In Deutschland stilllegen, in den USA sich vor Trump verbeugen und 4 Milliarden Dollar investieren – alles Audi, was macht das möglich?

Der Kommentar am 25. Oktober im Handelsblatt könnte von der Antifa sein:

Eine Dreiviertelstunde Hass, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, eine johlende Menge – und dann tritt Audi-Chef Gernot Döllner ans Rednerpult. Er ruft der angestachelten Menge zu, dass Audi im Bundesstaat Georgia ein neues Werk errichtet und über vier Milliarden Dollar dafür investiert. US-Präsident Donald Trump, der kurz zuvor seine Hasspredigt gehalten hat, lobt Döllner als den „handsome guy“ aus Germany

Und noch deutlicher heisst es:

Wenn deutsche CEOs offenbar kein Problem damit haben, einem xenophob und frauenfeindlich auftretenden Trump im Wahlkampf auszuhelfen, was hält sie dann noch davon ab, das Gleiche auch bei der in Teilen rechtsextremen AfD zu tun?

In Deutschland gab es diese Art der Verführung von Unternehmen schon einmal – den Ausgang kennen wir alle

Auch die IG-Metall entrüstet sich:

Statt sich zum Wahlkampfhelfer für Donald Trump zu machen, sollten sich die deutschen Autobauer um ihre eigentliche Aufgabe kümmern: eine Strategie für Aufschwung, gute Jobs und sichere Standorte.

Das Handelsblatt meint aber bei aller moralischen Entrüstung, die Investition mache ökonomisch Sinn.

Das Werk, gepaart mit Zollerleichterungen, ist ein Ausweg.

Ausweg für wen? Vorweg: Wir gönnen auch den Menschen in Georgia neue Arbeitsplätze. Nicht nur das. Sie sollen mindestens so gut bezahlt werden wie bei uns.

Mit dem Bau des neuen Werkes soll 2027 begonnen werden. Das Investment umfasst 4 Milliarden Dollar, also mehr als 3,5 Milliarden Euro. Ab 2030 sollen 200 000 hochkarätige SUVs, gebaut von 4500 Mitarbeitern, pro Jahr vom Band laufen.

Wir erinnern: parallel dazu stellt der VW Konzern, zu dem Audi gehört, den Weiterbetrieb von 4 Werken zur Disposition, darunter den Audi Standort Nekarsulm mit 15 500 Mitarbeitern. Schon letztes Jahr hat Audi sein Werk im belgischen Nachbarland ohne mit der Wimper zu zucken, dicht gemacht.

Wir haben ein paar Anmerkungen:

Erstens. Eigentümer setzen ihr Kapital grundsätzlich da ein, wo sich am Besten damit Gewinne realisieren lassen.

Zweitens. Eigentümer setzen ihr Kapital nicht dort ein, wo sie Arbeitsplätze erhalten können, wenn die Profiterwartungen andernorts höher sind.

Drittens. Eigentümer werden nicht müde darauf hin,zuweisen, dass es weltweit und insbesondere in Europa zu hone Produktskapazitäten. Mit diesem Argument werden Werke geschlossen bzw die Schließung von Werken vorbereitet und Zugeständnisse den vorhandenen Belegschaften abgepresst.

Die Uberkapazitaten hindern die Eigentümer überhaupt nicht daran, neue Werke zu bauen und damit die Überproduktionskrise zu verschärfen.

Viertens. Die Eigentümer fühlen sich auch nicht der eigenen Branche verpflichtet. So reinvestieren die großen Haupteigner von VW die Familien Porsche und Piech, große Teile ihre Gewinne in anderen Branchen, die mehr Profite versprechen.

Im März 2026 meldete die Porsche SE eine Investitionszusage über 100 Millionen Euro für einen europäischen Verteidigungsfonds

Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie

Aber hätten sie überhaupt das Kapital für diese

Wir halten das für eine Illusir

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