9. April: Antimilitaristische Demonstration in Berlin

Ein Bündnis linker Gruppen hatte am Samstag, den 9. April zu einer antimilitaristischen Demonstration Unter den Linden unter dem Slogan „No war but class war“ aufgerufen. Die Demonstration ging durch die Friedrichstraße bis zum Rosenthaler Platz. Kritische Redebeiträge gegen die geplante Megaufrüstung gab es an einem Werbebüro der Bundeswehr und vor den Parteihäusern von FDP und Grüne/Bündnis 90. Ein Gewerkschafter machte bekannt, dass Arbeiter:innen in verschiedenen Ländern Europa durch Streiks und andere Behinderungsmaßnahmen versuchten haben, Militärtransporte sowohl von NATO-Waffen als auch von russischem Militärgut zu blockieren. Zur Demonstration, an der sich etwa 700 Personen beteiligten, aufgerufen hatten u.a. Berliner Antifagruppen, Klimaaktivist:innen von Ende Gelände, die Initiative „Rheinmetall entwaffnen“, die Jugendorganisation der Partei DIE LINKE sowie verschiedene anarchistische und sozialistische Gruppen.

Dem Aufruf zur Aktion war zu entnehmen, wie sich die Initiatoren in diesem Krieg positionieren:

„Der von der russischen Regierung begonnene Angriffskrieg auf die Ukraine wütet nun bereits seit mehr als einem Monat. Existenzgrundlagen werden zerstört, Zivilist*innen werden ermordet, verletzt oder müssen sich auf die Flucht begeben. … Mit dem Krieg verfolgt Russland geopolitische Ziele und will sich als Großmacht behaupten. Die Ukraine ist sowohl für Russland als auch für die NATO-Staaten als Einflusssphäre von Interesse. Allen imperialistischen Mächten geht es nur darum, in der Konkurrenz zu bestehen und ihren Herrschaftsbereich zu festigen oder auszubauen. Die Antwort auf den Krieg kann daher auch nicht der Ruf nach der NATO oder noch mehr Aufrüstung sein. Wir fordern das sofortige Niederlegen der Waffen, den Abzug aller Truppen und die Abrüstung aller Großmächte. … Als Bündnis stellen wir uns nicht an die Seite dieser Großmächte, die ihre Kriege auf dem Rücken der Menschen austragen. Unsere Solidarität gilt denen, die unter Kriegen leiden, und denen, die gegen sie auf die Straße gehen. Wir unterstützten die Anti-Kriegsproteste in Russland, bei denen Demonstrierende harten Repressionen ausgesetzt sind.

Ein Mitglied des „Internationalen Bündnisses Nordberlin“ rief dazu auf, sich beim traditionellen Berliner Ostermarsch, der am kommenden Samstag um 12 Uhr am Oranienplatz beginnt, am „Wir-zahlen-nicht-für-ihren-Krieg-Block“ zu beteiligen. In einem Beitrag der VVN BdA wurden die Teilnehmer:innen eingeladen, am 9. Mai, dem Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus, gegen Krieg und Nationalismus auf die Straße zu gehen.

Wir danken dem UMBRUCH-ARCHIV für die Überlassung der Bilder.
https://umbruch-bildarchiv.org/willkommen/

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