…, nur um an der Regierung beteiligt zu sein, warnt Jan Großer
»Die Leute haben die Schnauze voll von der CDU«, sagt die Berliner Linke-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl Elif Eralp im nd-Interview. Die Linke steht für bestimmte Grundwerte, die mit der bisherigen Politik von CDU und SPD unvereinbar sind. Sie sollte sich nicht in eine sogenannte »Demokratische Mitte«-Koalition einreihen und ihre Seele verkaufen, nur um an der Regierung beteiligt zu sein. Dann wird auch die nächste Berliner Regierungskoalition scheitern und die AfD als scheinbar einzige Oppositionspartei zurücklassen.
Dass Berliner Polizisten unter einer Regierenden Bürgermeisterin der Linken in Zukunft weiterhin friedliche und unbewaffnete Demonstranten gegen deutsche Waffenlieferungen und Unterstützung für Israels Völkermord krankenhausreif prügeln, drangsalieren und bedrohen, will man sich gar nicht vorstellen. Die deutsche Staatsräson in ihrer Anwendung verstößt gegen das Grundgesetz und das Völkerrecht.
Eine Bürgermeister-Kandidatin der Linken sollte es tunlichst unterlassen, eigenen Parteimitgliedern Legitimität abzusprechen, weil sie sich dieser verbrecherischen Staatsräson verweigern. Wie in der Wohnungs- und der Verkehrspolitik muss auch in Bezug auf die Haltung des Berliner Senats zu den israelischen Verbrechen und den Protesten dagegen ein spürbarer Umbruch stattfinden, wenn Die Linke an der Regierung beteiligt ist, auch wenn Springer- und Holtzbrinck-Medien dann wieder eine »Antisemitismus«-Hetzkampagne lostreten. Die Mehrheit der deutschen Wähler unterstützt die sogenannte Staatsräson in dieser Form schon längst nicht mehr.
Die Wähler sind enttäuscht genug von Parteien, die seit Jahrzehnten ihre eigenen Grundsätze und ihre Wähler verraten – das ist einer der Hauptgründe für den Aufstieg der AfD. Die Linke darf nicht zur nächsten SPD werden.
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Erstveröffentlicht als Leserzuschrift im nd v. 12.9. 2026
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