Kommt zum Gewerkschaftsblock auf der Anti-Kriegs-Demonstration am 11. Juli 2026 um 14 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen
Wir als FU-Beschäftige für eine kämpferische Gewerkschaft fordern alle Kolleg*innen zur Teilnahme an der Anti-Kriegs-Demo am 11.7.2026 im Rahmen der Aktionstage vom 10. bis zum 12. Juli auf und schließen uns dem untenstehenden Aufruf von gewerkschaftlichen Basisinitiativen und Gewerkschaftsaktiven an. Inzwischen unterstützt erfreulicherweise auch die GEW Berlin die Demonstration, ver.di leider nicht. Wir fordern die verantwortlichen ver.di-Gremien auf, nicht länger den Zusammenhang zwischen den aktuellen Angriffen auf sämtliche sozialen Errungenschaften und dem Kriegskurs, der Hunderte von Milliarden verschlingt, zu verschweigen. Das ausschließliche Beschwören der „Verteilungsungerechtigkeit“ dient hingegen der Ablenkung von der Hauptursache der Kürzungspolitik und der Bewahrung des „Burgfriedens“.
Lohnabhängige & Gewerkschaften in die Offensive: Keine Waffenproduktion – gemeinsam gegen Krieg
Liebe Kolleg:innen,
im Wedding stellt Rheinmetall derzeit seine Produktion um. Statt Autoteile sollen unsere Kolleg:innen dort demnächst Munition herstellen – 45 Kilogramm schwere Artilleriegeschosse.
Um Arbeitsplätze zu erhalten, so erzählt man uns, muss auf Kriegsproduktion umgestellt werden. Dabei könnten wir genauso gut unsere Fähigkeiten und unsere Arbeitszeit einsetzen, um für die zivilen Bedürfnisse unserer Mitmenschen zu produzieren.
Wir sind alle von der Krise, den Kürzungen und drohender Arbeitslosigkeit betroffen. Kriegsindustrie und Rüstungsproduktion sind aber keine Lösung.
In vielen Bereichen wird wie im Wedding vorgegangen. Erst wird Druck gemacht, mit Kürzungen & Jobverlust gedroht, und dann wird Kriegsertüchtigung als einziger Ausweg durchgesetzt.
Gleichzeitig werden aber zahlreiche Stellen gestrichen, gerade um die Kriegsvorbereitungen zu finanzieren: Familienzentren, Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Wohnungsbau – die öffentliche Daseinsfürsorge wird zerstört.
Während Rheinmetall Unmengen an Profit einfährt, von dem wir als Gesellschaft ganz und gar nichts abbekommen, sterben weltweit unzählige Menschen an diesen Kriegen.
Die Kriegswirtschaft verschlechtert unser Leben und spült Steuergelder in die Hände reicher Konzernchefs. Von den langfristigen Folgen eines Krieges, in den das zwangsläufig mündet, ganz zu schweigen. Im Kriegsfall wird unsere Nachbarschaft zur Zielscheibe.
An vielen Orten in Deutschland findet momentan eine Umstellung von ziviler Produktion auf Rüstung statt. Viele sind damit nicht einverstanden. Und manche haben den Mut, das laut zu sagen. So gibt es zum Beispiel in den Betrieben bei VW und Ford Widerstand gegen die Umstellung. „Aufrüstung und Kriegswirtschaft sind gegen die Interessen der Kolleginnen und Kollegen und unserer Familien und widersprechen unseren gewerkschaftlichen Zielen“, heißt es in einer Erklärung von IGM-Kolleg:innen bei VW, für die sie zahlreiche Unterschriften gesammelt haben. „Nein zur Kriegswirtschaft – Wir geben unsere Kinder nicht für Kriege!“ lautet wiederum der Titel eines Positionspapiers, dass Vertrauensleute bei den Ford-Werken in Köln auf der IG-Metall-Vollversammlung im Januar 2026 verabschiedet haben. Und auch im Bildungssektor und im gesundheitlichen und sozialen Arbeitsbereich formiert sich immer mehr Protest.
Lasst uns als Lohnabhängige jetzt zusammenhalten, über Berufe und Ländergrenzen hinweg! Unsere Brüder und Schwestern in Frankreich und Italien haben zum Beispiel auch schon viel Erfahrung gesammelt, was wir dagegen tun können. Gemeinsam können wir die Umstellung auf Rüstungsproduktion verhindern ohne in Arbeitslosigkeit und Armut zu rutschen.
Schließen wir uns den Aktionstagen vom 10. bis 12. Juli 2026 im Humboldthain an!
Lasst uns zusammen Alternativen zum Krieg und der weiteren Militarisierung unserer Gesellschaft entwickeln. Gemeinsam, als Anwohner:innen, Kolleg:innen, Gewerkschafter:innen, Auszubildende, Schüler:innen.
Kommt mit uns zur Demonstration am 11. Juli 2026 am Bahnhof Gesundbrunnen.
Erstunterzeichner:innen:
- Kolleg:innen der AG Frieden in der GEW Berlin
- Lukas Schmolzi, FU Berlin, ver.di-Vertrauensperson, 1. stellv. Vorsitzender des Personalrats Dahlem
- Forum Gewerkschaftliche Linke
- Hans Köbrich, IGM Mitglied, ehemals BMW
- Namik Sarikaya, IGM VKL Volkswagen Baunatal
- Suse Ludwig, IGM-Vertrauensfrau, Delegierte Siemens Energy Berlin
Siehe auch:
- Friedenspolitische Resolution der ver.di-Betriebsgruppe FU vom 6. November 2025
- GEW Berlin ruft zur Beteiligung an Demonstration gegen Rheinmetall Fabrik im Wedding auf – Kolleg:innen schließt euch an!
- Radiobeitrag des Berliner Bündnisses gegen Waffenproduktion
