Bei den Drohnen kann man sagen, sie seien gegen Jammen abgesichert und es sei zu gefährlich, sie abzuschießen, zumal die Zuständigkeiten nicht geklärt sind. Das lässt Ängste wachsen und Spekulationen gedeihen.

Der ukrainische Journalist Anatolij Sharij, der aus der Ukraine geflüchtet ist, vom Geheimdienst wegen subversiver Tätigkeit verfolgt wird und dessen Partei verboten wurde, bringt eine andere Version ins Spiel. Auf Sharij wurde im spanischen Exil bereits ein Brandanschlag und ein Mordversuch ausgeführt. Im Juni 2025 wurde er vom Stadtgericht Winnyzja wegen Hochverrats in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er angeblich für russische Propaganda Videos von Verhören gefangener Soldaten der ukrainischen Streitkräfte veröffentlicht hatte. Sharij verbreitet jetzt über seinen YouTube-Kanal mit über 3,3 Millionen Abonnenten die Behauptung, dass die ukrainische Regierung die Drohnen über Europa fliegen lasse, um den Konflikt zu eskalieren, Europa in den Krieg zu ziehen, europäisch-ukrainische Rüstungsprojekte zu schmieden und die Menschen in Panik zu versetzen, damit sie zulassen, dass dies geschehen kann.

Beweise dafür hat er nicht, aber seltsam ist doch, dass die Drohnen so demonstrativ und auffällig kreisen und auf ihre Betreiber nicht zurückverfolgt werden können. Ukrainische Soldaten oder Geheimdienstagenten hätten Zugang zu den europäischen Ländern und besitzen die Drohnen. Er wundert sich in der Tat zurecht, dass in Medien nicht einmal Überlegungen angestellt werden, wer außer den Russen hinter den oder hinter manchen Flügen stecken könnte. Für Sharij liegt der ukrainische Geheimdienst nahe, er schreibt auf X:

„Nach der Ermordung des russischen Piloten Kusminow, dem Kiew 500.000 Dollar zu wenig für den Verrat gezahlt hat und der zu viel geredet hat. Nach der Ermordung von Portnow direkt in Madrid. Nach der Sabotage der Nord-Streams. Nach einer Reihe von anderen Operationen, von denen wir nicht einmal wissen.

Nirgendwo im europäischen Fernsehen taucht auch nur die plausibelste Version auf – dass die Drohnen über Europa vom ukrainischen SBU abgeschossen werden. Dass dies einzig und allein zu dem Zweck geschieht, die Bevölkerung einzuschüchtern und Europa zu zwingen, in den Krieg einzutreten, Kiew Geld zu geben, eine ‚Drohnenmauer‘ zu bauen und so weiter. Auf welches Niveau von Dummheit und Angst ist der europäische Journalismus herabgesunken, wenn eine solche Annahme, die im Moment die logischste ist, nicht einmal geäußert wird.“

Das ist in der Tat seltsam. Aber es liegt auch auf der Hand, dass dies als Verschwörungserzählung im Dienst Russlands diffamiert würde, während die ebenfalls unbewiesene Behauptung, Russland sei dafür verantwortlich, als plausibel gilt, weil Russland ja fast hinter allem steckt und man damit rechnen kann, konform mit der offiziellen und Mehrheitsmeinung zu gehen.

Es könnte auch sein, dass die Drohnensichtungen Desinformation sind. So scheinen sie sich in Dänemark als Luftblase zu erweisen. Dazu kommt eine Verschwiegenheit der Behörden, die Genaueres nicht mitteilen wollen. Dass die Drohnen Unsicherheit erzeugen sollen, könnte schließlich nicht nur die Intention Russlands, sondern auch von Nato-Ländern sein. „Es kann frustrierend sein, wenn die Chefs aller Stellen – von der Nationalpolizei bis zum Verteidigungsministerium – und die zuständigen Minister Fragen zu den Drohnenvorfällen mit dem kurzen Hinweis abtun, dass eine Untersuchung im Gange sei und es keine weiteren Kommentare gebe“, heißt es im dänischen Radiosender DR, wo man aber auch nicht allzu kritisch sein will.

Erstveröffentlicht im Overtoin Magazin v. 6.10. 2025
https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/drohnenpanik-wer-steckt-dahinter/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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