Es ist wie ein Déjà-vu der 1980er-Jahre, in denen die USA in Europa mit der Stationierung der atomaren Mittelstreckenraketen Cruise Missiles und Pershing II einen neuen Rüstungswettlauf einleiteten, der sich dann bis hin zu Enthauptungszenarien der sowjetischen Supermacht steigerte. Europa war zum zukünftigen Schlachtfeld eines Krieges geworden, der auch den Einsatz von Atomwaffen vorsah. Unter veränderten geopolitischen Vorausssetzungen scheint ein ähnliches Bedrohungsszenario heute erneut Gestalt anzunehmen. Dies hat Berhard Trautvetter, seit den 80er Jahren Aktivist der Friedensbewegung, dazu motiviert die folgende Petition aufzusetzen, die stark an die großen Abrüstungsappelle der damaligen Zeit erinnert. Wir wünschen der Initiative viel Erfolg. (Jochen Gester)
Die Anzeichen verdichten sich, dass die USA in naher Zukunft in Deutschland Hyperschallraketen stationieren wollen. Wir appellieren an die Bundesregierung eine Aufstellung von US-Hyperschallraketen in Deutschland zu verhindern. Diese Raketen steigern, wie auch die ebenso unverantwortliche Stationierung der russischen Hyperschallraketen in Kaliningrad, aufgrund ihrer kurzen Flug- und damit faktisch nicht mehr vorhandenen Vorwarnzeit das Risiko eines Atomkriegs aus Versehen. Das Mitteilungsblatt (Bulletin) kritischer Nuklearwissenschaftler stuft die Gefahr eines Atomkriegs ohnehin schon so hoch ein, wie nie seit Hiroshima. Niemand hat das Recht, das völlig unkalkulierbare Risiko des Atomkrieges jemals einzugehen. Schon konventionell bestückt steigern US-Hyperschallraketen auf europäischem Boden im Spannungsfall wegen ihrer Fähigkeit, gegnerische Führungszentralen mit einem Enthauptungsschlag auszuschalten, die Eskalationsgefahr im Vorfeld eines Atomkrieges .
Wir fordern die Bundesregierung auf, umgehend eine Verhandlungsinitiative zwischen den Nato-Staaten und Russland zu initiieren, um die gekündigten Abrüstungs- und Beschränkungsverträge für atomare und konventionelle Waffen- und Trägersysteme unverzüglich zu reaktivieren, so dass ein Atomkrieg aus Versehen oder aufgrund technischer Fehler auszuschließen ist.
Mittelfristig erwarten wir von unserer, der westlichen Seite eine Initiative zu einer weitgehenden Abrüstungsoffensive gemäß der unterzeichneten Verträge wie dem UNO-Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV). Ein erster Schritt dafür ist Deutschlands Unterschrift unter den bereits völkerrechtlich gültigen Atomwaffenverbotsvertrag (AVV).
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