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	<title>8. 1. Kultur &#8211; Gefunden &#8211; Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin</title>
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	<description>Einmischen in aktuelle politische Diskurse aus gewerkschaftlicher Sicht</description>
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		<title>Berlin, die vermessene Stadt: Von Glücksrankings, Hashtag-Tourismus und stiller Vertreibung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2026 05:38:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Strukturelle Gewalt im neoliberalen Kapitalismus, die sanft daherkommt. Perfekt beschrieben. (Peter Vlatten) Für wen ist diese Stadt? Der dramatische Schluss dieser Analyse lautet: Immer weniger für diejenigen, die das gemacht ... <a title="Berlin, die vermessene Stadt: Von Glücksrankings, Hashtag-Tourismus und stiller Vertreibung" class="read-more" href="https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/berlin-die-vermessene-stadt-von-gluecksrankings-hashtag-tourismus-und-stiller-vertreibung/" aria-label="Mehr Informationen über Berlin, die vermessene Stadt: Von Glücksrankings, Hashtag-Tourismus und stiller Vertreibung">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Strukturelle Gewalt im neoliberalen Kapitalismus, die sanft daherkommt. Perfekt beschrieben. (Peter Vlatten) </em></p>



<p><strong>Für wen ist diese Stadt? Der dramatische Schluss dieser Analyse lautet: Immer weniger für diejenigen, die das gemacht haben, wofür Berlin geliebt wird.</strong></p>



<p><em>Von Martyra Peng für die&nbsp;<a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/berlin-die-vermessene-stadt-gluecksrankings-hashtag-tourismus-und-stille-vertreibung-10031983?utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=2026-05-01&amp;utm_campaign=30+04+BLZ+Open+Source" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Berliner Zeitung</a></em></p>



<p>Es gibt einen Moment, der sich in Berlin täglich wiederholt&nbsp;– in&nbsp;<a href="https://www.berliner-zeitung.de/category/friedrichshain-kreuzberg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kreuzberg</a>, in Neukölln, in Friedrichshain und in jedem Bezirk, den irgendjemand irgendwann „Szene“ genannt hat: Ein Mensch, der seit 30 Jahren in seiner Wohnung lebt, öffnet morgens die Haustür und tritt in etwas, was dort nicht hingehört. Manchmal ist es Urin. Manchmal Erbrochenes. Manchmal der Müll einer Party, die in der Nacht vor seinem Hauseingang stattgefunden hat, ohne dass er eingeladen war – und die ihn auf eine Art betrifft, die kein Ranking der Welt erfasst.</p>



<p>Draußen zieht eine Gruppe Touristen vorbei, Handys gezückt. Sie hashtaggen. Platz sechs der am häufigsten gehashtaggten Städte auf&nbsp;<a href="https://www.berliner-zeitung.de/category/tiktok" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TikTok</a>, notiert der Algorithmus brav. Das ist nicht der Anfang der Geschichte. Es ist nur ihr sichtbarster Teil.</p>



<p><strong>Die Industrie des Glücks</strong></p>



<p>Städte und Länder werden seit den Achtzigerjahren systematisch in Produkte verwandelt – durch Standortmarketing, Tourismusstrategien, Investorenprospekte, Rankings. Der Begriff ist Kommodifizierung: die Verwandlung von etwas, das keinen Marktpreis hatte, in etwas, das einen hat.</p>



<p>Die einflussreichsten Städterankings der Welt dokumentieren diesen Prozess in seiner reinsten Form. Das EIU entwickelte seinen „Global Liveability Index“ ursprünglich als Schwestererhebung zum „Cost of Living Report“ – entworfen, um Hardship-Bonuszahlungen für entsandte Unternehmensangestellte zu berechnen. Mercer bewertet Schulen und Bildung nach der Vielfalt internationaler Privatschulen, nicht nach Abbrecherquoten oder Lehrer-Schüler-Verhältnissen. Was für die ansässige Bevölkerung zählt, kommt in dieser Metrik nicht vor. Das Ranking misst die Stadt durch die Augen des Expatriates im Firmenapartment. Nicht durch die Augen des Busfahrers, der ihn dorthin bringt.</p>



<p>Noch fundamentaler ist das Messproblem beim „World Happiness Report“, der für&nbsp;<a href="https://www.berliner-zeitung.de/category/finnland" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Finnlands</a>&nbsp;jährliche Siegesparade verantwortlich zeichnet. Der Gallup World Poll&nbsp;befragt rund 1000 Personen pro Land pro Jahr. Der Stichprobenrahmen ist ausdrücklich nur die „nichtinstitutionalisierte“ Bevölkerung. Menschen in Haftanstalten, psychiatrischen Einrichtungen oder dauerhafter Obdachlosigkeit werden systematisch nicht befragt – all jene, deren Lebensrealitäten am weitesten vom Ranglistenplatz entfernt sind. Das Ergebnis ist, was die Surveyforschung einen Total Survey Error nennt: nicht Messfehler, sondern strukturelle Verzerrung durch selektive Erreichbarkeit.</p>



<p><strong>Finnland: Das Glück der Unsichtbaren</strong></p>



<p>Finnland gewinnt das Ranking, weil Finnland gut darin ist, gewinnbare Rankings zu gewinnen. Was der „World Happiness Report“ erzählt, ist real: hohe institutionelle Vertrauenswerte, funktionierender Sozialstaat, niedrige Korruption. Aber er erzählt es über eine Teilpopulation – und nennt das Ergebnis „die Finnen“.</p>



<p>Die andere Seite ist ebenfalls real. 2023 starben 310 Menschen an drogenbedingten Ursachen, davon 91 unter 25 Jahren – der höchste je gemessene Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006. Mit 79 Drogentoten pro Million Einwohner liegt Finnland weit über dem EU-Durchschnitt von 18 pro Million. Die Armutsgefährdungsquote lag 2024 bei 12,6 Prozent – bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren bei über 30 Prozent.</p>



<p>Diese beiden Realitäten Finnlands existieren gleichzeitig. Das eine Finnland gewinnt jedes Jahr das Ranking, das andere taucht in Statistiken auf, die niemand auf die Tourismus-Website stellt.</p>



<p>Das strukturelle Problem ist präzise benennbar: Das Ranking misst nicht Gesellschaft, es misst Erreichbarkeit. Und Erreichbarkeit ist selbst ein Privileg. Wer institutionalisiert ist, obdachlos, suchtkrank, wer nicht Finnisch spricht oder gelernt hat, gegenüber Behörden und Umfragen nach oben zu antworten – der landet nicht in der Stichprobe. Oder er landet darin und nennt die Zahl, die von ihm erwartet wird. Weighting-Verfahren gleichen demografische Verteilungen aus, aber nicht die fehlende Erreichbarkeit ganzer Lebenswelten.</p>



<p><strong>Bhutan: Glück als Staatsräson</strong></p>



<p><a href="https://www.berliner-zeitung.de/category/bhutan" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bhutan</a>&nbsp;hat das Kunststück vollbracht, ein philosophisches Konzept – Nichtanhaftung, Mitgefühl, Harmonie mit der Natur – in ein Regierungsinstrument zu verwandeln. Der „Gross National Happiness Index“ ist buddhistische Staatsphilosophie und effektive PR-Strategie zugleich.</p>



<p>Laut&nbsp;<a href="https://www.berliner-zeitung.de/category/human-rights-watch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Human Rights Watch</a>&nbsp;wurden mehr als 100.000 Menschen nepalesischer Herkunft – rund ein Sechstel der Bevölkerung – aus dem Land vertrieben, weil sie sich nicht in Bhutans buddhistische Staatskultur integrierten. Dann kam der GNH-Index. Und die westliche Presse schrieb von dem kleinen Königreich, das Glück wichtiger nimmt als Wachstum.</p>



<p>Das ist keine Böswilligkeit. Es ist etwas Schlimmeres: eine Naivität, die sich als Tiefgang verkleidet. Die westliche Sinnsuche – enttäuscht vom Materialismus, fasziniert vom Buddhismus, auf der Suche nach Alternativen zum BIP-Fetisch – projizierte auf Bhutan ein Gegenbild, das sie brauchte. Bhutan lieferte die Kulisse. Den Rest erledigte das Storytelling.</p>



<p>Der GNH mischt Selbstevaluationsfragen mit objektiven Messungen so, dass das Ergebnis systematisch zugunsten staatlicher Politiken verzerrt wird. Er misst nicht Glück. Er misst Compliance mit dem staatlich definierten Bild eines guten Lebens. Im unabhängig erhobenen „Gallup World Happiness Report“ 2019 rangierte Bhutan auf Platz 95. Die Differenz zwischen Platz 1 in der eigenen Erzählung und Platz 95 in der externen Messung ist der Raum, in dem Staatsmarketing arbeitet.</p>



<p><strong>Berlin: Die Ware namens Stadtkultur</strong></p>



<p>Berlin hatte nach der Wende etwas, das man nicht kaufen kann – und das man deshalb sofort zu kaufen versuchte: eine genuine Nachwendekultur aus Leere, Armut, besetzten Häusern und Fabrikhallen ohne Heizung. Techno als Klang des Mauerlochs. Kreuzberg als Ort, wo das Scheitern keine Schande war.</p>



<p>Diese Kultur war nicht für den Export gedacht. Ihr Image aber exportiert sich bis heute – und dieser Export hat Konsequenzen, die von den Exporteuren nicht getragen werden. Je mehr Menschen kommen, um das authentische, unkommerzialisierte Berlin zu erleben, desto schneller wird es kommerzialisiert. Die Suche nach dem Ort, der noch nicht touristisch ist, macht diesen touristisch. Das ist keine Paradoxie, die sich auflösen lässt. Es ist die Grundstruktur des modernen Kulturtourismus.</p>



<p>Was der Tourismus strukturell hinterlässt, ist messbar. Das DIW Berlin hat nachgewiesen: Jede zusätzliche Airbnb-Unterkunft lässt die Angebotsmieten im direkten Umfeld um durchschnittlich 13 Cent pro Quadratmeter steigen.</p>



<p>Nach dem Berliner Zweckentfremdungsverbot sank die Zahl der Airbnb-Angebote von 190.473 im Jahr 2018 auf 89.301 im Jahr 2023 – fast eine Halbierung. Dennoch wächst ein Graumarkt möblierter Kurzzeitvermietungen, der regulatorisch kaum greifbar ist: Der Durchschnittspreis für möblierte Wohnungen mit dreimonatiger Mindestmietdauer lag im September 2023 bei 2371 Euro pro Monat – eine regulär vermietete Wohnung ähnlicher Größe würde laut Mietspiegel zwischen 336 und 635 Euro kosten.</p>



<p>In Friedrichshain-Kreuzberg liegen die jährlichen Verdrängungsraten bei über acht Prozent, in den Kernbereichen bei über zehn Prozent. Im Reuterkiez überschreiten Angebotsmieten 2025 regelmäßig 20 Euro pro Quadratmeter – eine Steigerung von mehr als&nbsp; 80 Prozent seit 2018. In einem Haus in der Buchholzer Straße gibt es bei 36 Wohneinheiten noch sechs normale Bestandsmieter. Die anderen 30 sind Touristen und Kurzzeitmieter.</p>



<p>Das Gefühl von Nachbarschaft – nicht messbar, nicht hashtagfähig, nicht rankingkompatibel – ist verschwunden.</p>



<p>Neukölln wurde von Time Out auf Platz 22 der coolsten Stadtviertel der Welt gelistet, basierend auf Ratings von 12.000 Menschen weltweit. Das Ranking ist kein Dokument des Lebens in Neukölln. Es ist ein Dokument der Wahrnehmung durch Menschen, die kurz zu Besuch waren und deren Urteil in den Algorithmus fließt, der Immobilien-Entscheidungen beeinflusst. Das Ranking ist nicht die Ursache der Gentrifizierung. Es ist ihr Beschleuniger und ihr Legitimationsmedium.</p>



<p><strong>Dieselbe Struktur, drei Gesichter</strong></p>



<p>Was Bhutan, Finnland und Berlin verbindet, ist nicht ihre Verschiedenheit. Es ist ihre gemeinsame Grundstruktur: Lebensqualität wird auf eine Weise gemessen und vermarktet, die bestimmte Menschen sichtbar macht und andere ausblendet. In Bhutan sind es die Vertriebenen, die im GNH-Index nicht mehr vorkommen, weil sie nicht mehr im Land sind. In Finnland sind es die Drogentoten, die Armen, die Institutionalisierten, die in der Gallup-Stichprobe nicht landen. In Berlin sind es die Verdrängten – die Menschen, die in den Vierteln lebten, bevor sie Szeneviertel wurden.</p>



<p>Das Muster ist identisch: Die Messung erfasst die Gewinner eines Prozesses und nennt das Ergebnis den Durchschnitt. Die Verlierer sind die unsichtbare Voraussetzung für den Wert, der gemessen wird. Ohne die ursprüngliche Armut kein Kreuzberg-Charme. Ohne den Charme kein Ranking. Ohne das Ranking keine Investoren. Ohne die Investoren keine Verdrängung.</p>



<p>Die Produzenten der Berliner Nachwendekultur – die Künstler, die Squatter, die Einwanderer, die Armen, die in kaputten Wohnungen blieben und dabei etwas erschufen, das die Welt fasziniert: Sie sind die ursprünglichen Urheber des Produkts Berlin. Sie haben daran nicht verdient. Meistens haben sie dafür bezahlt, indem sie verdrängt wurden.</p>



<p>Am Ende bleibt eine einfache Frage, die alle Rankings, alle Tourismusstrategien, alle Standortmarketingkampagnen sorgfältig vermeiden: Für wen ist diese Stadt? Nicht: Wer kommt hierher? Nicht: Welchen Hashtag-Wert hat dieser Bezirk? Sondern: Wer kann hier bleiben?</p>



<p>Berlin beantwortet diese Frage täglich, still und ohne Pressemitteilung. Die Antwort lautet: Immer weniger diejenigen, die das gemacht haben, wofür Berlin geliebt wird. Immer mehr diejenigen, die gekommen sind, um dieses Gemachte zu konsumieren.</p>



<p>Irgendwann ist das Gemachte aufgebraucht. Was dann bleibt, ist eine teure Stadt mit einem alten Image, dessen Ursprung niemand mehr kennt – und ein Hashtag, der noch eine Weile weiterläuft, weil Algorithmen kein Gedächtnis haben.</p>



<p>Platz sechs der Welt. Für wen, fragt niemand.</p>



<p><em>Das ist ein Beitrag, der im Rahmen der Open-Source-Initiative der&nbsp;<a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/berlin-die-vermessene-stadt-gluecksrankings-hashtag-tourismus-und-stille-vertreibung-10031983?utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=2026-05-01&amp;utm_campaign=30+04+BLZ+Open+Source" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Berliner Zeitung</a>&nbsp;veröffentlicht wurde. Dieser Beitrag unterliegt der Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0). Er darf für nicht kommerzielle Zwecke unter Nennung des Autors und der Berliner Zeitung und unter Ausschluss jeglicher Bearbeitung von der Allgemeinheit frei weiterverwendet werden.</em></p>



<p><em>Martyra Peng, geboren 1968, lebt und schreibt in Berlin. Sie ist Autorin von „Kohle“, „I/O“, „Sexwork 3.0“, „Workuta“, „Simas Schweigen“ und „Die unsichtbare Frau“. „Der Magnolienbaum“ erscheint am 8. Mai.&nbsp;</em></p>



<p>Link zum <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/berlin-die-vermessene-stadt-gluecksrankings-hashtag-tourismus-und-stille-vertreibung-10031983?utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=2026-05-01&amp;utm_campaign=30+04+BLZ+Open+Source" data-type="link" data-id="https://www.berliner-zeitung.de/article/berlin-die-vermessene-stadt-gluecksrankings-hashtag-tourismus-und-stille-vertreibung-10031983?utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=2026-05-01&amp;utm_campaign=30+04+BLZ+Open+Source">Original Berliner Zeitung </a>b</p>



<p>Wir haben den Beitrag auf Anregung unserer Partnerseite Pressenza übernommen. </p>



<p>Titelbild:  Peter Vlatten </p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Während Pferde fliegen, bleibt die Menschheit am Boden ..</title>
		<link>https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/waehrend-pferde-fliegen-bleibt-die-menschheit-am-boden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 06:01:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-0.5 Naost]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche kleinen Ereignisse dieser Tage voll kapitalistischer Barbarei sagen viel und lassen sich wohl am Besten mit Poesie &#8212; mit peschschwarzer Lyrik &#8211; einfangen. Ein Gedicht über Liebe für alles, ... <a title="Während Pferde fliegen, bleibt die Menschheit am Boden .." class="read-more" href="https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/waehrend-pferde-fliegen-bleibt-die-menschheit-am-boden/" aria-label="Mehr Informationen über Während Pferde fliegen, bleibt die Menschheit am Boden ..">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Manche kleinen Ereignisse dieser Tage voll kapitalistischer Barbarei sagen viel  und lassen sich wohl am Besten mit Poesie &#8212; mit peschschwarzer Lyrik &#8211; einfangen</em>. <strong>Ein Gedicht über Liebe für alles, was Kapital ist und nicht Mensch.</strong> (Peter Vlatten)</p>



<h4 id="diese-ruehrseligkeit-des-kapitalismus-hat-mich-zu-traenen-geruehrt-schwarzer-humor-eine-antiimperialistische-klage" class="wp-block-heading has-text-align-center">„Diese ‚Rührseligkeit‘ des Kapitalismus hat mich zu Tränen gerührt“   &#8211; Schwarzer Humor, eine antiimperialistische Klage &#8211;</h4>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Gestern Abend lief auf Habertürk TV eine Szene:<br>Schwere Frachtflugzeuge steigen in den Himmel…<br>Keine Menschen an Bord.<br>Keine Hoffnung.<br>Keine Zukunft.</p>



<p>Aber…<br>Millionenwerte Rennpferde.</p>



<p>Ja, genau.<br>Von Bahreyn nach Belgien –<br>Pferde, die vor der „Gefahr des Krieges“ gerettet werden.</p>



<p>Eines muss hier klar gesagt werden:<br>Wir sind nicht gegen die Rettung eines Lebewesens.<br>Im Gegenteil – Leben zu schützen ist das elementarste menschliche Prinzip.</p>



<p>Doch in dieser Szene wurde nicht einfach ein Lebewesen gerettet…<br>Gerettet wurde sein Warenwert.<br>Gerettet wurde das Kapital, das sich aus ihm vermehren lässt.</p>



<p>Was in dieses Flugzeug geladen wurde, war nicht nur ein Tier –<br>sondern ein Versprechen auf zukünftige Millionengewinne.</p>



<p>Was für eine elegante Epoche!<br>Während Bomben auf Menschen niedergehen, spannt der Kapitalismus einen Schirm über seine Pferde.</p>



<p>Auf der einen Seite:<br>Feuer, das vom Himmel fällt.<br>Kinder, die in der Erde verschwinden.<br>Zerfetzte Häuser.<br>Städte in Dunkelheit.<br>Kein Strom.<br>Kein Wasser.<br>Keine Wärme.<br>Selbst Atmen wird zum Luxus.</p>



<p>Im Libanon<br>sind Menschen auf der Flucht,<br>ohne Koffer, ohne Perspektive –<br>nur mit dem nackten Instinkt zu überleben.</p>



<p>Krankenhäuser überfüllt.<br>Schreie, die den Himmel durchbohren.<br>Getroffene Ölquellen –<br>der Himmel ist nicht nur dunkel, sondern giftig geworden.</p>



<p>Apokalypse…<br>aber nur für Menschen.</p>



<p>Auf der anderen Seite:<br>Pferde werden verladen.</p>



<p>Behutsam.<br>Sorgfältig.<br>Mit größter Aufmerksamkeit.</p>



<p>Als wäre nicht der Mensch das Wertvollste.<br>Als wäre das Recht auf Leben eine Rennbahn.</p>



<p>Vielleicht beugt sich ein Angestellter hinunter und flüstert:<br>„Hab keine Angst… wir retten dich.“</p>



<p>Was für eine große Barmherzigkeit.<br>Was für eine erhabene Moral.</p>



<p>Doch diese Barmherzigkeit spricht eine andere Sprache:<br>Nicht Mitgefühl, sondern Bewertung.<br>Nicht Empathie, sondern Renditekalkül.</p>



<p>Diese „Rührseligkeit“ des Kapitalismus…<br>sie hat mich wirklich zu Tränen gerührt.</p>



<p>Während Menschen vor Bomben fliehen,<br>fliegt das Kapital seine Pferde weiter – fast wie Business Class.</p>



<p>Das ist die Moral des Kapitalismus:<br>Der Mensch stirbt – der Markt lebt.<br>Die Natur brennt – das Kapital wird verlagert.<br>Städte zerfallen – Werte werden versichert.</p>



<p>Und man verlangt von uns, das „Weltordnung“ zu nennen.</p>



<p>Vielleicht werden Geschichtsbücher eines Tages schreiben:<br>„In dieser Epoche, in der Menschen an Krieg, Hunger und giftiger Luft starben,<br>zeigten die Mächtigen ihre größte Sensibilität… gegenüber Rennpferden.“</p>



<p>Und Kinder werden fragen:<br>„Wirklich?“</p>



<p>Und wir werden beschämt antworten:<br>„Ja… denn damals war nicht die Menschlichkeit heilig,<br>sondern die Profitrate.“</p>



<p>Vielleicht ist die eigentliche Tragödie:<br>Die Pferde wurden gerettet.<br>Doch die Menschheit…</p>



<p>liegt noch immer unter den Trümmern.</p>
</blockquote>



<p>Zeki Gökhan, 20. März 2026</p>



<p>Titelbild: Collage Zeki Gökhan</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frommes Gedicht der Konzernbesitzenden</title>
		<link>https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/frommes-gedicht-der-konzernbesitzenden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 03:49:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[0. Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[von Peter Jüriens, März 2026 Willkommen im Shop of the wars Wir treten der Welt für verteufelt viel Geldbis sie brennt immer fest in den MorsUnd für Uns ist&#8217;s bequemEuer ... <a title="Frommes Gedicht der Konzernbesitzenden" class="read-more" href="https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/frommes-gedicht-der-konzernbesitzenden/" aria-label="Mehr Informationen über Frommes Gedicht der Konzernbesitzenden">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>von Peter Jüriens, März 2026</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">Willkommen im Shop of the wars  <br>Wir treten der Welt für verteufelt viel Geld<br>bis sie brennt immer fest in den Mors<br>Und für Uns ist&#8217;s bequem<br>Euer Outlawsystem<br>Das ihr da nennt die freie Welt</p>



<p class="has-text-align-center">Wir werden Euch alles verkaufen:<br>Hier Raketen wie wild, da &#8217;nen Raketenschild<br>Panzerflotten, die Unser Öl saufen <br>Kriegsgrund gratis dazu!<br>Heut gibt&#8217;s Schulkindragout!<br>Regen billig! Viel Platz in den Traufen!</p>



<p class="has-text-align-center">Wir geben Euch nur eine Regel:<br>Daß der Frieden nie reicht den ihr eh nie erreicht &#8211;<br>Blut her! Füttert des Krieges Egel!<br>Uns ist&#8217;s regelbasiert <br>wenn ihr losbombardiert, <br>massakriert, killt, blockiert. Es ist leicht.</p>



<p class="has-text-align-center">Keine Rechtsgrundlage ist gegeben <br>Weil halt might makes so right und Ihr dumm genug seid<br>Uns zu geben Geld Macht, und das Leben&#8230;<br>Und für Uns ist&#8217;s genial<br>Los! Das Ganze nochmal!<br>Unsern Arsch auf den Weltthron zu heben.<br></p>
</blockquote>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092030.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="500" data-id="68208" src="https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092030.jpg" alt="" class="wp-image-68208" srcset="https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092030.jpg 800w, https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092030-300x188.jpg 300w, https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092030-768x480.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092252.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="800" data-id="68209" src="https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092252.jpg" alt="" class="wp-image-68209" srcset="https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092252.jpg 1024w, https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092252-300x234.jpg 300w, https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wp-content/uploads/2026/03/1000092252-768x600.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</figure>



<p>Alle Bilder: Collagen Peter Jüriens</p>



<p><strong>In den USA fanden gestern, 28.März, unter dem Motto &#8222;No Kings&#8220; landesweit Demonstrationen mit 8 bis 10 millionenfacher Beteiligung gegen Präsident Trump statt. </strong></p>



<p></p>
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