Neue IMI-Studie untersucht Akteure und Strukturen hinter dem politisch forcierten Umbau in eine Metropole der Rüstung.
Vorbemerkung der FORUM-Red.: Im April hat der Berliner Senat aus CDU und SPD in Kooperation mit der Berliner Industrie- und Handelskammer einen Plan vorgelegt, der nichts weniger beabsichtigt als die Hauptstadt zum Kern des Umbaus auf Kriegswirtschaft im gesamten Osten Deutschlands zu machen. Dieses Papier wird die IHK auch einem neuen Senat unter Führung der Linkspartei auf den Tisch legen. Sein Umgang damit wird dann einer der ersten Bewährungsproben für die Linkspartei sein: Übernimmt sie diesen Plan, wird sie an Glaubwürdigkeit stark erschüttert diesen Senat verlassen und die Nazis weiter aufblasen. Tut sie es nicht, wird ihr ein eiskalter Wind von den Mainstreammedien ins Gesicht blasen. Wir wünschen auf jeden Fall viel Mut und werden es bei einer Verweigerungspolitik an öffentlicher Unterstützung nicht fehlen lassen. (JG)
Pressemitteilung:
Berlin – Stadt des Krieges?
Neue IMI-Studie untersucht Akteure und Strukturen hinter dem politisch forcierten Umbau in eine Metropole der Rüstung.
https://www.imi-online.de/2026/09/10/berlin-stadt-des-krieges/
Im Dezember 2025 hatte der Berliner Senat verkündet, die Stadt zur europäischen Metropole für Defence Tech umzubauen. Damit will man an das bestehende „Ökosystem“ aus Startups, Risikokapital und Technologieparks anknüpfen und dieses neu ausrichten auf Technologien der Kriegführung. Dabei sollen künftig auch Wissenschaft, Universitäten und die Bundeswehr selbst enger eingebunden werden. Chris Hüppmeier beschreibt in seiner Studie, wie zahlreiche Akteure und Strukturen diesen Umbau bereits seit Jahren vorangetrieben haben – mit dem Ziel, „aus den mit Milliarden Steuergeldern und Staatsschulden gespeisten Rüstungstöpfen“ private Profite zu generieren.
Im Mittelpunkt der Studie stehen vier räumliche Cluster, an denen die wuchernden Netzwerke aus Kapital, Know-How und politischem Einfluss dargestellt werden: Tegel TXL, Marienpark, Technologiepark Adlershof und der (erst in Planung befindliche) European Space Hub. Ergänzt wird dies durch die beispielhafte Darstellung einiger Startups und dahinterstehender Biografien. Benannt werden auch zentrale Investoren und Fonds. Neben eher neuen Strukturen des Risikokapitals trifft man hier auch auf altbekannte Namen wie Telekom, Porsche SE und Münchner Rück. Auf der anderen Seite wird auch immer wieder auf die Opfer dieser Politik hingewiesen – sowohl in den Kriegen in der Ukraine und Westasien, wo diese Technologien erprobt und eingesetzt werden, als auch in Berlin selbst. Letzteres gelingt insbesondere durch den einleitenden Rückblick auf das Berlin der 2010er Jahre, den damaligen Hype um die „New Economy“ und den „radikalen Ausverkauf“, der sie zur „europäischen Startup-Hauptstadt“ machen sollte, tatsächlich aber die Vernachlässigung öffentlicher Infrastruktur, die Verarmung und Spaltung der Bevölkerung nur vertiefte.
Am Beispiel des „Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion“ wird auch auf den wachsenden Widerstand gegen diese Pläne eingegangen. In seinem Fazit hofft Hüppmeier auf „eine starke, weil geeinte Friedensbewegung – in den Betrieben und Gewerkschaften, in Kommunen und in den Kiezen, in Schulen und Universitäten und gemeinsam auf der Straße“.
Die Studie kann über die Informationsstelle Militarisierung bezogen oder kostenlos von der Internetseite heruntergeladen werden:
IMI-Studie 2026/6
Berlin – Stadt des Krieges? Triebkräfte des Krieges in der Hauptstadt der Startups
https://www.imi-online.de/download/IMI-Studie2026-6-Kriegsstadt-Berlin2.pdf