Alarmierende Arbeitsbedingungen und Verletzungen der Menschenrechte in Südkorea -Solidaritätskundgebung

Solidaritätskundgebung am Sonntag, den 18. Februar , um 16 Uhr vor dem Brandenburger Tor
mit Kerzenlichtern

Demonstration am Montag 19.Februar abgesagt! Präsident Yoon hat seinen Besuch verschoben. Aber neoliberale Kahlschlagspolitik und politische Willkür im Windschatten eines neuen eksalierenden Militarisierungskurs in Südkorea ficht das nicht an. Wir halten am Protest am Sonntag 16 Uhr fest.

Ein Aufruf zur Solidarität!

Global CandleLight Action Deutschland, Koreaverband e.V., Solidarity of korean people in Europe, Februar 2024

Anlässlich des Staatsbesuchs des südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk-yeol in Deutschland vom 17. bis 21. Februar 2024 möchten wir Eure Aufmerksamkeit auf die prekären Arbeitsverhältnisse und die massiven Repressalien gegen die Gewerkschaften in Südkorea lenken und rufen zur Solidarität auf.

Der südkoreanische Präsident Yoon Suk-yeol hatte sich schon vor seiner Wahl im Mai 2022 für immense Arbeitszeitverlängerungen ausgesprochen und im Juli 2021 in einem Interview gespottet, dass Menschen “nach 120 Stunden harter Arbeit eine Pause machen dürfen”. Arbeiten und Ausbeuten bis zum Umfallen lautet das Motto seiner Regierung, dass seit seinem Amtseintritt unter dem zynischen Begriff “Modernisierung der Arbeitszeitgesetze” mit aller “Gewalt” durchgesetzt werden soll. Labournet schlug Alarm: “Eine 92-Stunden-Woche droht in Südkorea – dem Land mit bereits längsten Arbeitszeiten der Welt.”

Laut Statistiken des Korea Labour Instituts arbeiteten im Jahr 2022 17,5 % der südkoreanischen Arbeitnehmer*innen 48 Stunden pro Woche oder mehr, der höchste Prozentsatz unter allen OECD-Ländern.”In der von der OECD durchgeführten Analyse der von ihren 36 Mitgliedern erfassten jährlichen Arbeitsstunden lag Korea auf Platz 3.” Jede (r) Erwerbstätige arbeitete bereits im Jahr 2020 1.908 Stunden pro Jahr, 221 Stunden mehr als der OECD-Durchschnitt von 1.687 Stunden. [1] … Continue reading

Yoons Vorhaben, die wöchentliche Arbeitszeit von maximal 52 zu zementieren und weiter auf “unmenschliche” 69 Stunden zu erhöhen, stieß auf erbitterten Widerstand der Beschäftigten und Gewerkschaften.Viele Jugendliche revoltierten gegen den 69 Stundeplan. Im Juli 2023 rief der Koreanische Gewerkschaftsbund KCTU zu einem 2 wöchigen Generalstreik auf. [2] … Continue reading

Yoons Regierung reagierte auf die Proteste mit Einsatz des staatlichen Machtapparates. Arbeiter:innen und Gewerkschafter:innen wurden von der Polizei zusammengeschlagen und verhaftet. Die Spielräume gewerkschaftlicher Arbeit werden zunehmend eingschränkt. Zwischen dem Amtsantritt Yoon Suk-yeols im Mai 2022 und November 2022 wurden an acht von zehn Tagen Razzien durchgeführt. Insgesamt wurden 21,4% aller ehemaligen Regierungs- und Oppositionsmitglieder, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Journalist*innen während seiner Amtszeit Opfer von Durchsuchungen . So führten an einem einzigen Tag, dem 17. Januar 2023 , auf Veranlassung der südkoreanischen Regierung Geheimdienst und Polizei gleichzeitig Razzien in den Gewerkschaftsbüros des KCTU (Koreanischer Gewerkschaftsbund) , der Gesundheits- sowie Baugewerkschaft durch . [3] … Continue reading Auch bei Streiks um höhere Löhne kam es immer wieder zu willkürlichen Verhaftungen. [4] … Continue reading

Während sich die Angriffe auf die Lebensstandards, die Arbeitsbedingungen, Löhne und die Renten verstärken, werden die Gewerkschaften, die die Gegenwehr der Arbeitnehmer:innen organisieren, in Südkorea besonders massiv zur Zielscheibe autoritärer und repressiver Maßnahmen gemacht. Und jeder, der wie viele Gewerkschafter:innen den erneuten scharfen Konfrontations- und bedrohlichen Militarisierungskurs der aktuellen Regierung gegeüber Nordkorea nicht mitträgt, läuft Gefahr in einem Klima der Diffamierung kriminalisiert zu werden.

Wir hoffen, dass die deutsche Zivilgesellschaft und insbesondere die Gewerkschaften sich mit den koreanischen Arbeiter:innen solidarisch erklären. Wir hoffen, dass sie ihre Verachtung der undemokratischen und arbeitnehmer*innenfeindlichen Praktiken gegenüber dem südkoreanischen Staatsoberhaupt bei seinem Besuch in Berlin deutlich zum Ausdruck bringen. Das wird der Yoon-Regierung klarmachen, dass ihr Agieren international kritisiert wird . Den südkoreanischen Arbeitnehmer*innen kann es Hoffnung und Mut machen.

Die Aktionen werden untertsützt vom Arbeitskreis Internationalismus IG Metall Berlin und “Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin”

Aufruf auf der Website IG Metall Berlin

Titelbild von Labournet

Kontakt: solikoeu@gmail.com

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