Freiheit für Julian Assange „Jetzt oder Nie“

Diesen Februar entscheidet sich,ob Julian Assange an die USA ausgeliefert wird. Es sind Schicksalstage für ihn persönlich, aber auch für alle Journalist:innen. Wieweit wird die Schlinge zur Einschüchterung freier und demokratischer Presse weiter zugezogen ? Es gibt zahlreiche Protestaktionen und auch ein Kulturprogamm hier in Berlin.

15.Februar , 20 Uhr Kino + Talk Free Assange, im TAK Prinzenstraße 85F , Berlin Kreuzberg
20.Februar,13 – 16 Uhr , Mahnwache und Menschenkette Pariser Platz, Berlin
21.Februar, 11:30- 16 Uhr Mahnwache Pariser Platz, Berlin

Pressemeldung,Free Assange Berlin, Februar 2024

Der letzte Prozess von Julian Assange um seine Berufung gegen die Auslieferung an die USA findet am 20. und 21.02.2024 in London statt.

In Berlin wird es am Dienstag, den 20.02.2024 und Mittwoch, den 21.02.2024 umfangreiche öffentliche Aktionen für die Freiheit des australischen Journalisten und Verlegers Julian Assange geben. Dazu gehören Auftritte von Musikern, Künstlern und Prominenten. Besonders hinweisen wollen wir Sie auf die Menschenkette, die am Dienstag, 20.02.2024, von 14:30 bis 15:00 Uhr zwischen den Botschaften von Großbritannien und der USA geplant ist.

Hintergrund:

Der britische High Court hat bestätigt, dass am 20. und 21. Februar 2024 eine öffentliche Anhörung stattfinden wird, die die letzte Chance für Julian Assange sein könnte, seine Auslieferung an die Vereinigten Staaten zu verhindern. Im Falle einer Auslieferung droht Assange eine Strafe von 175 Jahren wegen der Aufdeckung von Kriegsverbrechen, die von den Vereinigten Staaten im Afghanistan- und Irakkrieg begangen wurden.

Die öffentliche Anhörung wird vor einem Gremium von zwei Richtern stattfinden, die eine frühere Entscheidung des High Court überprüfen werden, die von einem Einzelrichter am 6. Juni 2023 getroffen wurde, der Julian Assange die Genehmigung zur Berufung verweigerte.

Diese entscheidende Phase im Berufungsverfahren von Julian Assange wird über eines von zwei Ergebnissen entscheiden: ob Julian Assange weitere Möglichkeiten haben wird, seinen Fall vor den britischen Gerichten zu vertreten, oder ob er alle Rechtsmittel ausgeschöpft hat, ohne die Möglichkeit, im Vereinigten Königreich weitere Rechtsmittel einzulegen, und somit in das Auslieferungsverfahren eintreten wird.
Eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bliebe dann eine letzte Möglichkeit.

Die USA versuchen, Julian Assange auf der Grundlage ihres Spionagegesetzes von 1917 zu verurteilen. Wenn dies so erfolgt, kann  Journalismus jederzeit als Spionage definiert werden. Jeder Journalist, jeder Verleger, weltweit wird dadurch eingeschüchtert. Das wäre das Ende der Pressefreiheit.

Viele Organisationen rufen weltweit zu Protesten auf, an den beiden Tagen der Anhörung vor dem Gericht in London die Pressefreiheit zu schützen. In Berlin wird es auf dem Pariser Platz, vor der Botschaft der USA und dem Brandenburger Tor, zu diesen Zeiten Veranstaltungen geben.

Ihr Kontakt zu den Veranstaltern von Free Assange Berlin:

Almut Stackmann-Carnier, <freeassangeberlin@carnier.de> mobil: 0176 34440444
Thilo Haase, <thilo.haase@gmx.de> mobil 0172 4560537

Alarmierende Arbeitsbedingungen und Verletzungen der Menschenrechte in Südkorea -Solidaritätskundgebung

Solidaritätskundgebung am Sonntag, den 18. Februar , um 16 Uhr vor dem Brandenburger Tor
mit Kerzenlichtern

Demonstration am Montag 19.Februar abgesagt! Präsident Yoon hat seinen Besuch verschoben. Aber neoliberale Kahlschlagspolitik und politische Willkür im Windschatten eines neuen eksalierenden Militarisierungskurs in Südkorea ficht das nicht an. Wir halten am Protest am Sonntag 16 Uhr fest.

Ein Aufruf zur Solidarität!

Global CandleLight Action Deutschland, Koreaverband e.V., Solidarity of korean people in Europe, Februar 2024

Anlässlich des Staatsbesuchs des südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk-yeol in Deutschland vom 17. bis 21. Februar 2024 möchten wir Eure Aufmerksamkeit auf die prekären Arbeitsverhältnisse und die massiven Repressalien gegen die Gewerkschaften in Südkorea lenken und rufen zur Solidarität auf.

Der südkoreanische Präsident Yoon Suk-yeol hatte sich schon vor seiner Wahl im Mai 2022 für immense Arbeitszeitverlängerungen ausgesprochen und im Juli 2021 in einem Interview gespottet, dass Menschen „nach 120 Stunden harter Arbeit eine Pause machen dürfen“. Arbeiten und Ausbeuten bis zum Umfallen lautet das Motto seiner Regierung, dass seit seinem Amtseintritt unter dem zynischen Begriff „Modernisierung der Arbeitszeitgesetze“ mit aller „Gewalt“ durchgesetzt werden soll. Labournet schlug Alarm: „Eine 92-Stunden-Woche droht in Südkorea – dem Land mit bereits längsten Arbeitszeiten der Welt.“

Laut Statistiken des Korea Labour Instituts arbeiteten im Jahr 2022 17,5 % der südkoreanischen Arbeitnehmer*innen 48 Stunden pro Woche oder mehr, der höchste Prozentsatz unter allen OECD-Ländern.“In der von der OECD durchgeführten Analyse der von ihren 36 Mitgliedern erfassten jährlichen Arbeitsstunden lag Korea auf Platz 3.“ Jede (r) Erwerbstätige arbeitete bereits im Jahr 2020 1.908 Stunden pro Jahr, 221 Stunden mehr als der OECD-Durchschnitt von 1.687 Stunden. [1] … Continue reading

Yoons Vorhaben, die wöchentliche Arbeitszeit von maximal 52 zu zementieren und weiter auf „unmenschliche“ 69 Stunden zu erhöhen, stieß auf erbitterten Widerstand der Beschäftigten und Gewerkschaften.Viele Jugendliche revoltierten gegen den 69 Stundeplan. Im Juli 2023 rief der Koreanische Gewerkschaftsbund KCTU zu einem 2 wöchigen Generalstreik auf. [2] … Continue reading

Yoons Regierung reagierte auf die Proteste mit Einsatz des staatlichen Machtapparates. Arbeiter:innen und Gewerkschafter:innen wurden von der Polizei zusammengeschlagen und verhaftet. Die Spielräume gewerkschaftlicher Arbeit werden zunehmend eingschränkt. Zwischen dem Amtsantritt Yoon Suk-yeols im Mai 2022 und November 2022 wurden an acht von zehn Tagen Razzien durchgeführt. Insgesamt wurden 21,4% aller ehemaligen Regierungs- und Oppositionsmitglieder, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Journalist*innen während seiner Amtszeit Opfer von Durchsuchungen . So führten an einem einzigen Tag, dem 17. Januar 2023 , auf Veranlassung der südkoreanischen Regierung Geheimdienst und Polizei gleichzeitig Razzien in den Gewerkschaftsbüros des KCTU (Koreanischer Gewerkschaftsbund) , der Gesundheits- sowie Baugewerkschaft durch . [3] … Continue reading Auch bei Streiks um höhere Löhne kam es immer wieder zu willkürlichen Verhaftungen. [4] … Continue reading

Während sich die Angriffe auf die Lebensstandards, die Arbeitsbedingungen, Löhne und die Renten verstärken, werden die Gewerkschaften, die die Gegenwehr der Arbeitnehmer:innen organisieren, in Südkorea besonders massiv zur Zielscheibe autoritärer und repressiver Maßnahmen gemacht. Und jeder, der wie viele Gewerkschafter:innen den erneuten scharfen Konfrontations- und bedrohlichen Militarisierungskurs der aktuellen Regierung gegeüber Nordkorea nicht mitträgt, läuft Gefahr in einem Klima der Diffamierung kriminalisiert zu werden.

Wir hoffen, dass die deutsche Zivilgesellschaft und insbesondere die Gewerkschaften sich mit den koreanischen Arbeiter:innen solidarisch erklären. Wir hoffen, dass sie ihre Verachtung der undemokratischen und arbeitnehmer*innenfeindlichen Praktiken gegenüber dem südkoreanischen Staatsoberhaupt bei seinem Besuch in Berlin deutlich zum Ausdruck bringen. Das wird der Yoon-Regierung klarmachen, dass ihr Agieren international kritisiert wird . Den südkoreanischen Arbeitnehmer*innen kann es Hoffnung und Mut machen.

Die Aktionen werden untertsützt vom Arbeitskreis Internationalismus IG Metall Berlin und „Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin“

Aufruf auf der Website IG Metall Berlin

Titelbild von Labournet

Kontakt: solikoeu@gmail.com

Die größten NATO-Manöver seit Jahrzehnten haben begonnen – als Demonstration!

Von Christian Müller

Während es immer klarer wird, dass die Ukraine gegen Russland keine Chance auf einen Sieg hat, haben die größten NATO-Manöver seit Jahrzehnten begonnen – mit rund 90’000 Soldaten. Gleichzeitig wachsen die Selbstzweifel: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg weilte in den letzten Tagen, wohl im Hinblick auf einen möglichen künftigen US-Präsidenten Donald Trump, in Florida, um die US-Militärführung zu überzeugen, dass die NATO nicht nur für Europa, sondern auch für die USA wichtig ist. Und die «Steadfast Defender 2024»-Manöver werden als «Demonstration» der NATO-Einigkeit bezeichnet. (Man beachte auch die Anmerkungen am Schluss dieses Artikels.)

«The exercise, which is conducted across various NATO nations, is based on NATO’s new defence plans and demonstrates the Alliance’s ability to rapidly deploy forces from North America and other parts of the Alliance, to reinforce the defence of Europe. It also gives a clear demonstration of NATO’s transatlantic unity, strength and determination to do all that is necessary to protect each other and our common values», so die Plattform Joint-Forces.com.

Oder zu Deutsch: «Die Übung, die von verschiedenen NATO-Staaten durchgeführt wird, basiert auf den neuen Verteidigungsplänen der NATO und demonstriert die Fähigkeit des Bündnisses, schnell Streitkräfte aus Nordamerika und anderen Teilen des Bündnisses zu verlegen, um die Verteidigung Europas zu stärken. Sie ist auch eine klare Demonstration der transatlantischen Einheit, der Stärke und der Entschlossenheit der NATO, alles zu tun, was notwendig ist, um einander und unsere gemeinsamen Werte zu schützen“.

Im April 2021 hat Jens Stoltenberg den Studenten der «University South Florida» in Tampa erklärt, dass die NATO den Artikel 5 in ihrer Gründungsurkunde ändern muss und wird, um der NATO auch Präventiv-Schläge zu ermöglichen. Siehe «NATO: vom Verteidigungsbündnis zum Angriffspakt».

Zur Rede Stoltenbergs in Tampa (automatische Übersetzung). Die Hervorhebungen im Text setzte Christian Müller.

Es ist schön, euch alle zu sehen. Und es ist toll, wieder hier zu sein. Denn ich habe das SOCOM (United States Special Operations Command) und den Luftwaffenstützpunkt MacDill bereits 2017 besucht. Und ich wurde instruiert, und heute wurde ich erneut instruiert, und es hat sich viel geändert. Und das zeigt, dass Sie in der Lage sind, sich an eine sich verändernde Welt anzupassen, und dass Sie berücksichtigen, dass wir heute anderen Bedrohungen und anderen Herausforderungen gegenüberstehen als 2017.

Wie bereits erwähnt, ist mein Besuch hier im SOCOM der Abschluss eines recht umfangreichen Besuchs in den Vereinigten Staaten. Wir haben am Samstag in Washington begonnen, wir haben uns mit der Regierung getroffen, aber auch viel Zeit auf dem Capitol Hill verbracht und uns mit beiden Parteien getroffen, mit Republikanern und Demokraten. Und gestern sind wir dann nach Alabama, nach Troy, gereist. Dort haben wir gesehen, wie dort einige der fortschrittlichsten und wichtigsten Waffen für dieses Bündnis hergestellt werden. Wir haben die Javelins gesehen, aber natürlich werden dort auch viele andere Arten von Waffen hergestellt. Und dann endet mein Besuch hier auf dem Luftwaffenstützpunkt MacDill und beim SOCOM.

Und deshalb möchte ich Ihnen zunächst für Ihren Dienst danken, für das, was Sie jeden Tag tun. Denn Sondereinsätze sind für jede militärische Operation von entscheidender Bedeutung und daher auch für das gesamte NATO-Bündnis so wichtig. Und Sie sind die Besten der Besten, Sie sind der Schlüssel zu so vielen Dingen, die wir als Bündnis und auch als einzelne Bündnispartner tun. Das Großartige hier ist, dass Sie natürlich die US-Spezialeinsatzkräfte und das Kommando haben, aber auch NATO-Verbündete und Partner, die mit ihnen zusammenarbeiten. Was Sie hier tun, ist also nicht nur für die USA wichtig, sondern für das gesamte Bündnis und für die Art und Weise, wie wir mit den Partnern in Europa, aber auch mit globalen Partnern in der ganzen Welt zusammenarbeiten.

Wie Sie wissen, sind Sie, die Spezialeinsatzkräfte, oft die Ersten, die kommen, und die Letzten, die gehen, und das bringt Sie oft in Gefahr. Lassen Sie mich daher auch all jenen Tribut zollen, die den höchsten Preis gezahlt haben, auch in jüngster Zeit. Deshalb müssen wir ihrer gedenken und all jenen unser Beileid aussprechen, die Angehörige verloren haben.

Die Realität ist, dass wir heute in einer gefährlicheren Welt leben als noch 2017, als ich das letzte Mal hier war. Denn seitdem haben wir eine zunehmende Rivalität zwischen Großmächten erlebt, nicht zuletzt mit China, in der Straße von Taiwan. Wir sehen eine anhaltende Bedrohung durch den Terrorismus, wir sehen Cyber-Bedrohungen. Aber dann haben wir einen neuen Krieg im Nahen Osten, und wir haben einen ausgewachsenen Krieg in Europa, in der Ukraine, den Angriffskrieg gegen die Ukraine.

All dies hat dazu geführt, dass die NATO die größte Anpassung, die größte Veränderung für unser Bündnis seit dem Ende des Kalten Krieges vorgenommen hat, indem sie mehr Streitkräfte in höhere Bereitschaft versetzt hat. Zum ersten Mal in unserer Geschichte haben wir im östlichen Teil des Bündnisses kampfbereite Truppen. Und die Bündnispartner investieren jetzt tatsächlich mehr in die Verteidigung. Wie Sie wissen, waren die Verteidigungsausgaben viele Jahre lang rückläufig, insbesondere in Europa. Und jetzt, in den letzten Jahren, haben alle Bündnispartner damit begonnen, ihre Verteidigungsinvestitionen zu erhöhen, und immer mehr Bündnispartner erfüllen die Vorgabe, mindestens 2 % des BIP für die Verteidigung auszugeben. Das bedeutet auch, dass die Alliierten mehr in Sondereinsätze investieren, und zwar in die nationalen Fähigkeiten, aber auch in die Zusammenarbeit mit den Partnern als Alliierte in der gesamten NATO. Und was hier geschieht, all die Aktivitäten, über die ich kurz vor unserer Ankunft in diesem Raum informiert wurde, spiegeln die zunehmende Bedeutung von Sondereinsätzen wider.

Die NATO reagiert darauf, weil wir das gemeinsam tun müssen. Die gute Nachricht ist, dass wir sehen, dass die NATO in einer Weise reagiert, die zeigt, dass die NATO das erfolgreichste und stärkste Bündnis der Geschichte ist. Und wir reagieren auch, indem wir die Ukraine unterstützen. Denn wir stehen vor vielen Herausforderungen, und eine der wichtigsten langfristigen Herausforderungen für die NATO ist China mit seinen umfangreichen Investitionen in neue moderne militärische Fähigkeiten und seinen Versuchen, auch Nachbarn zu zwingen und Nachbarn wie Taiwan zu bedrohen.

Aber die unmittelbarste Herausforderung, vor der wir stehen, ist natürlich der Krieg in der Ukraine. Und ich begrüße es, dass die NATO-Verbündeten und -Partner der Ukraine eine noch nie dagewesene Unterstützung gewähren. Sie sind ein Teil davon, und ich danke Ihnen dafür. Wir werden in der Ukraine auf die Probe gestellt. Denn wenn Präsident Putin in der Ukraine gewinnt, ist das nicht nur eine Tragödie für die Ukrainer, es macht auch die Welt gefährlicher und uns verwundbarer. Es liegt also in unserem nationalen Sicherheitsinteresse, die Ukraine zu unterstützen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass das, was wir in der Ukraine tun, wichtig ist, nicht zuletzt deshalb, weil wir dort mit einem Bruchteil unseres Verteidigungsbudgets den russischen Kampffähigkeiten schwere Verluste beigebracht haben, ohne unsere eigenen Streitkräfte in Gefahr zu bringen. Und das zeigt, dass wir die Ukrainer weiterhin unterstützen sollten.

Natürlich haben wir alle auf größere Erfolge bei der Offensive gehofft, die die Ukrainer im vergangenen Jahr gestartet haben. Aber wir müssen uns daran erinnern, dass zu Beginn der Invasion durch Russland im Februar 2022 viele befürchteten, dass Russland innerhalb von Tagen die Kontrolle über Kiew und innerhalb von Wochen über den Rest der Ukraine übernehmen würde. Das ist nicht geschehen. Den Ukrainern ist es gelungen, die russischen Invasoren zurückzudrängen. Sie haben 50 % des anfangs von Russland besetzten Gebiets befreit. Und es ist ihnen gelungen, einen Korridor im Schwarzen Meer zu öffnen, was eine große Leistung ist, um die russische Schwarzmeerflotte zurückzudrängen. Und sie konnten den russischen Streitkräften schwere Verluste zufügen: mehr als 300.000 Tote, Tausende von zerstörten gepanzerten Fahrzeugen und Hunderte von Flugzeugen.

Wir müssen dies also berücksichtigen, denn es zeigt, dass die Unterstützung, die wir der Ukraine gewähren, sei es durch die Vereinigten Staaten oder andere NATO-Bündnispartner, auf dem Schlachtfeld, vor Ort, Tag für Tag, tatsächlich einen Unterschied macht. Ich sage dies, weil meine wichtigste Botschaft während dieses Besuchs lautete, dass wir nicht nachlassen, sondern vielmehr noch mehr tun sollten, um sicherzustellen, dass die Ukraine die erforderliche Unterstützung erhält. Wir haben die Kapazitäten, wir haben die Fähigkeiten, was wir brauchen, ist der politische Wille, um sicherzustellen, dass wir die Unterstützung leisten, die sie brauchen, um unsere Werte zu schützen und die Welt sicherer zu machen, als wenn wir Präsident Putin gewinnen lassen.

Dies ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil das, was in der Ukraine geschieht, von autoritären Führern in der ganzen Welt genau beobachtet wird: im Iran, in Nordkorea, aber nicht zuletzt in Peking. Peking beobachtet die Ukraine. Und wir wissen, dass das, was heute in der Ukraine und in Europa passiert, morgen in Asien und Taiwan passieren kann. Das ist also alles miteinander verknüpft. Das ist der Grund, warum dies für die NATO so wichtig ist.

Lassen Sie mich diese sehr kurze Einführung mit dem Hinweis beenden, dass ich in die Vereinigten Staaten zurückkehren werde, nicht unbedingt zur MacDill Air Force Base, aber ich werde zumindest im Juli in die Vereinigten Staaten zurückkehren, wenn Sie den NATO-Gipfel mit allen Staats- und Regierungschefs abhalten werden, die hierher kommen, um das 75-jährige Bestehen der NATO zu feiern. Auf diesem Gipfel werden wir das Bündnis feiern, aber auch wichtige Entscheidungen über Abschreckung und Verteidigung, über die Zusammenarbeit mit unseren Partnern im asiatisch-pazifischen Raum und auch über die Ukraine treffen.

Vor allem aber werden wir die Einigkeit von 31 und bald 32 Bündnispartnern demonstrieren. Sie haben Montenegro, Nordmazedonien und Finnland erwähnt, das ist absolut richtig. Aber dann werden wir sehr bald Schweden als 32. Alliierten haben. Wir werden also demonstrieren, wir werden die Einigkeit feiern. Die NATO ist das erfolgreichste Bündnis der Geschichte, weil wir in der Lage waren, uns zu verändern; die Welt verändert sich. Aber auch, weil es uns gelungen ist, trotz aller Unterschiede zusammenzustehen. Wir sind 31, bald 32 Bündnispartner von beiden Seiten des Atlantiks, mit einer unterschiedlichen Geschichte, einer unterschiedlichen Kultur, unterschiedlichen politischen Parteien an der Macht, aber wir waren immer in der Lage, uns auf unsere Kernaufgabe zu einigen, nämlich uns gegenseitig zu schützen und zu verteidigen.

Und der Zweck der NATO ist es, durch glaubwürdige Abschreckung den Frieden zu erhalten, indem wir zusammenstehen. Solange wir also weiterhin jedem potenziellen Gegner glaubhaft vermitteln, dass ein Angriff auf einen Bündnispartner die Reaktion des gesamten Bündnisses nach sich ziehen wird, sind wir sicherer und stärker, als wenn wir versuchen, dies allein zu tun.

Die NATO ist also ein gutes Geschäft für alle Bündnispartner. Die NATO ist wichtig für Europa. Aber die NATO ist auch für die Vereinigten Staaten von Bedeutung, vor allem, weil die Vereinigten Staaten sich jetzt mehr Sorgen um China machen: die Größe ihrer Wirtschaft, die hohen Investitionen in neue militärische Fähigkeiten und Technologien. Die Vereinigten Staaten sind bei weitem der größte Verbündete. Gleichzeitig müssen wir wissen, dass die Vereinigten Staaten 25 %, also ein Viertel, der Weltwirtschaft, des weltweiten BIP, repräsentieren. Zusammen mit 31 NATO-Bündnispartnern repräsentieren wir 50 % des weltweiten BIP und 50 % der weltweiten Militärmacht. Die NATO ist also ein gutes Geschäft für die Vereinigten Staaten. Die NATO macht auch die Vereinigten Staaten stärker und sicherer. In der NATO stehen wir also zusammen, denn sie nützt uns allen, und das werden wir auf dem NATO-Gipfel im Juli feiern. Ich danke Ihnen vielmals und bin bereit, einige Fragen zu beantworten.

Zum englischen Original der Rede.

Anmerkung von Christian Müller: Den Satz «Die NATO ist ein gutes Geschäft für die Vereinigten Staaten.» („So NATO is a good deal for the United States.“) und die beiden Sätze «Und ich bin der festen Überzeugung, dass das, was wir in der Ukraine tun, wichtig ist, nicht zuletzt deshalb, weil wir dort mit einem Bruchteil unseres Verteidigungsbudgets den russischen Kampffähigkeiten schwere Verluste beigebracht haben, ohne unsere eigenen Streitkräfte in Gefahr zu bringen. Und das zeigt, dass wir die Ukrainer weiterhin unterstützen sollten.» muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Nicht nur bestätigt der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg dabei, dass die NATO in der Ukraine auch militärisch mitmischt, er ist auch noch stolz darauf, Russland schädigen zu können, ohne dabei eigene Soldaten gefährden oder gar verlieren zu müssen. Was sind denn schon die ukrainischen Menschenleben wert, die da zu Tausenden geopfert werden, nur um die Vorherrschaft der USA in der Welt zu stärken und Russland zu schwächen?

Erstveröffentlich auf GlobalBridge
https://globalbridge.ch/die-groessten-nato-manoever-seit-jahrzehnten-haben-begonnen-als-demonstration/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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