#keinFussbreit dem Faschismus, Antisemitismus und Rassismus!

#keinFussbreit dem Faschismus,

Antisemitismus und Rassismus!

Redebeiträge von der Demo, 13.10.2019 Berlin
Unter den Punkt der Redebeiträge von Lilly und Alona findet Ihr den
übersetzten Text. da die beiden in engl. Sprache ihren Beitrag gehalten haben.

Lala Süßkind,
JFDA – Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus

Mischa Ushakow,
JSUD – Jüdische Studierendenunion Deutschland

Serhat Karakayali,
Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM)
Women in Exile & Friends

Lilly und Alona
Jüdische Gemeinde Berlin
Berichten in Englisch wie sie den Horror von Halle erlebt haben

Übersetzung des Text:
“Vielen Dank, dass ihr hier seid, es ist schön euch alle zu sehen. Mein Name ist Lilli. Mein Name ist Alana. Wir kommen beide aus den USA, wir sind amerikanische Jüdinnen. Wir wollen unsere Botschaft und unsere Erfahrung mit euch teilen, gemeinsam, wie JudenJüdinnen es tun.

Für mich hat dieser Moment unglaubliche persönliche und auch historische Bedeutung. Mein Großvater hat Deutschland 1938 verlassen, wenige Monate vor der „Kristallnacht“, um nach Amerika zu kommen und ein neues Leben zu beginnen. Ich bin die Enkelin von jemandem, der dieses Land verlassen hat aufgrund von Antisemitismus und ich bin zurück nach Deutschland gekommen, um hier zu leben und um die Kultur besser zu verstehen, aus der meine Familie kommt.

Ich habe auch Cousins und Cousinen, die in Deutschland aufgewachsen sind, von denen ich erfuhr, als ich jünger war, dass sie hier sind und Antisemitismus bekämpften, damit JudenJüdinnen in Deutschland und JudenJüdinnen in ganz Europa an einem Ort leben können, der greifbarer für sie ist, damit JudenJüdinnen hier leben können, ohne Angst zu verspüren. Und wir müssen diese Arbeit weiterführen, JudenJüdinnen und Christ*innen und alle Menschen, die in Deutschland und in ganz Europa leben, denn als meine Großmutter erfuhr, dass wir Verwandte hier haben, die Antisemitismus und Rassismus bekämpfen, die heutzutage Nazis bekämpfen, war sie unglaublich stolz.

JudenJüdinnen und Muslime, Araberinnen und Menschen afrikanischer Herkunft, indigene Menschen, latinx Menschen, sogar weiße Christinnen, unsere Schicksale sind verbunden. Keiner von uns kann frei sein, bis wir alle frei sind.

Alana und ich haben die Erfahrung gemacht, Zielscheiben zu sein. Viele von euch haben die Erfahrung gemacht, Zielscheiben zu sein. In diesem Moment geht es darum Brücken zu bauen, Koalitionen zu schaffen und Wege zu schaffen, um gemeinsam Gerechtigkeit zu bewirken.

Die Attacke war antisemitisch, sie war rassistisch, sie war ausländerfeindlich, sie war islamophob und anti-arabisch. Wir rufen euch auf, alle im Publikum, daran zu arbeiten Brücken mit anderen Menschen zu bauen, die anders als ihr selbst sind. Fragt eure Kolleg*innen über deren Kulturen, über ihre Familien und Traditionen. Und dann sprecht mit euren ausländerfeindlichen und rassistischen Familienmitgliedern, mit Mitgliedern eurer Gemeinschaften und eurer Regierung darüber, was ihr gelernt habt. Sprecht mit den Leuten, mit denen es schwierig ist zu sprechen, weil sie sind diejenigen, die uns Schaden zufügen.

Danke.”

Danke an die Übersetzerinnen ‚Linda und Inga von Kali‘

Reinhard Borgmann
JFDA – Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus

Tribunal ‘NSU-Komplex-auflösen’

Heike Kleffner,
Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

Ferat Kocak,
Betroffener der rechten Terrorserie in Berlin – Neukölln

Kamera, Ton und Bearbeitung: Ingo Müller
rec: ingmue1957
13.10.2019

Please follow and like us: