Mehr als Social Media

Wie sollte eine linke Öffentlichkeitsstrategie heute aussehen? Nötig sind inhaltliche Zuspitzung und kollektive Strukturen

Von Niklas Venema / Lukas Wierschowski / Aaron Schreiner

»Wohlan, nun tagen wir hier im Lichte der vollsten Oeffentlichkeit«, stellte der Vorsitzende Wilhelm Liebknecht zur Eröffnung des SPD-Parteitags in Halle 1890 fest. Nach wie vor prägt das Bewusstsein, unter Beobachtung zu stehen, das Handeln sozialistischer Parteien – heute unter den Bedingungen von Fernseh-Liveschalten und Online-Streaming. Die Sozialdemokratie nahm um 1900 eine Analyse der Öffentlichkeit vor und entwickelte Strategien zur öffentlichen Kommunikation. Beides liegt für die Kommunikationsbedingungen des 21. Jahrhunderts aus linker Perspektive noch nicht vor.

Medienkritik war bis in die 1980er-Jahre ein linkes Projekt, das von Gewerkschaften, Neuen Sozialen Bewegungen oder kritischen Sozialwissenschaften getragen wurde. Diese Akteure konnten dabei auf der Tradition der Arbeiterbewegung aufbauen. Medienkritik wird heute hingegen häufig von Konservativen bis extrem Rechten formuliert. Deren Behauptung, der etablierte Journalismus sei hegemonial links, sollten Linke sich nicht zu eigen machen. Wie wenig links Journalismus in Deutschland ist, zeigt sich aktuell am deutlichsten bei dem Themenkomplex Krieg und Frieden sowie bei Klassenperspektiven. Die Berichterstattung der Leitmedien begleitet Aufrüstung und Militarisierung und markiert für die oppositionelle Linkspartei, den Deutschen Gewerkschaftsbund oder sogar die regierende SPD deutlich die Grenzen, eine Politik im Interesse der Lohnabhängigen zu vertreten. Das Fehlen einer fundierten Medienkritik hat plumpen Verschwörungserzählungen großen Raum gegeben. Die Angst, sich mit rechten Lügenpresse-Vorwürfen gemein zu machen, behindert nun die Rückeroberung dieses Raums von links.Debatte: Medienstrategien

Der Erfolg der Linken im Wahlkampf 2025 hatte nicht zuletzt mit ihrer Social-Media-Strategie zu tun. Seitdem konzentriert sich viel Energie in der Partei auf die Präsenz in Online-Plattformen. Doch ist das schon eine Medienstrategie und längerfristig überhaupt richtig? Die Autoren dieses Textes sind der Ansicht, dass die Linke wieder eine Aktualisierung ihrer Medienkritik benötigt. Niklas Venema und Lukas Wierschowski sind Kommunikations- und Medienwissenschaftler. Aaron Schreiner ist in der Linken/Darmstadt aktiv.

Mit dem weitgehenden Wegfall der Analyse bürgerlicher Öffentlichkeit aus linker Perspektive fehlt die Grundlage für erstens eine linke Medienpolitik, zweitens die Etablierung eigener Kanäle sowie die Förderung proletarischer Kultur und drittens die strategische Nutzung etablierter Medien für eine breite, im besten Sinne populistische Ansprache. Denn ob Karl Marx, Friedrich Engels, August Bebel, Wilhelm Liebknecht, Karl Kautsky, Franz Mehring, Clara Zetkin oder Rosa Luxemburg: Sie beschränkten sich nicht auf die Kritik der bürgerlichen Medien ihrer Zeit. Sie entwickelten darüber hinaus medienpolitische Forderungen und wirkten selbst maßgebend publizistisch. Forderungen in dieser Tradition könnten als linke Selbstverständlichkeiten gelten, sind heute aber weitgehend in Vergessenheit geraten und wurden durch liberale Haltungen verdrängt.

Auch im ÖRR dominiert der Elitekonsens

Die wichtigsten Felder der Medienpolitik sind heute zum einen der öffentlich-rechtliche Rundfunk und zum anderen die Regulierung von Online-Plattformen. Das Verhältnis der Linken zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist widersprüchlich. Einerseits teilt sie das Ideal gesellschaftlicher statt privatwirtschaftlicher Kontrolle. Andererseits stehen die Anstalten seit ihrer Gründung unter politischem Druck und sind zunehmend von der Konkurrenz zu privaten Anbietern, von Werbekunden und Klicks getrieben. Das schlägt sich auch in den Inhalten nieder. Vielfalt, einschließlich progressiver Positionen, decken die Anstalten auftragsgemäß im Hinblick auf das Gesamtprogramm ab. So erklären Nachrichtenmagazine der ARD politische Hintergründe und ökonomische Zusammenhänge, und Arte liefert Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung. Abseits dieser Nischen insbesondere im Feuilleton geben die politischen und wirtschaftlichen Nachrichten aber den politischen Elitekonsens wieder. Kommunikationswissenschaftliche Theorien wie das Indexing erklären das damit, dass Medien politische Debatten spiegeln. Wo etwa Kritik an Israels Krieg in Gaza im Bundestag kaum präsent ist, findet sich diese auch medial nicht wieder.

Kurzfristig kann sich eine Linke strategische politische Kommunikation besser auf solche Mechanismen ausrichten. Langfristig sollte eine linke Medienpolitik für eine umfassende Reformierung zur Demokratisierung und Entkommerzialisierung der Anstalten und eine Berichterstattung über die Belange der Mehrheit der Bevölkerung statt politische Elitediskurse streiten. Die Herausforderung für Linke besteht dabei darin, angesichts der Angriffe von rechts auf öffentlich-rechtliche Institutionen nicht in die reine Verteidigung des defizitären Status quo zu verfallen. Der rechten Kritik eines vermeintlichen »Rotfunks« ist die Einforderung eines tatsächlich gesellschaftlich kontrollierten Mediums zur Aufklärung und Bildung entgegenzusetzen. Nicht verteidigungswert ist hingegen ein Programm aus Talkshows, die staatliche Transferleistungen oder Migration als drängendste politische Probleme etablieren und damit der extremen Rechten diskursiv den Weg bereiten, oberflächlicher Politikberichterstattung, die Stil und Performance statt Inhalte bewertet, oder staatstragender Satire, die nach unten tritt, statt die Herrschenden zu kritisieren.

Bei Fragen der Plattformregulierung muss für eine linke Medienpolitik die ständige Verbindung der Verteidigung der Meinungsfreiheit – etwa vor nationalstaatlichen Eingriffen oder EU-Sanktionen – mit der Forderung der Einschränkung ökonomischer Macht leitend sein. Diese spezifische Verbindung grenzt sozialistische Medienpolitik auf der einen Seite von (links-) liberalen Initiativen zur Verfolgung tatsächlicher oder vermeintlicher Hetze und Desinformation und auf der anderen Seite von der rechtslibertären Apologetik der vermachteten Strukturen privater Netzwerke als vorgeblich freier Räume ab.

Die bürgerliche Öffentlichkeit ist, anders als von Habermas unterstellt, eben kein Austragungsort vernünftiger Diskurse.

Die Lücken in der Berichterstattung bürgerlicher Medien – über die Belange der Arbeiterklasse, von Frauen, Minderheiten oder der Menschen im Globalen Süden – hatten zu der Einsicht geführt, dass Linke eigene Medien brauchen, die der Berichterstattung des Mainstreams etwas entgegensetzen. Rechten gelingt es mittlerweile erfolgreich, das originär linke Konzept von Alternativmedien für sich in Anspruch zu nehmen, während linke Medienprojekte ums Überleben kämpfen. Zum Teil hängt das mit der Alimentierung von Zeitschriften, Fernsehsendern oder Online-Portalen durch rechte Mäzene zusammen. Es liegt aber auch am Rückzug linker Akteure aus dem Feld alternativer Medien und ihrer Annäherung an etablierte, liberale Medien.

Das weitgehend unkritische Verhältnis zur bürgerlichen Öffentlichkeit liegt teilweise in der historischen Erfahrung staatlich kontrollierter Öffentlichkeit in der DDR begründet. Ein Bekenntnis zu demokratischer Öffentlichkeit muss sich aber stets auf das uneingelöste Ideal beziehen, anstatt die real existierende bürgerliche Öffentlichkeit zu idealisieren. Zu den Verdiensten des jüngst verstorbenen Jürgen Habermas gehört es, dass er die Vermachtung der bürgerlichen Öffentlichkeit durch interessengeleitete Kommunikation sowie durch Medienkonzentration und Plattformstrukturen kritisch analysiert hat. Trotzdem ging er davon aus, dass mit der Einhegung solcher Tendenzen ein gleicher und vernünftiger Diskurs grundsätzlich auch in der kapitalistischen Klassengesellschaft möglich sei. Diese Annahme wird heute implizit oder explizit in weiten Teilen der gesellschaftlichen Linken geteilt.

Die Vereinzelung der »Content Creators«

Die Linke hat ihre strategische Online-Kommunikation in den vergangenen Jahren stark verbessert und erfolgreich ein Umfeld politischer Online-Influencerinnen und -Influencer befördert. Einer von ihnen, Jean-Philippe Kindler, hat jüngst im Freitag treffend die Vereinzelung und Individualisierung politischen Handelns durch Onlinekommunikation kritisiert. Seine richtige Forderung, dass gute linke Medienarbeit in erster Linie Verbindlichkeit politischen Engagements zum Ziel haben sollte, erweitern wir um den Bezug auf die Organisation der Medienarbeit selbst. Bisherige linke Online-Medienprojekte kranken oft an ihrer Fragmentierung: Sie hängen an einzelnen, engagierten Personen. Zieht sich ein Host oder eine Redakteurin ins Privatleben zurück, droht dem gesamten Format das Aus.

Linke Medienarbeit muss daher über die bloße Förderung von Einzelprojekten hinausgehen und dauerhafte, institutionelle Strukturen schaffen. Es braucht einen organisatorischen Überbau in Form eines eigenständigen linken Medienhauses, das Formate bündelt. Anstatt sich mit politischen Positionierungen in Onlinedebatten aufzureiben, sollten umfassend Beiträge in Text, Wort und Bild produziert werden. Denn, obwohl Podcasts, Streams oder Tweets mehr Menschen erreichen als klassischer linker Journalismus, darf die Reichweite linker »Content Creators« nicht überschätzt werden. Auch die Plattformen werden von den liberalen oder konservativen Inhalten großer Medienhäuser dominiert und noch eher von rechts außen herausgefordert. Nur ein kollektives Netzwerk kann die Reichweite erhöhen, den langfristigen Fortbestand von Formaten sichern und verhindern, dass Akteure isoliert ins liberale oder reaktionäre Lager abdriften. Die Selbstverpflichtung auf eine übergeordnete redaktionelle Linie schafft Verbindlichkeit, Inhalte werden kollektiv erstellt und damit qualitativ verbessert. Linke Online-Influencerinnen und -Influencer arbeiten sich mit ihren begrenzten Ressourcen bislang häufig an den Themen von Mainstreammedien ab. Linke Onlinekommunikation ist dann bloße Reaktion auf bürgerliche Medien. Mit einer redaktionellen, kollektiven Ausrichtung könnte sie an inhaltlicher Eigenständigkeit gewinnen. Die Infrastruktur für eine solche Bündelung könnte teilweise durch die parteinahe Stiftung bereitgestellt werden.

Wer die Hegemonie bürgerlicher Medien beklagt, aber selbst kein Abonnement von linken Zeitungen besitzt, trägt dazu bei, dem Gegner den Meinungsmarkt zu überlassen.

Die Vernachlässigung eigener Medien ist ein Versäumnis linker Organisationen als Anbieter. Aber es ist auch eine Folge des mangelnden Bewusstseins für die Notwendigkeit eigener Kommunikationskanäle und deren Finanzierung unter (potenziellen) Konsumentinnen und Konsumenten innerhalb der gesamten gesellschaftlichen Linken. Während rechte Online-Angebote florieren, fehlt es in der Linken oft am fundamentalen Verständnis dafür, dass sozialistische Gegenöffentlichkeit eine materielle Grundlage voraussetzt. Ohne einzelne Finanziers oder Werbung kann sie nur gemeinschaftlich – etwa genossenschaftlich – geschaffen werden. Wer die Hegemonie bürgerlicher Medien beklagt, aber selbst kein Abonnement von nd, junge welt, Jacobin oder anderen linken Zeitungen oder Online-Medien besitzt, trägt dazu bei, dem Gegner den Meinungsmarkt kampflos zu überlassen. Die Unterstützung eigener Medienprojekte durch Abonnements, Spenden und gezielte Reichweitensteigerung muss als Kernbestandteil politischer Aktivität begriffen werden. Auch Die Linke sollte über den Wiedereinstieg in die Finanzierung von Medien nachdenken, beispielsweise durch die Ressourcen, die eine Deckelung der Mandatsbezüge freisetzt.

Zu linker Medienarbeit sollten im 21. Jahrhundert nicht nur (digitale) Zeitungen, Zeitschriften, TV-Sender und Social-Media-Aktivitäten gehören. Die historische Stärke der Arbeiterbewegung lag auch darin begründet, dass sie eine proletarische Kultur hervorbrachte, die einen kulturellen Zusammenhang innerhalb der Bewegung stiftete und über die Grenzen des eigenen Parteimilieus hinauswirkte. Linke Medien umfassten auch proletarisches Kino und Theater, proletarische Literatur und Musik. Der medienkulturelle Raum ist spätestens seit der politischen Wende 1989/90 stark geprägt durch liberale Aufstiegsgeschichten – teils erweitert durch linksliberale Repräsentation von Diversität – und konservativen Heroismus. Filme aus der Perspektive einer Arbeiterin oder eines Arbeitslosen oder überhaupt die Abbildung alltäglich arbeitender Menschen bleiben weitgehend auf das Arthouse-Kino beschränkt.

Arbeiterliteratur kann noch so authentisch und wie beispielsweise bei Christian Baron auch mit sozialistischen Forderungen verbunden sein; sie wird als Ausdruck individuellen Aufstiegs rezipiert. Deshalb sind Räume zu schaffen, in denen Arbeiter*innen und Arbeiter als ebensolche literarisch wirken können. Arbeiterlieder dienen heute weitgehend der Traditionspflege. Erfahrungen und Lebensgefühl jüngerer Arbeiter*innen als solche finden keinen musikalischen Ausdruck. Bezeichnenderweise hat etwa ein Künstler wie Finch seine Hinwendung zu antifaschistischen Aussagen mit der Abkehr von der ironisch-sympathisierenden Darstellung eines Prolls verbunden und nimmt in seinem Lied »Wenn du dumm bist« stattdessen den verachtenden Blick von oben ein, der schon in der Vergangenheit für als links geltende Bands wie Die Toten Hosen, Die Ärzte oder Antilopengang typisch war und Jugendliche aus dem Arbeitermilieu seit Generationen von linker Kultur entfremdet hat.

Ansprechende Kultur kann nicht durch politische Vorgaben entstehen. Die Linke kann aber zum einen Anziehungskraft für Künstlerinnen und Künstler entwickeln, die den politischen Einsatz fördert. Zum anderen kann sie mit Veranstaltungen mit Volksfestcharakter wieder Orte schaffen, die linke Kultur für ein breites Publikum erfahrbar machen. Botschaften der Veranstaltungen und der Musik müssen hierbei gut abgestimmt sein. So ist es respektabel, dass Die Linke eine populäre Künstlerin wie Ikkimel für einen Auftritt gewinnen kann. Am 1. Mai ist vulgär-hedonistischer Rap aber kaum geeignet, um breite Schichten der Lohnabhängigen anzusprechen und dem Protest gegen die massiven Angriffe auf den Sozialstaat sowie die Rechte der Beschäftigten einen Ausdruck zu geben.

Vor dem Hintergrund der prekären Finanzierung und der geringen Reichweite linker Publikationen bestimmen bürgerliche Medien die Debatten innerhalb linker Parteien und über diese. Sie setzen die Themen, zu denen Linke sich verhalten müssen. Und sie bestimmen parteiinterne Auseinandersetzungen. Angesichts des Wegfalls eigener Foren entscheidet der privilegierte Zugang zu liberalen oder konservativen Medien über öffentliche Sichtbarkeit. Und den Zugang garantieren abweichende Meinungen und Konflikte. Wenn etwa Parteimitglieder Journalisten Zugang zu internen Chats der Linkspartei oder ihrer Jugendorganisation geben, greifen das politische Interesse, gegen innerparteiliche Gegner vorzugehen, und die mediale Logik der Skandalisierung ineinander.

Keine falsche Angst vor Populismus

Eigene Medien braucht es zur internen Verständigung von Organisationen und Bewegungen, ohne dass sie nur einen internen Szene-Diskurs abbilden sollten. Sie müssen stattdessen als verlässliche, seriöse Argumentationshilfen im Alltag dienen. Die Linke benötigt Veröffentlichungen, die man an Kolleg*innen, Nachbarn oder die Familie weitergeben kann, weil sie fundiert und unaufgeregt linke Perspektiven auf die Lebensrealität der Menschen herunterbrechen.

Damit sozialistische Medien als Werkzeuge zur Aufklärung im vorpolitischen Raum dienen können, darf die Linke keine Angst vor einem strategischen, linken Populismus haben, der komplexe ökonomische Verhältnisse in einer klaren, verständlichen Sprache zuspitzt und die Interessen der Mehrheit gegen die Profitinteressen einer Minderheit stellt. Nur durch eine massentaugliche Zuspitzung können der Bruch mit der liberalen bis rechten Hegemonie und das Erreichen breiter Bevölkerungsschichten gelingen. Linke Medien wie linke Parteien können so ständig den Anspruch der bürgerlichen Öffentlichkeit, Allgemeininteressen zu vertreten, blamieren und die dahinterstehenden kapitalistischen Partikularinteressen aufzeigen.

Wichtig ist dabei, dass Linke dabei nicht dem Glauben erliegen, sich im öffentlichen Diskurs allein mit den besseren Argumenten durchsetzen zu können. Ein rein rationalistischer Ansatz verkennt, dass die bürgerliche Öffentlichkeit, anders als von Habermas unterstellt, eben kein deliberativer Austragungsort vernünftiger Diskurse ist, die im Sinne des Allgemeinwohls auf Augenhöhe geführt werden. Eine durch bürgerliche Medien dominierte Öffentlichkeit ist strukturiert durch verschleierte gesellschaftliche Verhältnisse wie Klassenantagonismen und sich bekämpfende Interessen sowie damit einhergehend verdrängte antagonistische Deutungen von Gesellschaft und Welt. Ihr gilt nur als vernünftig, was dem bürgerlichen Konsens folgt.

Linke sollten zur Popularisierung eigener Positionen selbstverständlich auch in bürgerlichen Medien präsent sein. Sie sollten die breiteste Öffentlichkeit des klassischen Journalismus oder auf Social Media suchen – nicht um ihre Genoss*innen zu kritisieren, sondern um linke Positionen weit sichtbar zu vertreten. Anstatt dabei aber vergeblich zu versuchen, linke Argumente in das Korsett einer bürgerlich dominierten Vernunft zu zwängen, müssen Linke durch Medienkritik den sie umgebenden Rahmen selbst infrage stellen.

Niklas Venema und Lukas Wierschowski sind Kommunikations- und Medienwissenschaftler. Aaron Schreiner ist in der Linken/Darmstadt aktiv.

Erstveröffentlicht im nd v. 2.7. 2026
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