Be their voice – and ours!

Für mehr Empathie und Solidarität! – CSD am 22. Juli 23 in Berlin

Das Motto des diesjährigen Christopher Street Day in Berlin ruft auf zu mehr Solidarität und Empathie, die es braucht, um den Traum einer pluralen Gesellschaft zu verwirklichen. Noch immer müssen viel zu viele queere Menschen der LGBTIQA*-Szene auf der ganze Welt für Gleichberechtigung und entsprechende gesetzliche Grundlagen kämpfen. In vielen Teilen der Welt werden diese Menschen kriminalisiert und haben demnach keinen Platz in der Gesellschaft. In Saudi-Arabien, Iran oder manchen afrikanischen Staaten droht ihnen sogar die Todesstrafe. Aber auch im aufgeklärten Europa ist der Kampf für deren Gleichbehandlung noch immer nicht vorbei. Zahlreiche gewalttätige Übergriffe auf queere Personen, Anfeindungen und Diskriminierungen zeigen auf, dass es noch nicht in der Breite der Bevölkerung angekommen ist Solidarität zu zeigen. Die Stärkung der Rechte von Menschen der LGBTIQA*-Community bedeuten gleichzeitig das unermüdliche Engagement für die Stärkung von Menschenrechten weltweit. Lieben und leben zu dürfen ist ein menschliches Grundrecht! Am 22. Juli 2023 zogen hunderttausende Menschen beim diesjährigen Christopher Street Day durch die Berliner Straßen. Nicht nur, um die Liebe und die Solidarität zu feiern, sondern zentrale politische Forderungen zu adressieren. Noch immer wird die queere Community in ihrer ganzen Bandbreite nicht durch Artikel 3 des Grundgesetzes gezielt geschützt und noch mangelt es an institutionellen Strukturen, welche die Rechte queerer Menschen effektiv umsetzen. Das müsse sich dringend ändern. Nicht nur die Politik muss hier aktiv werden, sondern wir alle können dazu beitragen, indem wir auf die Ungleichbehandlung aufmerksam machen. Denn letztendlich führt die Ungleichbehandlung und Ausgrenzung bestimmter Gruppen zur Spaltung von uns Allen. Zum Abschluss des Tages gab es den viel erwarteten Auftritt von Tokio Hotel zu hören und die Worte des Sängers „Ich hoffe, ihr verteilt ganz viel Liebe“ sind vielleicht die zentralste Botschaft. Liebe ist auch politisch. Und wie immer beweist auch dieser Tag wie wichtig der CSD als Sprachrohr für den Kampf für Menschenrechte, und speziell für die Rechte von LGBTIQA*-Menschen, ist und bleibt.

Links:

CSD Berlin Forderungen

Gesetze zur sexuellen Orientierung in der Welt

Climate Realism Exhibition – Klimawandel in Bildern

Kunst, die uns zeigt wie ernst der Klimawandel ist und dass es an uns liegt, ob es Kunst bleibt oder Realität wird.

In Faszination von Natur und Landschaft sind berühmte Kunstwerke von Künstlern wie Gauguin, Van Gogh und Friedrich entstanden. Sie alle zeigen blühende, farbenfrohe und belebte Landschaften, Biotope und Siedlungen und fangen die Schönheit der Natur meisterhaft ein. Sie alle sind Abbild der echten Natur. Doch wie lange dient sie uns noch als Inspiration für Kunst und Malerei? Eine Künstliche Intelligenz hat diese Gemälde auf Zeitreise geschickt und führt uns vor Augen wie diese Bilder aussehen würden, wenn sie im Jahre 2100 nach anhaltendem Klimawandel entstanden wären. Der Anblick ist kein Kunstgenuss und verdeutlicht umso mehr wie erschreckend und real der Klimawandel ist, wie breit gefächert seine Folge für Tier, Mensch und Natur und in welcher Geschwindigkeit seine Folgen uns ereilen, wenn nicht umgehend die intensivsten Klimaschutzmaßnahmen mit jeglicher Konsequenz umgesetzt werden.

Das Stöbern durch die digitale Galerie ist keine Einladung zum Kunstgenuss, sondern eine Bewusstmachung, dass Jeder und Jede einen Beitrag leisten kann und muss.

Hier geht’s zur digitalen Galerie vom WWF.

Quelle: WWF

WIDERSETZEN-DEMO – Gegen den Ausverkauf der Stadt!

Nur leere Versprechungen – an der Wohnraumsituation ist nichts besser geworden

Explodierende Mieten, Zwangsräumungen, Obdachlosigkeit, Verdrängung. Das existenzielle Bedürfnis nach Wohnen wie eine Ware zu behandeln ist seit Jahrzehnten gängige Wohnungspolitik in Berlin. Egal, welche Partei in der Regierung sitzt. Versprochen werden dringend notwendiger Wohnungsbau, Housing First-Maßnahmen zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit und der Ausbau von Sozialwohnungen. Was gut klingt wird in Realität nur halbeherzig, zu wenig und zu langsam durchgeführt, um der realen Wohnungsnot in Berlin wirksam etwas entgegen zu setzen. In einem viel schnelleren Tempo aber werden Zwangsräumungen, Mieterhöhungen umgesetzt und die Umsetzung des Volksentscheids zur Enteignung großer Immobilienkonzerne konsequent blockiert. Während die Politik konstant Allianzen mit den Konzernen schließt und das Grundrecht auf Wohnen dem freien Markt ausliefert, verlieren Menschen unter unwürdigsten Bedingungen ihr Zuhause und wertvolle Kiezkultur geht durch Luxusbau Stück für Stück verloren. Damit verschwinden auch wertvolle soziale Räume für solidarisches und friedliches Miteinander und ein öffentliches Leben, das nicht auf Konsum ausgelegt ist. Die Menschen erleben tagtäglich Erfahrungen der Entfremdung, wenn sie durch ihre Kieze ziehen, die Gesichter der Nachbar:innen nicht mehr erkennen oder sich beim Blick auf die Preisschilder in keine örtliche Einrichtung mehr trauen. Die Gentrifizierung ist längst kein schleichender Prozess mehr, sondern passiert so schnell, dass man nur noch in Sprachlosigkeit verfallen kann. Bekanntes wird rausgeschmissen, ausgetauscht und aufgewertet. Für die Anwohner:innen, ob jung oder alt, bedeutet es den konstanten Verlust der (noch) zugänglichen und ihnen gehörenden Räume.

„Unsere Kieze sind keine Ware. Schluss mit dem Ausverkauf unserer Stadt!“

So weit so schlecht. Doch Berlinerinnen und Berliner müssen diesem Treiben nicht tatenlos zusehen. Gestern rief das Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn zum solidarischen Marsch auf, sich gegen die dreiste Profitgier der Konzerne und die kapitalhörige Politik der Berliner Regierung zu positionieren. Gemeinsam liefen die Teilnehmenden durch die Straßen des Prenzlauer Bergs, an etlichen Wohnungen vorbei, die von Zwangsräumungen bedroht sind. Eine Vielzahl an Menschen und lokaler Bündnisse wie der Jugendtreff Keimzelle, Bündnis gegen Abriss, die Initiative Mieter:innen Gewerkschaft Berlin oder die Initiative Kiezkultur füllten an diesem verregneten Samstag die Straßen. Auf ihrem Weg durch die Straßen des von endloser Gentrifizierung bedrohten Prenzlauer Bergs sendeten sie eine klare Botschaft: „Unsere Kieze sind keine Ware. Schluss mit dem Ausverkauf unserer Stadt!“ Es war ein Appell und eine Ermunterung an alle Mitlaufenden, aber auch aus dem Fenster und am Straßenrand neugierig Schauenden, sich miteinander auszutauschen, zu vernetzen und gemeinsam in Solidarität gegen den Mietenwahnsinn und für eine soziale Stadt einzutreten.

„Das lebenswerte Leben wird uns nicht geschenkt. Wir müssen es uns gemeinsam erkämpfen!“

Protest und Widerstand sind nicht zwecklos, wenn die Menschen ihre Kämpfe zusammenführen und eine starke Gemeinschaft bilden. Der Kampf gegen den Google-Campus in Kreuzberg hat beispielsweise gezeigt, dass Widerstand erfolgreich ist, wenn die Menschen sich zu Vielen zusammentun. Es gibt viele dieser Beispiele, in denen auch Zwangsräumungen verhindert werden konnten. Sie machen Hoffnung und Mut und senden an die Berliner Politik ein wichtiges Zeichen, dass es einen grundlegenden Richtungswechsel in der Wohnungspolitik geben muss, wenn die repräsentativen Volksvertreter:innen ihrer Verpflichtung nachkommen wollen, das Grundrecht auf Wohnen einzulösen. Diese Stimme der Vielen darf nicht verstummen. Wir müssen kontinuierlich dran bleiben, laut bleiben und unmissverständlich klar machen, dass das Recht auf Wohnen nicht verhandelbar ist und nicht verscherbelt werden darf. Gemeinsam in Aktion zu kommen, ist worum es geht. Dafür steht jedes hier vorgestellte Bündnis interessierten Mitstreitenden offen. In jedem Kiez und in jeder Nachbarschaft findet sich mittlerweile ein solcher Zusammenschluss, dessen Aktivitäten man verfolgen und sich auch aktiv einbringen kann. Wir senden alle gemeinsam ein deutliches Signal. Das Unterlaufen und Ignorieren des Volksentscheids und die Vernachlässigung des Baus neuer sozial erschwinglicher Wohnungen sind nicht hinnehmbar!

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