Der Aufstand der Töchter

Jana Seppelt, Reinhold Niemerg u.a.
Der Aufstand der Töchter
Botanischer Garten Berlin: Gemeinsam staatlich organisierte
prekäre Beschäftigung überwinden


176 Seiten | WIDERSTÄNDIG | 2018 | EUR 16.00
ISBN 978-3-89965-782-1


Kurztext:
Beschäftigte aus dem Berliner Botanischen Garten und
anderen Bereichen sagen »Prekär und tariffrei – nicht mit uns«
und erheben Anklage gegen systematische Tarifflucht und das
Outsourcing in Verantwortung der öffentlichen Hand.


Inhalt:


Was tun, wenn sich eine öffentliche Einrichtung mit Tariflöhnen zu einer bösen Stieftochter
mit Dumpinglöhnen verwandelt? Was tun, wenn bisher betriebsinterne Tätigkeiten über
Werkverträge fremd vergeben werden? Was tun, wenn der Ton härter wird und die
Angstmache zunimmt? Was tun, wenn der Lohn nur noch die Hälfte des Lohns des direkten
Kollegen beträgt und jetzt schon klar ist, dass die Rente nicht zum Leben reicht?
Jahrelang haben die Beschäftigten des Botanischen Gartens Berlin, einer 100%igen Tochter
der Freien Universität, unter derartigen Zuständen gearbeitet und sich in einer 20monatigen
Tarifbewegung den Anschluss an den Flächentarifvertrag zurückerkämpft. Im Frühjahr 2017
hat die Freie Universität angekündigt, die Beschäftigten wieder in die Universität
einzugliedern und die Arbeitsverträge mit der Tochter auf die Mutter überzuleiten.
Auf dem Weg zu gleichem Lohn für gleiche Arbeit haben die Aktiven sich gewerkschaftlich
organisiert, Bündnisse mit Studierenden, Personalvertretungen, ASten und vielen Berliner
Beschäftigten in ähnlicher Situation – von der Charité Facility Management (CfM), dem
Technikmuseum Berlin oder Freien Trägern wie den Kinder- und Jugendambulanzen Berlin
(KidT gGmbH) – geschmiedet und gemeinsame Strategien erarbeitet. Sie haben über den
Tellerrand geschaut und zusammengehalten.
Darüber wird in diesem Buch berichtet, das dem Erfahrungsaustausch dienen und
Handlungsanleitung zugleich sein soll. Denn der Widerstand der Beschäftigten am
Botanischen Garten ist exemplarisch für alle ausgelagerten Bereiche in öffentlicher
Verantwortung: Museen, Freie Träger, Servicegesellschaften der Krankenhäuser, Musik- und
Volkshochschullehrer, Lehrbeauftragte an Universitäten und Hochschulen, öffentlicher
Nahverkehr und viele mehr. Sie alle können ein Lied davon singen, was Auslagerung und
Fremdvergabe zum Zwecke der Tarifflucht bewirken

Zu bestellen über den: VSA Verlag

Streik und Menschenwürde

Gerhard Kupfer (Hrsg.)
Streik und Menschenwürde
Der Kampf Bremer Mercedes-Arbeiter gegen Werkverträge und Leiharbeit
96 Seiten | WIDERSTÄNDIG | 2017 | EUR 9.80
ISBN 978-3-89965-737-1

Kurztext:

Kritische Dokumentation der Streiks Bremer Mercedes-Arbeiter gegen Fremdvergaben und Leiharbeit.

Inhalt:

Mit zahlreichen Aktionen inner- und außerhalb des Betriebs haben sie darauf aufmerksam gemacht, dass Schulterzucken gegen diesen skandalösen Trend genau so wenig hilft wie »Regulierungsversuche« oder gar Leiharbeitstarifverträge. Die Spaltung der Belegschaften, die Rechtlosigkeit immer größerer Teile von ihnen zerstört die Kampfkraft, die Solidarität und nicht zuletzt die Gewerkschaften selbst.
Über 30 Kollegen zogen vor Gericht gegen ihre Abmahnung wegen der Teilnahme an Streikaktionen und gegen eine jahrzehntealte deutsche Rechtsprechung zum Streikrecht, die unvereinbar mit dem Grundgesetz und europäischem Recht ist.
In Interviews, Berichten, Analysen und Dokumenten wird zudem deutlich, wie sich in Bremen eine Belegschaft mit einer kämpferischen Tradition herausbildete, angefangen beim spontanen Streik 1996 um den Erhalt der Lohnfortzahlung, über den Kampf gegen die andauernden »Sparpakete«, bis hin zum Widerstand gegen den Abbau des Streikrechts und die Bemühungen des Mercedes-Vorstands, die Daimlerbelegschaften weltweit gegeneinander auszuspielen.

Der Herausgeber:
Gerhard Kupfer war Mitglied des Betriebsrates und Vertrauensleutekörpers bei Daimler in Bremen.

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Wir sind stolz auf unsere Kraft

Anton Kobel (Hrsg.)
»Wir sind stolz auf unsere Kraft«
Der lange und phantasievolle Kampf um die Tarifverträge 2013 im Einzelhandel
112 Seiten | WIDERSTÄNDIG | 2014 | EUR 10.00
ISBN 978-3-89965-633-6

Kurztext:

Ermutigende Widerstandserfahrungen gegen einen Generalangriff von Vermögensmilliardären.

Inhalt:

Im Januar 2013 hatten die Arbeitgeber im Einzelhandel die Tarifverträge gekündigt – erst im Februar 2014 konnten die letzten neuen Verträge abgeschlossen werden. Hinter der Formel von der »Modernisierung der Tarifverträge« standen rabiate Lohnsenkungen für Tätigkeiten an der Kasse, Flexibilisierung der Arbeitszeiten, Einschränkung von Mitbestimmungsrechten, Streichung von Nachtarbeitszuschlägen usw. – in einer Branche, in der die Spaltung der Gesellschaft besonders krass zum Vorschein kommt: Während das Tarifgehalt einer Vollzeit arbeitenden Verkäuferin über 2.315 Euro brutto nicht hinausgeht, stehen »Einzelhändler« auf den ersten vier Rängen der deutschen Vermögensskala: Familie Albrecht, Familie Brenninkmeijer, Dieter Schwarz (Lidl, Kaufland), Familie Otto.
In diesem Buch stehen die Erfahrungen, phantasievollen Aktionen, innovativen Kampfformen und die neuen Eindrücke praktischer Solidarität im Vordergrund, die es möglich gemacht haben, das Arbeitgeberdiktat zu brechen. Eine spannende Erfahrungs- und Streikgeschichte.

Der Autor:
Anton Kobel, Mannheim/Heidelberg, ist seit 1971 gewerkschaftlich aktiv für Gewerkschaften als soziale Bewegung (»social movement unionism«), von 1979-2004 hauptamtlich für HBV und ver.di im Handel, seit 2004 in der Bildungsarbeit und als Berater.

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