Vietnam. Folgen der US Kriegsverbrechen! Auch nach 47 Jahren Leiden ohne Ende !

Im Vienamkrieg warfen die USA 8 Millionen Tonnen Bomben, mehr als doppelt soviel wie insgesamt im zweiten Weltkrieg , auf das kleine Land Vietnam ab. Ausserdem versprühten sie quer über das Land tausende von Tonnen des Pflanzengifts Agent Orange, das heute noch nach 47 Jahren ohne absehbares Ende Gesundheit und Leben von Menschen, insbesondere von Kindern, kostet. Vietnam ist kein Einzelfall. Wir brauchen in Europa nur über die Schulter auf den Balkan zu blicken. Hier werden auch heute noch immer wieder Menschen Opfer von nuklearer Streumunition und Minen, die von den USA und der Nato im ebenfalls völkerechtswidrigen Krieg um den Kosovo eingesetzt wurden. Einer der Hauptverantwortlichen residiert heute als Präsident im Weissen Haus. Von den Verantwortlichen wurde nie jemand zur Rechenschaft gezogen. Unsere Korrespondentin Cathrin Karras aus Vietnam greift das Thema an einem konkreten Einzelschicksal auf (Peter Vlatten).

Kurzbeitrag von Cathrin Karras

„Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2015 und wurde aufgenommen als die kleine Hồng Tú fuenf Monate alt war. Sie ist ein Agent Orange-Opfer der dritten Nachkriegsgeneration. Auch nach einigen erfolgreichen Operationen konnte sie nie ein normales Leben fuehren. Sie litt an Laehmungen der Gliedmassen, Sehstoerungen und Krampfanfaellen und war geistig behindert. Heute habe ich erfahren, dass sie in der vorigen Woche von ihren Leiden erloest wurde. Machs gut, kleiner Engel! Wir sehen uns im naechsten Leben. 🥰🥰🥰

Hồng Tú gehoert zu den mittlerweile mehr als 150.000 vietnamesischen Kindern, die als unschuldige Opfer an den Folgen des Agent Orange Einsatzes der US-Armee mit schweren Behinderungen geboren wurden. Aber der Wahnsinn hat noch lange kein Ende. Untersuchungen von Wissenschaftlern und Aerzten kamen zu dem Ergebnis, dass es noch sechs bis zwoelf weiterer Generationen bedarf, bis das Gift endlich soweit aus den Koerpern der Menschen verschwunden sein wird, dass es den genetischen Code nicht mehr veraendert.

Nach wie vor weigern sich die Amis, einen Zusammenhang zwischen Agent Orange und den Behinderungen anzuerkennen, obwohl etliche internationale Studien genau diesen Zusammenhang belegen. Eines der schlimmsten Kriegsverbrechen aller Zeiten wird wohl weiterhin ungesuehnt bleiben.

Beitrag Cathrin Karras, Foto Hoàng Thị Phương – Hanoi TV, wir danken für die Publikationsrechte

Video-Konferenz: Organisierung in der Plattformökonomie

Die Konferenz will Essenslieferanten aus Deutschland und China (Festland und Hong Kong) zu einem Austausch über Arbeitsbedingungen und Arbeitskämpfe in ihren Ländern zusammenbringen.

Dabei wird berücksichtigt, dass die Zustellung auf unterschiedliche Art geschieht – zu Fuß, mit dem Fahrrad, E-Bike, Moped, Motorrad oder auch Auto.

Der Austausch soll die Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzeigen und die Art und Weise reflektieren, wie sich in diesem Sektor arbeitende Menschen organisieren und wie sie international zusammenarbeiten. Als Teil der Arbeiterklasse stellt sich die Frage ihrer Organisierung: In Form traditioneller oder anarcho-syndikalistischer Gewerkschaften oder in Kollektiven auch jenseits von Gewerkschaften.

Fragestellungen:

a) Wie hat sich die Essenslieferindustrie in Festland-China, Hong Kong und Deutschland in den letzten Jahren entwickelt?

b) Wie sehen die Arbeitsbedingungen von Essenslieferantenin Festland-China, Hong Kong und Deutschland aus?

c) Wie haben sie Arbeitskämpfe ausgefochten und Organisationsstrategien entwickelt?

d) Was sind dabei ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den zweiLändern?

Programm

Samstag, den 10. Dezember, 09:00 – 13:30 Uhr,

Konferenzsprachen sind Englisch und Chinesisch mit Simultanübersetzung

09:00Welcome by the convenors Overview of the delivery industry and the platform economy worldwide
by Simon Schaupp, University of Basel
09:20
09:35
09:50
Overview on China: Food Delivery Platforms and Workers in a Strong State by Lee Yu, Researcher of platform labor in China, Hong Kong Overview on the situation in Hong Kong by Au Gaawing, Riders‘ Rights Concern Group, Hong Kong, Overview on the situation in Germany by Simon Schaupp, University of Basel Followed by questions and comments from participants
10:30Break

11:00
11:30
Reports on working conditions and labour disputes from activists: A delivery worker from mainland China Followed by questions and comments from participants Siutong on Food Panda delivery workers‘ struggle in Hong Kong Followed by questions and comments from participants
12:00Short break
12:15

12:45 13:30
Elmar Wiegand (Flink, Action against Labour Injustice) Cologne Delivery worker from Gorilas, Berlin Followed by questions and comments from participants Final open discussion + closing remarks End of the conference

Tagungsleitung

Rosa Luxemburg Stiftung (https://www.rosalux.de)

Thomas Sablowski, e-mail: thomas.sablowski@rosalux.org

Kritisches China-Forum:

Peter Franke, e-mail: forumarbeitswelten@fuwei.de

Anmeldung

Erbeten wird eine schriftliche und verbindliche Anmeldung per e-mail für die Teilnahme an der Online-Konferenz unter Angabe von Namen, Adresse, ggf. Organisationzugehörigkeit und e-mail bis spätestens Donnerstag den 8.12.2022an Peter Franke,  forumarbeitswelten@fuwei.de

Die Teilnahme wird schriftlich bestätigt und ein Zugangscode kurz vor der Konferenz verschickt.

Über das Kritisches China-Forum

In der polarisierten Debatte zu Entwicklungen in China und seiner Rolle in den Verschiebungen und Umbrüchen in der kapitalistischen Weltordnung kommen differenzierte Analysen häufig zu kurz. Wir wollen in die politische Diskussion emanzipatorische, internationalistische Positionen einbringen und solidarische Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Es geht darum, sowohl die Vorurteile im „Westen“ gegenüber China als auch die Herrschaftsverhältnisse, die kapitalistische Ausbeutung sowie die Naturzerstörung in China zu thematisieren. Wir wenden uns dabei gegen Rassismus, Chauvinismus, schlichtes Schwarz-Weiß-Denken und militärische Eskalation, die im Zuge der wachsenden Weltmarktkonkurrenz und geopolitischen Machtkonfrontationen an Bedeutung gewinnen und derzeit staatliches Handeln prägen.

Wir bieten eine Informationsplattform an und organisieren öffentliche Diskussionsveranstaltungen zu China. Wir beschäftigen uns unter anderem mit Arbeitsbeziehungen, sozialen Bewegungen, Geschlechterverhältnissen, Umweltpolitik und internationalen Beziehungen. Im Forum haben bisher u.a. Mitarbeiter*innen der Universitäten Erfurt, Kassel, Köln, Leipzig, Passau sowie der HU Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der NGO PowerShift sowie Mitglieder von gongchao.org, des Forum Arbeitswelten, der IG Metall, der IG BCE und der GEW mitdiskutiert.

Belt & Road-Initiative Chinas stößt auf Widerstand

Seit weit über 10 Jahren existiert das „Forum Arbeitswelten Deutschland China“. Es setzt sich zum Ziel, das gegenseitige Verständnis der Gesellschaften zu fördern. Vor allem will es direkte Begegnungen anstoßen und legt einen besonderen Schwerpunkt auf Kontakte von abhängig Beschäftigten der beiden Länder. Es organisierte Reisen in die VR China und war Gastgeber für chinesische Delegationen, die zahlreiche Begegnungen mit aktiven Gewerkschafter:innen in Deutschland hatten. Diese Praxis wurde dann durch die Übernahme des Parteivorsitzes der KP durch Xi Jinping deutlich erschwert. Auch nach Hongkong hatte das Forum gute Kontakte, die allerdings durch die jüngste Entwicklung auf der Halbinsel stark eingebrochen sind.

Gegründet wurde das Forum  2008 vom einem Konsortium mit Organisationen aus Hong Kong – Asia Monitor Resources Centre (AMRC) und Globalisation Monitor (GM) – und Deutschland – Asienstiftung, Express, Labournet Germany, Südwind, Transnational Information Exchange Germany (TIE), Werkstatt Ökonomie.

Karsten Weber ist langjähriger Aktivist des Forums und beschäftigt sich in Folgen mit der Entwickung der Belt & Road-Inititative. Wir geben hier die 10. Folge dieses Reports wieder. Die Länderbeispiele dokumentieren sehr deutlich, dass die Expansion des chinesischen Kapitals in die Welt der gleichen Klassenlogik folgt wie die ihrer westlichen Konnkurrenten. Hier einen „Sozialismus“ am Werk zu sehen, spricht entweder für Blindheit oder ist der Versuch eines „Red Washings“.

Über die Ankunft der fernöstlichen Konkurrenz im westlichen Arbeitsmarkt hatte ich 2015 bereits in der SoZ den folgenden Artikel verfasst. Die weitere Geschichte hat diese Einschätzung bestätigt. (Jochen Gester)

https://www.sozonline.de/2015/06/piraeus-das-tor-nach-europa/

July 24, 2022

Von Karsten Weber

Belt & Road 10 – ein weiteres Kapitel über Kämpfe und Leid im Zusammenhang mit der Belt and Road Initiative

Unter der Vielzahl an Konflikten und Kämpfen im Zusammenhang mit den chinesischen Investitionen entlang der Neuen Seidenstraßen, hat die Darstellung der Belt & Road Initiative als globales Entwicklungshilfeprojekt ihre Glaubwürdigkeit verloren.

PERU

Peru erklärt den Notstand für die Wiederaufnahme der Kupferproduktion in der Mine Cuajone

MMG Ltd (1208.HK) teilte am Montag mit, dass ihre Kupfermine Las Bambas in Peru ab dem 20. April den Betrieb einstellen wird, nachdem Bewohner einer nahe gelegenen Gemeinde im Rahmen eines Protestes das Gelände gestürmt hatten.

Las Bambas liefert 2 % des weltweiten Kupferangebots und ist immer wieder Gegenstand von Störungen durch verarmte lokale Gemeinden, die höhere finanzielle Abgaben von der Mine fordern. Anfang dieses Jahres war die Mine aufgrund einer Straßenblockade gezwungen, den Betrieb zu verlangsamen.

MMG erklärte, die Mitglieder der Gemeinde Fuerabamba hätten Las Bambas am 14. April betreten, um gegen die angebliche Nichteinhaltung der sozialen Investitionsverpflichtungen des Unternehmens zu protestieren, was MMG zurückweist. Auch Mitglieder der Gemeinde Huancuire hatten sich den Protesten angeschlossen.

Reuters 18.4.2022

„…Das Unternehmen weist diese Anschuldigungen zurück und ist zutiefst frustriert über die Aktionen der Bevölkerung…“

Ein seit Jahren schwelender Konflikt:

[Das Retortendorf]  Nueva Fuerabamba war das Kernstück einer der großzügigsten Bergbauvereinbarungen, die jemals in Peru ausgehandelt wurden. (…) Viele vermissen ihr altes Leben mit Kartoffelanbau und Viehzucht. (…) Müßiggang und Isolation haben die Lebensgeister eines Volkes besiegt, dessen Vorfahren gefürchtete Viehdiebe waren.

„Es ist, als wären wir in einem Gefängnis gefangen, in einem Käfig, in dem kleine Tiere gehalten werden“, sagte Cipriano Lima, 43, ein ehemaliger Bauer. (…) Einige Dorfbewohner haben Selbstmord begangen. In den 12 Monaten bis Juli haben sich vier Bewohner durch die Einnahme von landwirtschaftlichen Chemikalien umgebracht, so die Staatsanwaltschaft der Provinz.

Reuters 7.12.2017

MMG teilte mit, dass Las Bambas die Kupferproduktion ab dem 20. April nicht mehr fortsetzen kann. (…) Der jüngste Konflikt mit Las Bambas ereignete sich vor dem Hintergrund, dass die Mine Cuajone der Southern Copper Corp. ihren Betrieb seit Ende Februar eingestellt hat, nachdem die Bewohner der umliegenden Gemeinden die Wasserversorgung des Unternehmens lahmgelegt hatten.

Mining 18.4.2022

RUANDA

Ruanda inhaftiert chinesischen Staatsbürger wegen Folterung von Minenarbeitern

Ein chinesischer Staatsangehöriger wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil er in Ruanda einheimische Bergarbeiter misshandelt hatte, nachdem ein Video, das ihn beim Auspeitschen eines an einen Pfosten gefesselten Mannes zeigt, in den sozialen Medien viral ging.

Sun Shujun, der Leiter eines Bergwerks im Westen des Landes, wurde am Dienstag zusammen mit einem Komplizen verurteilt, nachdem er im vergangenen September festgenommen worden war. (…) Ein weiterer Manager des Unternehmens Ali Group Holding Ltd wurde der Unterstützung von Sun für schuldig befunden und zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein dritter Angeklagter wurde für nicht schuldig befunden. (…)

Aljazeera 21.4.2022

MYANMAR

Anti-Putsch-Rebellen bedrohen chinesische Minen in Myanmar

Putschgegner in Myanmar haben am Samstag damit gedroht, von China unterstützte Minen im Nordwesten des Landes anzugreifen, wenn die Projekte nicht geschlossen werden, da die Gewinne in die Taschen der Junta fließen würden. (…)

Das chinesische Unternehmen Wanbao Mining ist eine Partnerschaft mit dem vom Militär kontrollierten Mischkonzern Myanma Economic Holdings eingegangen, um die umstrittenen Kupferminen Letpadaung und Sapetaung-Kyesintaung in der Nähe von Salingyi in der Region Sagaing zu betreiben. In letzter Zeit kam es jedoch aufgrund von Kämpfen, Stromversorgungsproblemen und dem Coronavirus zu Unterbrechungen im Bergbau.

Sechzehn Rebellengruppen gaben am Donnerstag eine gemeinsame Erklärung ab, in der es heißt, dass die Einnahmen aus dem Bergbau die Taschen von hochrangigen Militärs und Kumpanen in Myanmar füllen würden. (…)

Die Rebellengruppen behaupten, dass die von China unterstützten Minen trotz jahrelanger Tätigkeit keinen Nutzen für die lokale Bevölkerung gebracht haben. Ihr Sprecher forderte die Arbeiter auf, sich der Bewegung des zivilen Ungehorsams gegen die Minen anzuschließen und an Streiks teilzunehmen. „Wir haben die Menschen, die für die Unternehmen arbeiten, aufgefordert, ihre Arbeitsplätze bis zum 5. Mai zu verlassen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. (…)

NewStraitsTimes 23.4.2022

KONGO

Diese Kinder durchkämmen die Minen in Katanga

Wie viele sind es? Wahrscheinlich sind es Tausende. Diese Minderjährigen graben, waschen, sortieren und transportieren die Mineralien, die den Reichtum von Lualaba und Haut-Katanga ausmachen. Vor aller Augen und oft mit der Komplizenschaft ihrer Eltern, und nicht nur ihrer. Sowohl die Behörden als auch die Bergbauunternehmen verschließen die Augen vor dieser Ausbeutung, obwohl sie verboten ist.

(…) „In Kasulo wird sogar in den Wohnparzellen gegraben“, erklärt Auguste Mutombo von der NGO Alternative Plus. „Das führt dazu, dass fast vier von zehn Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren in diesen Tagebauen arbeiten“. (…)

Ein chinesischer Staatsbürger hat sich mit seiner kleinen Firma namens COMIBAT auf diesem Gelände niedergelassen“, sagt John, ein in Kakanda lebender Grabungsarbeiter. Er hat alle erwachsenen Kleinschürfer vertrieben. Er baut Kupfer mit Kindern ab, weil diese akzeptieren, dass sie weniger Geld bekommen. Dieser ausländische Kupferförderer wird von einem Provinzabgeordneten unterstützt, der der Provinzregierung nahesteht, obwohl der Abbau an einem illegalen Ort und mit Kindern stattfindet “. (…)

Eine Studie von Unicef (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen) aus dem Jahr 2014 schätzte die Zahl der Kinder in den Minen der Provinzen Lualaba und Haut-Katanga auf 40.000. Genauere Angaben sind heute nicht mehr möglich, da es keine aktuellen Aufzeichnungen über die Minenarbeiter gibt (…)

Die Austrocknung dieser einzigen Einkommensquelle würde zu einer wirtschaftlichen Katastrophe führen. (…)

„Wir müssen Alternativen finden, die sowohl für die Familien als auch für die Kinder machbar sind“, schlägt Jean-Pierre Muteba von der Neuen Gewerkschaftsdynamik (NDS) vor, „denn was uns hier präsentiert wird, ist angesichts der verbleibenden Zeit nicht machbar“. (…)

actualite 3.5.2022

NAMIBIA

Schießen Sie nicht auf ihre Mitarbeiter und zahlen sie keine Bestechungsgelder – so lauten die Empfehlungen der chinesischen Botschaft in Namibia

chinaglobalsouth 4.5.2022

KIRGISIEN

Kirgisische Arbeiter streiken für bessere Bezahlung in chinesischer Mine

Bei den meisten Streiks im Bergbausektor Kirgisistans sind chinesische Unternehmen betroffen.

Ein chinesisches Goldbergbauunternehmen im Süden Kirgisistans hat sich in eine langwierige Auseinandersetzung mit den Arbeitern verwickelt. In der Mitte der dritten Streikwoche scheint keine der beiden Seiten zum Einlenken bereit zu sein.

Die Arbeiter der Ishtamberdi-Goldmine in der Provinz Jalal-Abad legten am 30. April die Werkzeuge nieder, um eine Lohnerhöhung zu fordern. (…)

Der Eigentümer, Full Gold Mining, kaufte Ishtamberdi 2008 von der China Road and Bridge Company. CRBC hatte sich die Konzession als Gegenleistung für den Wiederaufbau einer strategisch wichtigen Straße gesichert, die den Süden Kirgisistans mit dem Grenzübergang Irkeschtam an der Grenze zwischen den beiden Ländern verbindet. (…)

Im Jahr 2014 war Full Gold Mining das Ziel einer Steuerbetrugsuntersuchung. Das Unternehmen räumte seine Schuld ein und zahlte mehr als 1 Million Dollar an den kirgisischen Staatshaushalt zurück. (…)

Im Jahr 2012, nur ein Jahr nach Aufnahme der Arbeit in der Mine, erreichten die streikenden Arbeiter eine Lohnerhöhung von rund 30 Prozent – weniger als die von ihnen geforderten 50 Prozent.

Im Jahr 2018 wurden jedoch fast 400 Arbeiter entlassen, weil sie sich weigerten, überarbeitete Verträge mit niedrigeren Löhnen zu akzeptieren. Diesmal scheint das Unternehmen entschlossen zu sein, so wenig wie möglich nachzugeben.

Eldar Tadschibajew, Vorsitzender der Gewerkschaft der Bergbau- und Hüttenarbeiter Kirgisistans, erklärte gegenüber Eurasianet, dass die Arbeiter eine Lohnerhöhung von 10 Prozent abgelehnt hätten und erneut eine Erhöhung um 50 Prozent anstrebten.

Andere Themen (…) sind die Qualität des Essens vor Ort und Vorwürfe, dass das Unternehmen die Kosten für einige Ausrüstungen von den Gehältern abzieht. Die Arbeiter haben dem Unternehmen auch vorgeworfen, die kirgisische Gesetzgebung zu ignorieren, die Prämien für Höhenarbeit – Ishtamberdi in der Region Jalal-Abad liegt rund 2.200 Meter über dem Meeresspiegel – und gesammelte Berufserfahrung vorsieht.

Die meisten Arbeiter verdienen zwischen 300 und 400 Dollar pro Monat für 12-Stunden-Schichten an 15 Tagen im Monat, sagte Tadschibajew – höher als der nationale Durchschnitt, aber niedrig für die Branche. (…)

eurasianet 18.5.2022

NAMIBIA

Straßenbauarbeiter zur Beendigung des Streiks angehalten

Bauarbeiter eines in chinesischem Besitz befindlichen Unternehmens, die für den Ausbau der Gibeon-Tses-Straße beschäftigt sind und Anfang des Monats ihre Werkzeuge niedergelegt hatten, wurden vom Gericht angewiesen, ihre Arbeit wieder aufzunehmen.

Richter Harald Geier vom Obersten Gerichtshof untersagte am Freitag den Beschäftigten der China Henan International Cooperation Group (Pty) Ltd (Chico), die von der Metal and Allied Namibian Workers Union (MANWU) vertreten und von Michael Amushelelo und der politischen Partei Namibia Economic Freedom Fighters (NEFF) unterstützt werden, die Fortsetzung des Streiks. (…)

Etwa 371 Bauarbeiter legten am 5. Mai ihre Werkzeuge nieder, nachdem ihr Arbeitgeber angeblich nicht auf ihre in der Petition vom April geäußerten Beschwerden eingegangen war.

Die Arbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen wie bessere Löhne, die Bereitstellung von Unterkünften und Trinkwasser im Lager Asab sowie die Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien. (…)

Ihm zufolge ist der illegale Streik für das Unternehmen kostspielig, da die Bauarbeiten nicht planmäßig vorankommen. „Der Antragsteller verliert durch den laufenden illegalen Streik täglich 366.666 N$“, sagte Yunke. (…)

Amushelelo, der mit den geschädigten Arbeitern sympathisiert, befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam, nachdem er am 13. April bei den Protesten in Chinatown verhaftet worden war. Amushelelo und Dimbulukeni Nauyoma (…) warten heute vor dem Katutura Magistrate’s Court auf die Entscheidung über ihre Kaution. Die beiden wurden zusammen mit sechs weiteren Personen verhaftet, die inzwischen nach einer Verwarnung wieder freigelassen wurden.

AllAfrica 24.5.2022

LAOS

Chinesisches Kautschukunternehmen hält Landwirt in Laos in Gewahrsam, der seine Ernte außerhalb der Provinz verkaufen will

Der Bauer, der keinen Vertrag mit dem Unternehmen über den Verkauf seines Kautschuks hatte, wurde nach dem Einschreiten der Polizei freigelassen.

Mitarbeiter eines chinesischen Kautschukunternehmens im ländlichen Laos haben einen lokalen Kautschukbauern, der seine Ernte zu einem höheren Preis an einen anderen Käufer verkaufen wollte, illegal festgehalten, so Quellen in dem südostasiatischen Land gegenüber RFA.

RFA 10.6.2022

ANGOLA

Zwei Bauarbeiter des Caculo-Cabassa-Staudamms sterben bei der polizeilichen Niederschlagung eines Protestes für bessere Arbeitsbedingungen

„Erneute Demonstration in Kwanza Norte fordert mindestens zwei Tote“

(…) Nach Angaben des Gewerkschaftskomitees für das Staudammprojekt Caculo Cabassa wurden am Donnerstag rund 400 streikende Arbeiter eines chinesischen Unternehmens, des Bauunternehmens für das Projekt, von den Sicherheitskräften niedergeschlagen, wobei drei Menschen starben und fünf verletzt wurden. (…)

Nach Angaben der Polizei, die bestätigte, dass die Proteste stattgefunden hatten, waren die Behörden gezwungen, Gewalt anzuwenden, um zu verhindern, dass das Eigentum des chinesischen Unternehmens und die laufenden Arbeiten von den Arbeitern, die in Zusammenstöße mit den öffentlichen Sicherheitskräften verwickelt waren, zerstört wurden.

Nach Angaben der Polizei dienten die Schüsse auf die Demonstranten dazu, die Gewalt einzudämmen und die Zerstörung von Eigentum zu verhindern, wobei zwei Arbeiter getötet und fünf weitere verletzt wurden. Die Polizei leitete eine Untersuchung ein, um die Ursachen für die Zusammenstöße mit den Streikenden zu ermitteln.

Business Humanrights 15.6.2022

Angola: Streikende Staudamm-Bauarbeiter erhalten besseres Angebot von chinesischem Unternehmen

Die Arbeiter des angolanischen Wasserkraftprojekts Caculo Cabaça und die Leitung des chinesischen Bauunternehmens CGCG haben nach Protesten, bei denen Arbeiter umkamen, einen Kollektivvertrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen unterzeichnet.

Macaobusiness 21.6.2021

Verstümmelte Leiche in der Nähe des chinesisch-myanmarischen Kupferprojekts gefunden

(…) Die Leiche eines Mannes, dem Kopf und Arme abgetrennt worden waren, wurde am Sonntag im Dorf Phaungkata (Nord) in der Gemeinde Salingyi in der Nähe der chinesischen Kupfermine Letpadaung in Myanmars nordwestlicher Sagaing-Region gefunden (…).

Die Junta-Kräfte, die das Kupferprojekt bewachen, führten vom 21. bis 24. Juni Razzien in den umliegenden Dörfern Moe Gyo Pyin (Nord), Zee Taw, Sal Tel und Phaungkata (Nord) durch. Der Mann wurde am 24. Juni vermisst, als die Junta-Kräfte sein Dorf in Brand setzten (…).

Der Sprecher des Militärrats sagte auf Anfrage von RFA, die Junta müsse die Kupfermine schützen, da es sich um eine ausländische Investition handele. (…)

RFA 28.6.2022

ALGERIEN

„Belt & Road“ werden zu Eisenkugel und Kette für chinesische Bauarbeiter

Niedrige Löhne, schlechte Verpflegung und beschlagnahmte Pässe lassen die Arbeiter in Algerien in der Luft hängen.

Sie meldeten sich auf Jobmessen, um als Zimmerleute, Maurer, Klempner und Maler in einem Wohnbauprojekt im nordafrikanischen Algerien zu arbeiten. Man versprach ihnen Hin- und Rückflug, Unterkunft und Verpflegung sowie bessere Löhne, als sie in China verdient hätten. Sie dachten, es sei eine sichere Sache, für Unternehmen zu arbeiten, die für Chinas Vorzeigeprojekt Belt and Road Initiative (BRI) tätig sind.

Als die Wanderarbeiter aus (…) ärmeren Provinzen im Landesinneren – im Land ankamen, fanden sie sich jedoch bald in Hütten ohne Klimaanlage in der Wüstenhitze wieder und sahen sich einem Alptraum aus einbehaltenen Löhnen, mysteriösen Zusatzgebühren, beschlagnahmten Pässen und miserablem Essen gegenüber. Viele sind in Algerien gefangen.

Chinesische Anwälte für Arbeitsrecht sagen, dass ihre Behandlung (…) Menschenhandel im Sinne der von China unterzeichneten internationalen Konventionen darstellt. Die BRI gilt als das Aushängeschild der internationalen Politik des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. (…)

„Schweinefutter“ und heiße Schuppen

Arbeiter B sagte, dass es eines Streiks der Arbeiter im September 2021 bedurfte, um das Unternehmen dazu zu bringen, die 70 Prozent zu zahlen, die ihnen Mitte des Jahres zustanden.

„Um es ganz offen zu sagen: Das Essen war schlimmer als das, was man Schweinen gibt. Manchmal war das Essen einfach ungenießbar“, sagte Arbeiter B. (…)

Erschwerend kam hinzu, dass die Arbeiter „in normalen Schuppen leben mussten, ohne Klimaanlage, egal wie heiß es war“, so Arbeiter A. (…)

„Die Botschaft hat ihnen mehrmals geholfen, mit dem Unternehmen zu verhandeln, aber die Botschaft hat keine Macht über das Unternehmen, um die Vereinbarungen durchzusetzen, so dass wir das Unternehmen nicht zwingen können, zu zahlen“, sagte der Botschaftsmitarbeiter (…).

Für die Arbeiter, die pleite und ohne Flugtickets und Pässe in Algerien festsitzen, verblassen die rechtlichen und internationalen Probleme jedoch hinter den persönlichen Kosten durch ihren Schwebezustand, wie die Hochzeiten ihrer Kinder oder die Beerdigungen ihrer Eltern zu verpassen.

„Es sind schon mehr als zwei Jahre, zweieinhalb Jahre. Ich weiß nicht, wann ich zurückkehren kann. Ich habe den Vertrag erfüllt, aber es ist zu einer lebenslangen Haftstrafe geworden“, sagte Arbeiter B.

RFA 16.7.2022

KONGO

China beutet 40.000 Kinderarbeiter in Kobaltminen im Kongo aus

(…) China ist der wichtigste ausländische Akteur in der Bergbauindustrie der Demokratische Republik Kongo. Im Jahr 2019 importierte China 83 Prozent seines Kobalts und 9 Prozent seines raffinierten Kupfers und seiner Kupferlegierungen aus der Demokratischen Republik Kongo, und chinesische Unternehmen kontrollieren Berichten zufolge die Mehrheit der Kupfer- und Kobaltbergbauprojekte und -produktion in der DRK (…).

Die Demokratische Republik Kongo produziert mehr als 70 Prozent des weltweiten Kobalts, von dem 15 bis 30 Prozent in handwerklichen Minen gewonnen werden. Diese Kleinbetriebe sind seit Jahren für Menschenrechtsverletzungen berüchtigt. (…)

Der kongolesische Bürgerrechtsanwalt Herve Diakiese Kyungu sagte bei der Anhörung aus, dass Kinder aufgrund ihrer geringen Größe verschleppt und ausgebeutet werden. Die handwerklichen Minen „sind oft nicht mehr als schmale, in den Boden gegrabene Schächte, weshalb Kinder rekrutiert – und in vielen Fällen gezwungen – werden, in diese hinabzusteigen, nur mit ihren Händen oder rudimentären Werkzeugen, ohne jegliche Schutzausrüstung, um Kobalt und andere Mineralien zu gewinnen“, sagte er. (…) „Sie werden nicht bezahlt und ausgebeutet, und die Arbeit ist oft tödlich, da die Kinder in kleine, in die Erde gegrabene Löcher kriechen müssen“, sagte Kyungu aus.

Chinesische Vertreter seien keine passiven Investoren, sondern seien vor Ort und überwachten die Arbeiten, sagte er. Er beschrieb einen Vorfall, bei dem „zwei Personen, die als chinesische Staatsbürger identifiziert wurden, … zwei kongolesische Militäroffiziere angewiesen haben, zwei Kongolesen, die auf ihrem Gelände angetroffen wurden, zu verprügeln“. Die Auspeitschung, die auf Video festgehalten und im Internet verbreitet wurde, zeige die Zusammenarbeit zwischen chinesischen Unternehmen und DCR-Regierungsbeamten, sagte er. (…)

„Sie arbeiten sieben Tage die Woche und mehr als 12 Stunden am Tag“, sagte er. Mit Werkzeugen wie Hämmern, Meißeln und Spaten seien ihre Arbeitsbedingungen mit denen der Sklaverei vergleichbar, sagte er. (…)

ANI News 18.7.2022

Quelle: Arbeitswelten Deutschland China
https://www.forumarbeitswelten.de/


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